El Brujos's Gore-Chestra / Obey
Obey Spielzeit: 15:52
Medium: EP
Label: Cargo Records, 2013
Stil: Horror Punk

Review vom 24.11.2013


Udo Gröbbels
Sport und Musik
Manche Musik kann man ohne Infos genießen. CD rein und einfach nur zuhören. Bei anderen Platten muss man sich einfach vorher etwas informieren, um in den entsprechenden Mikrokosmos der Bands einzusteigen.
"Obey" von El Brujo, (spanisch für: der Hexenmeister) und seinen finsteren musikalischen Gesellen vom Gore-Chestra gehören eindeutig in letztgenannte Kategorie, denn die Band ist unmittelbar mit Wrestling verbunden. Diese in Europa immer noch mit einem gewissen Exotenfaktor behaftete Variante des Catchens ist in den USA bekanntlich sehr populär. Von dort kommt auch die Version 'Rock'n'Roll Wrestling Bash'. El Brujo ist Gründer der deutschen Variante, die sich vom normalen Wrestling durch trashige Darbietungen, obskure Kostüme und vor allem rockigere Live-Musik unterscheidet. Somit bekommt die Musik dann schon mal einen Hintergrund und man weiß ungefähr, was einen erwartet, wenn man die vorliegende EP in den CD-Player schiebt.
Trash aus Prinzip
Schon das völlig banale Covermotiv erinnert an alte B-Movies und miese Horrorfilme mit billigen Effekten. Nach dem Intro fühlt man sich beim Titeltrack sofort an die legendären Misfits, die Erfinder des Horror-Punk, erinnert. Allerdings wird die Qualität von dieser Band mit Klassikern wie "Last Caress", das auch schon von Metallica gecovert wurde, nicht ansatzweise erreicht. "Obey" bietet mit seinen fünf Songs plus Intro nicht gerade viel fürs Geld und nach 15 Minuten ist der punkige Spaß auch schon wieder vorbei. Das Ganze kommt doch arg schrammelig und etwas unbeholfen rüber. Egal, denn als Einheizer für Wrestling-Kämpfe eignet sich diese Musik sicher perfekt.
So muss man abschließend hier auch die Gewichtung der EP etwas anders legen. Danach steht nicht die Melodie oder das Lied im Vordergrund, sondern hier geht es rein um Entertainment und Image. Wenn sich der Gitarrist schon Jesus Fistus nennt, ist eigentlich alles gesagt. Insgesamt also nur etwas für hartgesottene Wrestling-Fans und Leute mit Trash-Chromosom.
Auf Platte also eher zwiespältig, bin ich aber sicher, dass diese Musik live dann ihren Reiz entfalten kann. Wer Lust hat kann die Band im Dezember noch live erleben wenn die 'Rock'n'Roll Wrestling Bash'-Tour wieder durch die Gegend zieht und dann u. a. noch in Köln und Stuttgart Station macht.
Line-up:
El Brujo (vocals)
Jesus Fistus (lead guitar)
Selfdestruction Dave (bass)
Vic Chains (drums)
Tracklist
01:Intro
02:Obey
03:Prisoner Of Love
04:Obsessed
05:Here Come The Zombies
06:Like A Motherfucker
Externe Links: