Blacklands / Peaceful Shores
Peaceful Shores Spielzeit: 77:54
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2016
Stil: Progressive Rock

Review vom 10.07.2016


Udo Gröbbels
Progressiv und mehr
Natürlich versucht man als Schreiber ein Album zumindest für eine Rezension grob in eine Schublade zu stecken. Der Begriff 'Progressive Rock' trifft es auch eigentlich ganz gut, aber doch ist "Peaceful Shores" vielschichtiger und die Einflüsse sind auch hörbar anderweitig zu finden. Dabei handelt es sich bei Blacklands mehr um ein Projekt als um eine richtige Band. Mit Michael Stockschläger ist beispielsweise auch der Kopf der am Niederrhein und im Ruhrgebiet bekannten Pink Floyd-Tributband Meddle dabei. Wobei die Pink Floyd-Einflüsse eher selten zu hören sind. Aber es sind eben die verschiedenen Stile auf diesem Album die einen begeistern.
Homogene Vielfalt
Das Interessante an "Peaceful Shores" ist, dass man die CD mit der satten Spielzeit von 77 Minuten sowohl komplett am Stück genießen kann, aber eben auch einzelne Tracks ohne den Gesamtkontext problemlos hören kann. Der Opener "Still Bleeding" beginnt ruhig und steigert sich dann in einen Prog-Metal-Song mit einem schönen Kontrast zwischen den Stimmen von Sängerin Tanja und Gastsänger Marcel Römer von Aeverium. Römers aggressive Shouts passen wunderbar in die etwas dunkle Atmosphäre des Openers. Danach geht es mit "Alone Again" wesentlich melodischer und fast schon poppig weiter. Der Refrain bekommt dank des Gospel-Chors einen hymnischen Charakter und ist der Ohrwurm der Scheibe. "The River" glänzt besonders durch sein extrem melodisches Gitarrensolo. Die 80er lassen grüßen, aber das passt wunderbar zu dem Stück.
Trotz der bereits erwähnten Spielzeit kommt die Scheibe ohne Füllmaterial aus. Die letzten drei Lieder verdienen aber nochmals eine besondere Erwähnung und auch hier zeigt sich mal wieder das breite musikalische Spektrum. Da wäre zunächst "T.I.M.E", das sich am Ende in eine waschechte Swing-Nummer verwandelt. "Like Tears In Your Eyes" ist ein lupenreiner 80s Hard Rock-Song mit toller Melodie und extremem 'Gute Laune-Faktor'. Alle Progressive Rock-Fans bekommen dann aber beim abschließenden "Winter Skies" nochmals feuchte Augen, denn zum Ende holt man 16 Minuten lang noch einmal alles raus, und epochal und abwechslungsreich endet dann die CD.
"Peaceful Shores" ist ein tolles Album geworden, mit dem sowohl Fans von Dream Theater und Porcupine Tree, Freunde von Toto oder auch Marillion ihren Spaß haben werden.
Blacklands beweisen, dass anspruchsvolle Musik nicht immer abgefahren und schwer zugänglich sein muss. Hier ist für jeden etwas dabei und das, wie bereits erwähnt, auf eine homogen Weise, ohne dass einzelne Songs trotz ihrer Unterschiede, aus dem Kontext fallen. Das muss man erst mal schaffen. In dem Sinne für alle Freunde von progressiver Musik jeder Art - unbedingt mal reinhören. Es lohnt sich definitiv.
Line-up:
Tanja Magolei-Schüpper (vocals)
Michael Stockschläger (guitar, backing vocals)
Manfred Reinecke (keys)
Oliver Müller (bass, backing vocals)
Thomas Kelleners (drums)

Gäste:
Marcel Römer (vocals - #1)
Manos Fatsis (vocals - #10)
Christian Boche (guitar - #10)
Gabriel Vaelle (vocals on - #2)
Gospel Chor Family Of Hope - #2
Markus Brand (vocals - #11)
Jazz Swing College Band - #9
Tracklist
01:Still Bleeding
02:Alone Again
03:The River
04:Drown Of Darkness
05:Ballad Of A Burning Witch
06:Distant Warning
07:Grand Circle
08:Peaceful Shores
09:T.I.M.E
10:Like Tears In Your Eyes
11:Winter Skies
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