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Bei dem Thema des Albums "Songs From A Vanishing World" ist es toll, dass »proceeds from this album are being donated to the Wildlife Heritage Foundation.« Die Londoner Band Descendants Of Cain (D.o.C) veröffentlicht mit vorliegender Platte ihr sechstes Album. Die im Nukleus aus drei Musikern bestehende Gruppe hat das Leben der Menschen nach einer globalen Katastrophe im Visier und da gibt es nun einmal nicht viele helle Momente.
Ecken und Kanten haben die Songs. Trotzdem sind die Kompositionen sehr eingängig und definitiv auch interessant für eine breitere Hörerschaft, als nur für die Anhänger des Wave- oder Dark Rock. Das Wechselspiel von der Dominanz der Sechssaiter und Keyboard-/Synthesizer-orientierten Tracks zeugt von Vielfalt und gesanglich ist die Band voll auf der Höhe. Im Line-up tauchen dann auch Hochkaräter auf. Allen voran Wayne Hussey von The Mission. Am Gesangsmikrofon mischt ebenfalls noch Ashley Dayour (Whispers In The Shadow) mit und weitere Gäste sind unter anderem der Gitarrist Tommy Dark (Saints Of Ruin) oder Matt Herd (Vocals).
Descendants Of Cain geht bei ihrem Dutzend Eigenkompositionen mit einer gemäßigten Härte ans Werk und kommt immer wieder auf einen deutlichen Schwerpunkt der Stimmungen beziehungsweise changierenden Atmosphären. Darin erweist sich vorliegendes Album als meisterlich. In gewisser Weise setzt die Gruppe den Hörer in ein Wechselbad der Gefühle. Da darf auch schon einmal das Piano die erste Geige spielen und der Frontmann D M Kruger mit bereits erwähntem Hussey ein Duett singen. Künstlich erzeugte Streicher sorgen für dramatische Momente und die Band serviert gar Stücke, die das Tanzbein aktivieren. Im Bezug auf die Streicher-Sounds finden sich ebenfalls orchestrale Augenblicke auf "Songs From A Vanishing World".
Im D.o.C-Universum gibt es ebenfalls Ableger ins Industrial-Genre und auch darin gibt die Gruppe eine ausgesprochen gute Figur ab. Neben den männlichen Vocals sorgen die Frauen-Stimmen für zusätzliche Gänsehaut. Manche Chorgesänge sind voller Sehnsucht und lassen dann doch so eine Art hoffnungsvolles Flair aufleben.
Das Album ist anziehend und sehr interessant aufgezogen. Zu einem Konzeptalbum wird der Silberling auch durch ein entsprechendes Intro ("The Awakening") und Outro ("The Thirst"). Durch die Verschmelzung verschiedener Stile wird der ehemals als Schwerpunkt verwendete Gothic Rock lediglich zu einer Variante von vielen. Bei aller Vielfalt bleibt die Atmosphäre der Platte stets angenehm. Descendants Of Cain sind in einem Atemzug eingängig und düster. Die Combo hat so einige Überraschungsmomente für den Hörer parat und kommt in einer guten dreiviertel Stunde sehr unterhaltsam daher.
Die gelungene Mischung aus unterschiedlichen Zutaten macht den Reiz des Tonträgers aus und die Gastbeiträge sorgen für den entsprechenden Pfiff. Auf dem Coverbild und der CD befindet sich ein fliegendes, symbolträchtiges Samenkorn und das beinhaltet Hoffung.
Bei der gebotenen Thematik ist aus "Songs From A Vanishing World" durchaus ein optimistischer Lichtblick im musikalischen Abgesang einer Endzeitstimmung. Mir sagt die Descendants Of Cain-Scheibe zu und das Album darf ruhig vorurteilsfrei angetestet werden.
Line-up:
D M Kruger (vocals, guitars, bass, keyboards, drums)
Steve Garrard (bass)
Dan Phillips (vocals, guitars, drums)
Tommy Dark (guitars)
Wayne Hussey (vocals)
Ashley Dayour (vocals)
Katherine Kruger (vocals)
Matt Herd (vocals)
| Tracklist |
01:The Final Awakening (2:05)
02:Lullaby For The Masses (4:13)
03:Pornography For The Soul (3:24)
04:Rush (3:58)
05:The Pied Piper Of Metropolis (3:53)
06:Refuge From Thought (5:02)
07:This House (The Exquisite Pedestral) (4:19)
08:Clockwork Monsters (4:02)
09:The Road (4:12)
10:Pure Illusion (5:21)
11:Drift (4:09)
12:The Thirst (2:27)
(all songs written by D.o.C.)
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