BANG YOUR HEAD!!!
16. & 17.07.2010, Balingen, Messegelände
Flyer BANG YOUR HEAD!!!
Balingen, Messegelände
16 & 17.07.2010
Stil: Heavy Metal
Fotos: ©Paul Ehrenhardt


Artikel vom 25.07.2010


Marius Gindra
Wie jedes Jahr fand auch 2010 auf dem Balinger Messegelände mit etwa 15.000 feiernden Headbangern eines der größten deutschen Metal-Festivals unter freiem Himmel statt: Das zweitägige BANG YOUR HEAD!!! ging in die 15. Runde, gewidmet unserem am 16. Mai verstorbenen Metal-Gott Ronnie James Dio.
Zudem war das Wetter meistens sehr gut. Bis auf einen kurzen Schauer Samstag mittags konnte man sich über Petrus nicht beklagen. Eine besondere Anekdote dieses Jahr war die Tatsache, dass fast jede der 38 Bands einen Song aus Dios Schaffensphase live präsentierte. Doch nun alles erst mal der Reihe nach:
Donnerstag, 15.07.
In der schwäbischen Kreisstadt Balingen waren wir nach einer Fahrtzeit von etwa 2,5-3 Stunden und einer völlig sinnlosen Polizeikontrolle kurz vor Eintreffen um etwa 14 Uhr erwartungsfroh angekommen. Natürlich kam man wieder auf das relativ weit vom Veranstaltungsgelände entfernte Metalcamp, von wo aus man jedoch die Möglichkeit hatte, mit dem kostenlosen Shuttlebus zum Gelände und wieder zurück zu pendeln (dieses Angebot funktionierte auch immer vorbildlich). Nach einigen verzehrten Bierdosen [Die Jugend ... Wir haben auf Festivals die Dosen heil gelassen und stattdessen den Inhalt getrunken. Der RT-Ältestenrat], dem obligatorischen Zelt aufstellen und einem bisschen Teutonen Metal-Gelärme über den hauseigenen Ghettoblaster, entschieden wir uns spontan, die Warm Up-Show in der sich ebenfalls auf dem Gelände befindlichen Messehalle zu besuchen, welche unter dem Motto »An Evening Of New Wave of British Heavy Metal« firmierte und so für eine leckere echt-metallische Vorspeise sorgte. Nun gut, kommen wir jetzt zum Eigentlichen, den Bands:
Um 20 Uhr startete als Opener des Abends die Alzeyer Coverband Roxxcalibur (welche am Samstag nochmals abzüglich Sänger als Savage Grace auftraten) ihren rund 50-minütigen Set aus eher etwas unbekannteren Songs der NWoBHM; darunter solch geniale Titel wie "The Gates Of Gehenna" (Cloven Hoof), "See You In Hell" (Grim Reaper) und "Emergency" (Girlschool). Dio zu Ehren coverte man "Neon Knights". Die Show war natürlich geil wie immer. Weiter so, Jungs! Keep the spirit alive!
Danach spielte die Kultband Blitzkrieg auf, die mit Songs der Marke "Unholy Trinity", "Blitzkrieg", dem Sabbath-Cover "The Mob Rules" und "Pull The Trigger" (Satan-Cover) für freudige Gesichter unter Kennern des Traditional Metals sorgten.
Fronter Brain Ross präsentierte sich auf der Bühne 'Old School as fuck' und spornte das Publikum zu Höchstleistungen an. Absolut verkannt, diese Band! Nach weiteren 50 Minuten war dann auch bereits wieder Feierabend. Eigentlich schade, denn solch eine Band könnte auch die Spannung über locker 90 Minuten halten.
