Alles very British. Schlagzeuger Wayne Proctor und Keyboarder Bob Fridzema von King King. Aynsley Lister spielt Gitarre, hat produziert und "Meeting In The Night", das nicht erste Album des deutschen Till Bennewitz, erschien auf Aynsley Listers Plattenlabel Straight Talkin' Records. Bassist James Hartley aus Nottingham arbeitete zum Beispiel mit Oli Brown oder Danny Bryant zusammen. In der dreiköpfigen Bläser-Abteilung befinden sich weitere Briten. Namentlich sind es Chris Aldridge (Saxofon), Trompeter Bryan Corbett und Andy Derrick (Posaune).
Ein deutscher Künstler in Großbritannien? Aufgenommen wurden die zehn Songs in den Superfly Studios, Nottinghamshire.
Ein Deutscher in Amerika? Vor "Meeting In The Night" gab es 2011 bereits "New York Sessions", eine EP, die nie offiziell veröffentlicht, aber bei Till Bennewitz-Konzerten verkauft wurde.
Bei den ihn begleitenden Musikern darf man nun nicht dem Gedanken verfallen, der junge Deutsche komme aus der Blues Rock-Sparte. Streicht man den 12-Takter und schon liegt man treffsicher richtig. In großen Buchstaben steht Rock auf der Fahne von Till Bennewitz und nach den ersten gesungenen Tönen würde kleingedruckt darunter Bruce Springsteen stehen. Alle Bemühungen, diese Ähnlichkeit zu ignorieren, gehen ins Leere.
Till Bennewitz hat Lieder geschrieben, die rocken. Till Bennewitz hat Feeling auf den Stimmbändern und serviert uns Kompositionen, die man so schnell nicht vergisst. In einem Moment überzeugt Till Bennewitz mit großformatigem Rock, der so ziemlich in jedes Stadion passt und im anderen umspielt er die Gefühle des Hörers mit gekonnten Balladen.
"Meeting In The Night" bietet Nummern mit enormem Druck und Drive. Viele Tracks haben es verdient, als Highlights genannt zu werden. Allerdings darf man sich hier ein eigenes Urteil bilden. Rocksongs mit Gebläse-Abteilung kommen immer sehr gut an.
Eine fast logische Folge aus dem Till Bennewitz-Songwriting sind die fesselnden Mitsing-Refrains und dass Aynsley Lister eine Solo- beziehungsweise Slide-Gitarre spielen kann, weiß schon man seit seinem Debütalbum "Aynsley Lister" aus dem Jahr 1999.
Im hippen Rock-Bereich wird der Protagonist bestimmt für Wellenbewegungen sorgen. Über die Qualitäten eines klasse trommelnden Wayne Proctor, eines melodisch zupfenden James Hartley oder den Farbtupfer-setzenden Bob Fridzema braucht man sich nicht den Mund fusselig zu reden.
Wenn er am Piano sentimentale Klänge erzeugt und Till Bennewitz seine akustische Gitarre geschultert hat, dann ist Melancholie angesagt. Quasi zum instrumentalen Duett singt der Frontmann ergreifend-erwachsen.
Ein Lied mit abgespeckter Begleitung verfehlt definitiv nicht seine Wirkung. Wenn man sich die im Booklet abgedruckten Texte durchliest, stellt man fest, dass der Musiker schon sehr erwachsen denkt.
Till Bennewitz hat mit "Meeting In The Night" ein überzeugendes, klar strukturiertes Album vorgelegt. Er weiß sowohl in rockenden wie in balladesken Momenten zu gefallen. Mit Till Bennewitz kommt ein hochtalentierter, erfreulicher Künstler auf uns zu, der nur wenig besser, aber hier und da anders machen kann.
Line-up:
Till Bennewitz (guitar, vocals)
Aynsley Lister (lead guitar, backing vocals)
James Hartley (bass, backing vocals)
Wayne Proctor (drums)
Bob Fridzema (keyboards)
Chris Aldridge (saxophone)
Bryan Corbett (trumpet)
Andy Derrick (trombone)
| Tracklist |
01:Henry Boy (4:17)
02:Rebel In Town (3:38)
03:Being A Man (4:11)
04:Downtown Train (4:06)
05:Meeting In The Night (4:31)
06:Old Tattoos (5:03)
07:Drive-In Queen (4:13)
08:Highway Pete (4:56)
09:Midnight Promenade (6:06)
10:Lonely Boy (6:09)
(all songs written by Till Bennewitz)
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