The Del-Lords / Elvis Club
Elvis Club Spielzeit: 52:22
Medium: CD
Label: Blue Rose Records, 2013
Stil: Rock

Review vom 25.06.2013


Udo Gröbbels
Zurück nach 23 Jahren Pause
Irgendwann kommen sie alle wieder. Diese Feststellung ist bekannt, aber 23 Jahre nach dem letzten Studioalbum ist eine verdammt lange Zeit. Die New Yorker Band The Del-Lords hatten nach einigen Reunion-Auftritten in Spanien, die durch einen alten Fan organisiert wurden, wohl wieder Spaß am Rocken bekommen und nach einer EP mit dem vielsagenden Titel "Under Construction" ist man jetzt wieder mit einer kompletten CD und 12 neuen Songs am Start. Bis auf den Bassisten Manny Caiati (heute Anwalt) ist noch ¾ der Originalband dabei. Caiati wurde bei der CD durch Michael Duclos ersetzt wurde. Ansonsten wurde auch musikalisch alles beim Alten belassen.
Konsequent unmodern
Bereits in den 80ern, als die Band vier Alben rausbrachte, war man konsequent unmodern und sprang weder auf den damaligen New Romantic-Trend auf noch spielte man andere damals angesagte Musik. Die Musik war und ist immer noch Rock'n'Roll - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Diese Grundformel bleibt und wird aber auf "Elvis Club" mit einigen Elementen verfeinert. Der Opener "When The Drugs Kick In" ist ein straighter Rocker ohne Schnörkel. Hier hört man sicherlich die Wurzeln vom Gitarristen Eric Ambel raus, der in den 70ern Gründungsmitglied von Joan Jett and the Blackhearts war. Das folgende "Princess" dagegen ist etwas schleppend und zündet bei mir nicht richtig.
Besonders gut wird das Quartett, wenn man etwas die Rock-Roots verlässt und, wie beispielsweise im folgenden "Chicks,Baby!" etwa in die Country-Ecke schielt. Erstes Highlight ist dann aber "Flying" was in seiner Leichtigkeit und Unbekümmertheit an den guten Tom Petty erinnert. Insgesamt findet man unter den 12 Songs keinen richtigen Ausfall. Manche Titel sind etwas zugänglicher und manche etwas sperriger, aber insgesamt eine richtig gute Scheibe. Ausgefallen wird es am Ende mit der Coverversion von Neil Young "Southern Pacific". Hier wird nochmals das volle Gitarrenbrett gefahren. Stimmlich kommt Gitarrist Eric Ambel, der hier und bei zwei anderen Nummern die Vocals übernimmt, sehr nahe an das Original ran. Respekt.
"Elvis Club" hätte auch so vor 23 Jahren erscheinen können. Wer auf zeitlose Rockmusik ohne Verfallsdatum steht und auch mal über den musikalischen Tellerrand guckt, der ist hier goldrichtig. Sicherlich gab es in der Vergangenheit viele Reunions, die mehr als unnötig waren. Das Comeback der Del-Lords zählt mit Sicherheit aber nicht dazu, denn mit der aktuellen CD beweisen die Jungs, dass sie es immer noch drauf haben. Hoffen wir mal, dass es nicht bei nur einer Scheibe bleibt und wir vielleicht nicht bis 2036 warten müssen, um neues Material zu hören.
Line-up:
Scott Kempner (vocals,guitar)
Eric Ambel (guitar, backing vocals)
Michael Duclos (bass,vocals)
Frank Funaro (drums, vocals)
Tracklist
01:When The Drugs Kick In
02:Princess
03:Chicks, Man!
04:Flying
05:All Of My Life
06:Everyday
07:Me And The Lord Blues
08:Letter Unmailed
09:Damaged
10:You Can Make A Mistake One Time
11:Silverlake
12:Southern Pacific
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