The Don Darlings / Same
Same Spielzeit: 40:04
Medium: CD
Label: Alleycat Records, 2013
Stil: Americana

Review vom 11.03.2014


Sabine Feickert
Hab ich jetzt doch vergessen, die Cohen-CD aus der Anlage zu nehmen? Aber nein, schon nach ein paar Tönen mehr klärt sich das Missverständnis, es liegt tatsächlich die gleichnamige CD der Don Darlings im Player; auch wenn mich die Gesangsstimme im weiteren Verlauf der Scheibe immer mal wieder an den Altmeister erinnert. Allerdings nur die Stimme selbst, denn ansonsten könnte man allenfalls noch eine gewisse Düsternis als verbindendes Element konstatieren.
Als 'Dark Southern Americana' so bezeichnen die in Göteborg beheimateten Don Darlings selbst ihren Stil. Aufgenommen wurde das Album in den Paul-Lincke Studios (Berlin Kreuzberg), in Göteborg von Don Alsterberg gemischt und in den Svenska Grammofonstudion gemastert. 2010 brachten sie bereits den Longplayer "The Shortest Straw", Anfang 2012 die 7'' EP "Monster" raus. Ansonsten ist über die Band eher wenig zu erfahren, wenden wir uns also der Musik zu.
Was Düsteres schwingt auf jeden Fall mit, nicht nur in der Gesangsstimme von Damon Collum. Americana gibt die grobe Richtung vor, auch wenn, vor allem zum Ende der gut 40 Minuten Laufzeit, ein paar Country-Anklänge dazukommen. Wer aber beim Stichwort 'düster' an kalte, womöglich elektronische Klänge denkt, der ist hier an der falschen Adresse. Als dunkel und dabei warm empfinde ich die "Don Darlings"; mehr runtergebranntes Lagerfeuer oder dämmrige Spelunke denn cooler Nachtclub. Irgendwie 'organisch'.
Der Opener "Resurrection" beginnt ganz sparsam, ein Minimum an Gitarre, dazu Damon Collum mit bedächtigem Sprechgesang, eher eine Singer/Songwriter-Nummer. Er steigert sich langsam ins Midtempo und klingt leise aus. Erste typische, fast schon klischeehafte Americana-Anklänge bringt danach "Provide Me An Angel" mit. "If You Can't Be Good" hat eine ganz eigene raue und stellenweise so richtig schön 'dreckige' Energie. Flott kommt dann der "Transcendental Noise" rüber, vor meinem inneren Auge sehe ich in der Dämmerung galoppierende Pferde eine riesige Staubwolke aufwirbeln. Gaaaaaanz langsam und tief geht es mit "Noose Round My Neck" weiter; sehnsuchtsvoll und ein bisschen schwermütig, aber nicht depressiv, wirkt der Song auf mich.
Bei Vinyl ist jetzt wohl rumdrehen angesagt, die CD läuft weiter mit dem langsamen "Moonshine Baby", das sowohl einem Kind als auch einer Frau als Wiegenlied der etwas anderen Art vorgesungen werden könnte. Fernweh und Weite klingen wieder in "Away From Me" an, der einsame Cowboy und so...
Fast schon ein bisschen makaber mutet es an, dass "Right Side Of Murder" so beschwingt vor sich hin rumpelt. "Julius The Misanthrope" bleibt flott, spielt aber auch mit Dissonanzen und Dynamik. Als Ausklang fließt "Let The River Run" bedächtig, tief und dunkel vor sich hin.
Zurück bleiben bei mir gemischte, aber überwiegend positive Eindrücke. Interessant ist diese Mischung aus Düsternis und Americana allemal, reinhören angeraten.
Ab 21. März 2014 soll das neue Album überall als Vinyl erhältlich sein, die CD-Version, die mir hier für das Review vorliegt, gibt’s nur als limitierte Auflage in Schweden, als Download ist das Album schon seit einiger Zeit zu erwerben.
Line-up:
Damon 'The Reverend' Collum (lead vocals)
Johan Conse (drums, percussion)
Martin Olsson (guitars, banjo, slide, keys, backing vocals)
Mika Häkki (upright bass, backing vocals)
Tony Martinsson (guitars)
Tracklist
01:Resurrection
02:Provide Me An Angel
03:If You Can't Be Good
04:Transcendental Noise
05:Noose 'Round My Neck
06:Moonshine Baby
07:Away From Me
08:Right Side Of Murder
09:Julius The Misanthrope
10:Let The River Run
Externe Links: