David Bowie / VH1 Storytellers
VH1 Storytellers Spielzeit: 44:38 (CD), 64:06 (DVD)
Technik DVD:
Format:NTSC
Bildformat: 4:3
Sound: Dolby Digital Stereo, Dolby 5.1 Surround, DTS 5.1 Surround
Untertitel: Englisch, Französisch, Deutsch, Niederländisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch
Medium: CD/DVD
Label: EMI, 2009
Stil: Rock

Review vom 31.07.2009


Joachim 'Joe' Brookes
Eine wirklich erfolgreiche Musik-Serie im Fernsehen!
Am 20.02.1996 ging es mit Ray Davies los. Er war zu dem Zeitpunkt mit seiner 'Storytellers'-Tour unterwegs und man übernahm diesen Titel für die Serie. Über sechzig Künstler/Bands aller möglichen Musikrichtungen waren in der Show vertreten und am 23.08.1999 stand David Bowie auf der Bühne vor einer relativ kleinen Zuschauerzahl, die ihm wohl nie mehr näher war, als an diesem Tag. Das Konzept der Sendung ist bewusst so angelegt, dass die Protagonisten etwas erzählen sollen. An Geschichten und Geschichtchen mangelte es wohl niemandem der Gäste, die dort aufgetreten sind. Allerdings ist die Präsentation nicht ganz unerheblich und diesbezüglich erweist sich Bowie als ein perfekter Entertainer.
Der Streifzug durch seine Karriere, bis zum Jahr 1999, "Hours" war zu dem Zeitpunkt sein aktuelles Album, ist äußerst unterhaltsam, natürlich auch musikalisch.
Bowie wurde im TV-Studio von einer klasse Band begleitet. Mit Reeves Gabrels, aus Tin Machine-Zeiten bekannt, hatte er einen starken Gitarristen in der Gruppe und die Backing Vocals-Damen Lani Groves sowie Holly Palmer waren für eine nicht geringe Portion Soul zuständig.
Los geht es mit einer intensiven Version von "Life On Mars?", in der sich Bowie nur von Mike Garson am Piano begleiten lässt. Ein großartiger Beginn eines Konzerts, in dem der Engländer später noch weiter zurückblicken wird.
"Rebel Rebel" gibt es leider nur in einer dramatisch kurzen akustischen Version, allerdings unter kräftigem Einsatz des Publikums.
Aus dem Album "Hours" wird dann "Thursday's Child" zitiert. Eine feine Nummer, in der die beiden Damen keine unwesendliche Rolle spielen. Immer wieder sorgt Garson für künstlich erzeugte Streicher-Elemente, die den Kompositionen einen herrlichen Klangteppich verpassen. Schon bei der CD ist spürbar, dass sowohl der Sänger, als auch die gesamte Gruppe einen Heidenspaß haben, was natürlich nur gut für die im Studio anwesenden Zuschauer und jetzt für die Hörer ist. Man ist schon gespannt auf die DVD.
Nachdem Bowie in Bands wie den King Bees oder Mannish Boys, logisch, nach der
Muddy Waters-Nummer benannt, spielte, gibt er seinen ersten als Solo-Künstler geschriebenen Song, "Can't Help Thinking About Me", zum Besten. Jetzt, liebe Leute, wird gerockt. Die E-Gitarre kann mal so richtig aufgedreht werden und der Drummer Sterling Campbell darf auch kräftiger die Felle gerben. Fast wild geht es zu und selbst in Anbetracht der Tatsache, dass diese Komposition schon so lange zurück liegt, ist sie Bowie pur. Auf die Zeit in Berlin, zusammen mit Iggy Pop geht er sowohl erzählend als auch musikalisch ein, denn "China Girl" hat er schließlich mit dem Punker geschrieben. Unerwartet ist es abermals Garson am Piano, der ein fast schon klassisches Intro spielt und wenn dann die Band einsetzt, gibt es überraschend eher eine dezent punkig arrangierte Version des Tracks. Klasse! Auch die so bekannten Gitarrenläufe kommen vom Piano.
War es soeben der Tastenmann, steht für eine Ballade die akustische Gitarre im Vordergrund und wenn Groves sowie Palmer auch nur 'uhs' oder 'ahs' liefern, sind sie toll. "Drive-In Saturday" schrieb er für Mott The Hoople als Nachfolger von "All The Young Dudes". Die Band lehnte die Komposition ab und Bowie erzählt, dass er sauer darüber war und sich deswegen in betrunkenem Zustand die Augenbrauen abrasierte. Die Nummer ist eine fantastische Halb-Ballade und es ist nicht zu verstehen, warum die Rocker den Song nicht genommen haben. Stattdessen war das Stück auf "Aladdin Sane".
Mit einem Highlight endet das Konzert: "Word On A Wing" vom Album "Station To Station". Welch eine klasse Band!
Zur DVD: Zunächst einmal muss geschrieben werden, dass auf diesem Silberling ein fast zwanzig Minuten langer Bonus-Teil mitgeliefert wird. Hier gibt es, nach jedem Track wird ausgeblendet, keine Bowie-Geschichten. Sehr wohl hat der Mann auf einem Barhocker Platz genommen und spielt eine 12-saitige Gitarre.
Warum man diese Songs nicht mit auf die CD gepackt hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Es gibt mit "I Can't Read" auch eine Tin Machine-Nummer und die ist nun wirklich nicht von schlechten Eltern. Insgesamt wird viel mehr gerockt und Gabrels kann sich so richtig austoben. Nicht nur die Bonus-Abteilung ist echt lohnenswert!
Außerdem wird im DVD-Menü mit der Sprachoption (auch Deutsch) für die erzählten Geschichten ein sehr guter Untertitel-Service serviert. Es vereinfach so manchem das Verständnis. Die Bildführung und –qualität ist hervorragend. Man lässt durch die Schnitte erst gar keine Hektik aufkommen und eine Lightshow ist nicht erforderlich.
Ganz bewusst bin ich nicht auf die Kommentare des Herrn Bowie, auch seine Gestik und Mimik sprechen Bände, eingegangen, denn hier möchte ich die Schmankerl dem Käufer überlassen, weil das Doppelalbum "VH1 Storytellers" eine lohnenswerte Angelegenheit in Sachen David Bowie live ist.
Line-up:
David Bowie (vocals, guitar)
Reeves Gabrels (guitars)
Mark Plati (guitars)
Mike Garson (piano, keyboards)
Gail Ann Dorsey (bass, vocals)
Sterling Campbell (drums, percussion)
Lani Groves (backing vocals)
Holly Palmer (backing vocals)
Tracklist
CD
01:Life On Mars? (4:22)
02:Rebel Rebel (truncated) (3:15)
03:Thursday's Child (6:43)
04:Can't Help Thinking About Me (6:31)
05:China Girl (6:48)
06:Seven (5:02)
07:Drive-In Saturday (5:22)
08:Word On A Wing (6:35)
DVD
01:Life On Mars?
02:Rebel Rebel (truncated)
03:Thursday's Child
04:Can't Help Thinking About Me
05:China Girl
06:Seven
07:Drive-In Saturday
08:World On A Wing

Bonus Performances:
01:Survive
02:I Can't Read
03:Always Crashing In The same Car
04:If I'm Dreaming My Life
Externe Links: