Dragonsfire / Metal Service
Metal Service Spielzeit: 55:28
Medium: CD
Label: Pure Steel Records, 2010
Stil: Heavy Metal

Review vom 19.10.2010


Marius Gindra
Die vier hessischen Teutonic Metal-Freaks von Dragonsfire existieren mittlerweile seit einer halben Dekade und konnten im Gründungsjahr 2005 bereits mit ihrer in Eigenregie veröffentlichten EP "Burning For Metal" erste Achtungserfolge erzielen. Drei Jahre später, Ende 2008, wurde über die ostdeutschen Echtmetall-Verfechter von Pure Steel Records das Debüt-Album "Visions Of Fire" veröffentlicht, das von den meisten Kritikern ziemlich gute Feedbacks einfuhr. Im Mai 2009 supportete man in Folge des langsam aufkommenden Erfolges beispielsweise die US-Metaller von Cage auf ihrer Europa-Tournee.
Seit Anfang August diesen Jahres ist der Nachfolger "Metal Service" in den Plattenläden der Republik erhältlich und somit für mich ein guter Grund, der aktuellsten, elf Tracks umfassenden und erneut von Knöpfchendreher Rolf Munkes (u.a. Tony Martin, Empire und Razorback) produzierten Langrille ein wenig auf den Zahn zu fühlen!
Los geht die Reise mit einem 40 Sekunden langen Intro, den schlichten Titel "Welcome" tragend, in dem man eine fiktive, weibliche Telefonansage zu Ohren bekommt. Danach knallt es direkt mit dem eigentlichen Opener "My Mashed Insane Brain..." ohne Schnörkel und mit ordentlich Eiern in der Hose nach vorne. Direkt ab dem ersten Ton sind auffällige Parallelen zu Größen wie Grave Digger (sehr deutlich herauszuhören bei den Vocals), nicht übertrieben aufgeblasene Sabaton und (älteren) Rage zu vernehmen, auch wenn die Band jederzeit eine eigene Duftnote verbreitet und in manchen Momenten sogar ziemlich speedig daherkommt.
Klar, so ganz das Niveau der alten Teutonen-Götter erreicht man noch nicht, doch hinkt man ihnen nicht mehr all zu weit hinterher. Songs wie "Raging Fire" (KEINE Running Wild-Coverversion) und "Blood For Blood" verbreiten einen typisch hymnischen 'True Metal-Faktor', man könnte es in etwa als Sabaton-Worship mit der Anmerkung, dass das Quartett das Endergebnis besser als die Schweden selbst hin bekommt, verkaufen.
Melodische Mitgröhl-Parts sind demzufolge ebenfalls zuhauf vorhanden, die meisten Songs brennen sich schon nach dem ersten, spätestens zweiten Durchlauf in eure Synapsen ein. Mit dem abschließenden "Lost Melody", ein fast acht Minuten langer Song, wird sogar gekonnt ein kleiner Hauch von Balladen-Stimmung verbreitet, auch wenn der Titel in eher bombastischer Aufmachung endet. Aber ich möchte euch hier nicht unbedingt jeden Song detailliert vorstellen, die beste Lösung ist einfach: Kauft das Album, oder hört eben vorher mal bei MySpace rein, wenn euch die Beschreibung zusagt und erfreut euch an tollem, eingängigem und dennoch niemals zu plattem und überplakativem Traditionsstahl.
Als kleinen Negativ-Aspekt laste ich diesmal allerdings das für diese Musik zu 'neumodische' Frontcover an, das meiner bescheidenen Meinung nach wie ein Screenshot eines megamodernen Playstation-Spiels aussieht. Aber so etwas sollte am Ende ja bekanntlich eher zweit- oder drittrangig sein, wenn die Musik passt! Ich verteile mal fairerweise 7,5 von 10 RockTimes-Uhren! Weiter so!
Line-up:
Thassilo Herbert (vocals, bass)
Timo Rauscher (guitar)
Matthias Bludaur (guitar)
Jan Müller (drums)
Tracklist
01:Welcome
02:My Mashed Insane Brain...
03:Raging Fire
04:Call Of The Heart
05:The Devil
06:Blood For Blood
07:King Without A Crown
08:Time Of Twilight
09:Visions Of Fire
10:Ghosts
11:To Hell And Back
12:Lost Melody
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