Gary (John) Barden war ja bereits von meinem geschätzten Kollegen
Ruhenstroth für sein Album
Agony And Xtasy im letzten Jahr in höchsten Tönen gelobt worden. Ich kann mich, um es vorwegzunehmen, was die Beurteilung seines neuen Werkes "Love & War" angeht, dem nur anschließen.
Die Infos auf der Promo-CD und des beiliegenden Waschzettels sind sehr überschaubar und offerieren in knapper Manier eigentlich nur längst Bekanntes. Von daher kann ich über die beteiligten Musiker und Komponisten nur spekulieren (weder hier noch da aufgeführt). Da sich Bardens Spezi Michael Voss für die Produktion erneut verantwortlich zeigte, dürfte sich aber auch hier kaum was verändert haben.
Über den musikalischen Gehalt kann ich im Vergleich nur Vermutungen anstellen, da ich den Vorgänger nicht kenne. Dieser soll eine bluesige Note besessen haben, die bei "Love & War" allerdings überhaupt nicht zu entdecken ist. Barden hat das Pendel ganz klar auf Hard Rock justiert, wobei es ab und zu mal links in Richtung Melodic- und gelegentlich rechts in Richtung Heavy-Rock ausschlägt.
Die Scheibe umfasst elf Tracks, von denen die ersten zehn allesamt sehr abwechslungsreich mit schweren Gitarrenrhythmen, schönen filigranen Soli, dezenten Synthies und powervollem Drumming ordentlich abrocken. Dabei bleiben schöne Melodien nie auf der Strecke und
Barden bietet vokal zu jedem Song äußerst variabel die passende Stimmlage. Eine in den Liedern unterschwellig vorhandene Aggressivität könnte ideal als Aufhänger benutzt werden, um mit fliegenden Fahnen gegen die Schwiegermutter oder den ungeliebten Nachbarn in den Krieg zu ziehen.
Die manchmal dezent episch angehauchten Refrains von "Creatures Of The Night", "Unchain Me", "When The Lovin' Dies", "You" und "Deva Vu" bohren sich schon nach wenigen Durchgängen im Gehör fest. Am besten gefiel mir das Werk per Kopfhörer. Bleibt noch zum Abschluss, die ohne Kitsch auskommende, angenehme und im Vergleich zum Rest aus dem Rahmen fallende Ballade "In Love & War", bei der
Garys Gesang mich irgendwie an
David Bowie erinnert, dazu kommt neben dem Einsatz einer schönen Akustikgitarre noch ein nettes E-Solo, das aus dem Repertoire eines
Axel Rudi Pell stammen könnte.