Weiter ging es mit den etwas melodischer ausgerichteten und samt Keyboarder verstärkten Demon, welche einen guten Querschnitt ihrer Schaffensphase boten, auch wenn das Hauptaugenmerk eindeutig auf ihre ersten zwei Scheiben fiel. Gassenhauer wie "Night Of The Demon", "Don't Break The Circle", "Into The Nightmare" und "Liar" sind nun mal jedem etwas informierten Metalhead ein Begriff. Dieser Auftritt gefiel mir persönlich zwar nicht ganz so gut wie jener auf dem diesjährigen Keep It True, dennoch bot das Sextett eine astreine Show, die nach 70 Minuten mit dem Rainbow-Cover "Starstruck" zu Ende ging.
Um 23:45 Uhr wurde es endlich Zeit für die Headliner: Wieder einmal hatte man die Freude, die scheinbar an jeder Steckdose auftretenden Saxon zu sehen. Nun ja, was soll man nach der fünften Show in zwei Jahren noch groß dazu sagen? War natürlich wie jedes Mal eine einzige Party, Biff Byford ist noch immer die mitunter geilste Frontsau im Metal-Business. Bei der Songauswahl lag die Betonung dieses Mal auf Langeisen zwei bis vier und wer Titel wie die selbstverständlich live zum Besten gegebenen "Wheels Of Steel", "Dallas 1 PM", "747 (Strangers In The Night)" und die abschließende Hymne "Denim & Leather" nicht kennt, braucht diesen Bericht gar nicht erst weiter zu lesen. Einen Song von Dio gab es leider nicht zu hören, dafür wurde ihm die komplette Show, welche um 1:15 Uhr nachts zu Ende ging, gewidmet. Ehre, wem Ehre gebührt!
Ich fragte mich im Shuttlebus zurück auf den Campground nur, ob man nicht bald ein Saxon-Live-Abonnement abschließen kann, hehe.
Fazit: Ein toller Abend mit tollen Bands und einem noch tolleren Motto! Die 30 € waren prima angelegt!
Freitag, 16.07.
Um ca. halb elf morgens betraten wir nach einer kurzen, unbequemen Nacht im miefigen Zelt erneut das Festivalgelände, um in den ersten Tag der Veranstaltung zu starten. Auf der Bühne standen noch die Newcomer The New Black, welche jedoch weniger bzw. gar nicht unseren Geschmack mit ihrem Modern-Bims-Bams-Metal trafen. Deshalb erkundeten wir erst einmal das Gelände.
Um 10:50 Uhr jedoch hieß es für die Kuttenträger wieder: ANTRETEN! Denn die schwedischen Speed Metal-Erben Enforcer bescherten uns einen 40-minütigen Auftritt, der sich wieder einmal gewaschen hatte. Die Band, um den auf der Bühne reichlich hyperaktiven Sänger Olof hämmerte uns zum Frühstück erst einmal Überschallgranaten vom Schlage "Midnight Vice", "Mistress From Hell", "Roll The Dice", "Take Me To Hell" und "Evil Attacker" um die Ohren. Ich kann es nur weiterhin hoffen: Diese Band MUSS einfach groß werden. Mit solchen Horden etwas lebt der Spirit weiter!
Als Nächstes folgten die Landsmänner von Grand Magus. Das Trio wusste auch bei einer Außentemperatur von ca. 32 Grad mit ihrem Sabbath-lastigen Heavy/Doom die bereits Anwesenden zu überzeugen. Dargeboten wurden einige Titel des neuen Albums Hammer Of The North, sowie einige Happen aus älteren Tagen, wie beispielsweise das unverzichtbare "Iron Will". Der kultigste Spruch des Tages kam obendrein von Sänger/Gitarrist JB: »Bei diesem Wetter müsst ihr ganz viel Bier trinken, Wasser ist pures Gift!«. Dabei trank er selbst Wasser, haha. Weshalb jedoch gerade diese Jungs keinen Dio-Titel coverten, erschloss sich mir nicht.
Zehn Minuten später betraten dann die Bay-Area-Thrasher Forbidden die Bretter, welche sicherlich ein feiner Happen für jene Fraktion war, die es etwas brachialer und schneller mochte. Die folgenden 50 Minuten konnte man also mal schön seine Gehirnwindungen herunterfahren und sich wunderbar zum Uptempo-4/4-Takt die Rübe abschütteln. Herrlich, jedoch auch bei dieser Hitze etwas anstrengend. Die meisten Songs stammten von den ersten zwei Scheiben und Titel wie "Step By Step" und "Chalice Of Blood" bereiteten sicherlich jedem Freund der härteren Töne feuchte Träume. Coole Sache: Man coverte gerade den mitunter epischsten Song von Sabbath, "Children Of The Sea", und machte dies obendrein noch richtig gefühlvoll! Gerne wieder!
Die darauffolgenden Sabaton fielen dann einer Esspause in einem angrenzenden Fast-Food-Restaurants zum Opfer. Ehrlichweise muss ich jedoch auch sagen, dass uns dies ganz recht war, sind diese Herrschaften doch arg aufgeblasen in ihrem Sound.
LoudnessDanach hieß es jedoch "Lightning Strikes In Germany": Die wohl beste 80er-Metal-Band Japans rief und alle kamen. Natürlich reden wir hier von den göttlichen Loudness, welche an diesem Freitag ihrem Namen alle Ehre machten. Sie waren die gefühlte lauteste Band des Tages. Aber das ist ja egal, denn Evergreens vom Schlage "Crazy Doctor", "Esper", das etwas poppigere "Let It Go" und das abschließende "Loudness" genießt man wirklich am besten jenseits von 115 Dezibel. Wir waren noch Stunden nach ihrem Auftritt am Schwärmen, wie genial es doch war. Eines der absoluten Festival-Highlights! Nur etwas traurig, dass man nicht das kultige "Like Hell" zockte. Naja, man kann leider nicht alles haben.
Zum bereits zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen kam ich dann wieder in den Genuss, das Kult-Trio Anvil zu begutachten. Leider musste ich feststellen, dass die Band trotz aller Spielfreude und geilen Songs einfach im Vergleich zum Aschaffenburg-Gig doch irgendwie besser in Clubs passt und nicht bei Tageslicht und prallem Sonnenschein auf eine Open Air-Bühne. Trotzdem hatte man logischerweise wieder seinen Spaß, denn Lips war auch diesmal wieder bestens gelaunt.
Jon Oliva's PainNach ihrem Warm Up-Auftritt 2009 holte Veranstalter Horst dieses Jahr Jon Oliva's Pain auf die große Stage. Geboten wurde eine gesunde Mischung aus eigenen Stücken und Savatage-Titeln, besonders hervorzuheben seien hier "Gutter Ballet" und das logischerweise unverzichtbare Abschluss-Liedchen "Hall Of The Mountain King". Leider kam es mir dieses Mal so vor, als ob der stämmige Herr am Klavier etwas Probleme mit der Stimme hatte, einige Schreie klangen doch arg gekrächzt. Von daher nur ein mittelmäßiger Auftritt, jedoch noch annehmbar. Unserem verstorbenen Idol zollte man mit "Rainbow In The Dark" Tribut.
Anschließend durfte man dann erneut Fräulein Pesch alias Doro auf der Bühne begutachten, was wir jedoch nur teilweise taten, da man die blonde Dame in Lederkluft relativ oft live betrachten kann. Das Gesehene war allerdings solide wie immer und zum krönenden Abschluss durfte natürlich auch "All We Are" nicht fehlen. Alles wie gehabt also!
KrokusAuf die Co-Headliner Krokus freute ich mich persönlich am Allermeisten: Die Schweizer Hard Rock-Veteranen, wieder vereint im klassischen Line up kamen, sahen und rockten, als sei es das letzte Mal. Gleich mit dem Opener "Long Stick Goes Boom" fingen die Mähnen aller Rock'n'Roll-Süchtigen an zu fliegen und dies hörte bis zum Ende nach 75 Minuten nicht mehr auf. Der Sound war eine Freude für jeden und passte perfekt zu weiteren Stücken wie "Fire", "Bedside Radio" und "Heatstrokes". Die Stimme von Mark Storace scheint zudem kein bisschen nachgelassen zu haben, noch immer ist sein Organ einfach nur unverkennbar genial! Beim Rausschmeißer "Born To Be Wild" (inkl. eingebautem "Long Live Rock'n'Roll") wurde dann eine riesige Masse an Konfetti in die ersten Reihen geblasen, außerdem gab es wie bei der kompletten Show coole Flammeneffekte.
Eine der drei besten Bands dieser zwei Tage! Rock On!
Direkt nach diesem mächtigen Gig hetzten wir in die Halle (in der an beiden Festivaltagen ab 19 Uhr ein Alternativ-Programm zur Hauptbühne anstand), wo bereits die Dänen-Thrasher Artillery auf der Bühne standen (hier wäre es sicherlich sinnvoller gewesen, die Band ca. 10 Minuten später auf die Bretter steigen zu lassen, damit man nach Krokus in Ruhe zur Halle hätte marschieren können). Nichtsdestotrotz erfreuten wir uns an den Klangkünsten von Stücken wie "By Inheritance", "Terror Squad", "The Almighty" und "Khomaniac" und moshten uns die Seele aus dem Leib. Die Gebrüder Stützer und Konsorten hatten eine große Spiellaune, was man ihnen wie immer direkt anmerkte. Absoluter Kult!
HammerFallAls dann um 22 Uhr ihre Show beendet war, bewegten wir unsere Hinterteile nochmals an die frische Luft, um den Rest der seit bereits 40 Minuten auf der Bühne stehenden Tages-Headliner HammerFall anzuschauen. Klar, diese Band ist und bleibt eine Lachnummer im Old School-Underground, man muss den Herrschaften jedoch ernsthaft bescheinigen, dass sie musikalisch wirklich etwas auf dem Kasten haben. Gepost wurde bei dem Auftritt wie wild, die gefühlt alle zwanzig Sekunden aufknallenden Pyro-Effekte wirkten dann doch etwas überladen. Bei Titeln wie "Riders On The Storm" und dem abschließenden "Hearts On Fire" erwischte ich mich jedoch noch beim Mitgröhlen. Na sowas, Schande über mich!
Wer danach (es war bereits 23 Uhr) noch Bock auf Live-Konzerte hatte, konnte sich die Melodic-Deather Dark Tranquillity anschauen, wir verzogen uns jedoch pappsatt gesehen zurück aufs Camp, um den Abend mit ein paar Bier ausklingen zu lassen.
Samstag, 17.07.
Nach einer kalten Ravioli-Büchse machten wir uns um etwa 9:45 Uhr mit dem Shuttle-Bus auf den Weg zum Festivalgelände, wo wir um kurz vor 10 Uhr eintrafen. Die erste Band des Tages, Toxin, hielt ich fälschlicherweise erst für die deutschen Thrasher, gemeint war jedoch eine neu aufkeimende US-Hard Rock-Band. Die Musik an sich ging durchaus klar, doch weshalb sie bereits nach ca. 25 Minuten die Bühne verließen, obwohl ihnen 40 Minuten Spielzeit zustanden, blieb mir schleierhaft.
Danach trumpften wieder einmal die reformierten Savage Grace auf, welche diesmal mit einer Spielzeit von 40 Minuten nicht ganz so gut zur Geltung kamen, da sie für meinen Geschmack viel zu früh auf die Bretter mussten. Trotzdem erfreute man sich natürlich ein weiteres Mal über Speed Metal-Klassiker der Marke "Bound To Be Free" und "Master Of Disguise". Dio wurde nicht gecovert, ihm wurde jedoch Judas Priests "Exciter" gewidmet (Nachträglich hörte ich in einem einschlägigen Forum, man wollte eigentlich "Neon Knights" covern, dies wurde jedoch untersagt, da sich die später am Abend auftretenden Queensrÿche diesen Titel bereits unter den Nagel gerissen hatten. Assig, Mr. Tate und Gefolge)!
BulletViertel vor 12: Eine gute Zeit, um sich ein wenig die Lauscherlappen von den schwedischen Retro-Metallern Bullet massieren zu lassen. Geboten wurde eine gelungener Cocktail aus den beiden Alben
Heading For The Top (2006) und "Bite The Bullet" (2008). Das Quartett rockte und rollte sich die Seele aus dem Leib. Frontmann Hell Hofer und seine Kumpanen konnten somit als erstes richtiges Tages-Highlight gewertet werden. Hammer-Auftritt! Unserem Allmächtigen im Himmel zu Ehren spielte man "Stand Up And Shout".
Als nächstes war die schwäbische True Metal-Institution Sacred Steel am Start. Obwohl es während des Auftritts erst einmal ordentlich zu pissen anfing und sich die Reihen etwas lichteten (Haha, Pooooooooser!!!! Anm. d. Verf.), ließen sich etwa 1000-1500 Unentwegte nicht davon beirren und feierten 'Pure steel' à la "Metal Is War", "Maniacs Of Speed" und "Wargods Of Metal" inbrünstig ab. Auch die unterhaltsamen Ansagen von Gerrit sorgten für Sympathiebonus. Hier wurde "Kill The King" zum Besten gegeben.
Als alter KIT-Lunatic wurde die nächste Band auf dem Billing für mich selbstverständlich zum Pflichtprogramm: Da die Techno-Thrasher von Hades dieses Jahr ihren Auftritt dort absagen mussten, freute ich mich um so mehr, sie doch noch auf dem BYH!!! zu sehen. Stücke wie "I Too Eye", "Rebel Without A Brain" und "Opinionate!" kamen sehr gut rüber, Fronter Alan Teccio präsentierte sich diesmal jedoch nicht ganz so abgedreht wie beim Auftritt mit Watchtower beim diesjährigen KIT. Das obligatorische Cover war bei ihnen "Voodoo" (Sabbath). Fein fein!
Weiter ging es mit melodischem Hard Rock von Treat, welcher zwar handwerklich gut dargeboten wurde, jedoch nicht ganz meine Baustelle war. Daher möchte ich auch nicht ins Detail gehen, zumal ich nach etwa einem Drittel ein amtliches Mittagessen bevorzugte.
Kaffeekränzchen mit Fates Warning stand dieses Jahr am zweiten Festivaltag auf dem Programm. Die US-Prog/Power-Legende erbarmte sich, das BYH!!! zu bespielen und kam beim Publikum trotz immer noch vorherrschenden Regens gut an. Da die Band ja kürzlich im "Parallels"-Line up reformiert wurde, bot man natürlich größtenteils Songs von besagter Scheibe und dem Vorgänger "Perfect Symmetry". Spaß hat es auf alle Fälle gemacht, ich oute mich dennoch hier offen als John Arch-Fanboy und möchte endlich mal wieder unsterbliche Klänge wie beispielsweise "The Apparition" und "Valley Of The Dolls" serviert bekommen. Dann wäre wirklich ALLES perfekt!
Danach kamen die für meinen Geschmack etwas deplatzierten The Quireboys. Der Keyboard-lastige Rock klingt einfach viel zu lasch, um den typischen BYH!!!-Besucher zu begeistern. Trotzdem machten die Herrschaften ihren Job gut und zollten Ronnie mit "Starstruck" gekonnt Tribut.
QueensrÿcheGefolgt wurde das Billing von Nevermore, welche diesmal richtig mies abschnitten (Warrel Dane hatte Stimmprobleme), zudem eh noch nie mein Fall waren und mich trotz alledem weiterhin hoffen lassen, dass die Reunion der Vorgängerband Sanctuary besser verläuft.
Zwanzig Minuten Umbaupause später begann der mit Spannung erwartete Queensrÿche-Autritt. Um es gleich vorweg zu sagen: sie enttäuschten mich auf voller Linie! Okay, Geoff Tate rennt nun mit Glatze durch die Weltgeschichte (was ja grundlegend alles nur halb so wild ist), aber das eigentliche Problem war die grausame Songauswahl. 'Best Of-Show', das ich nicht lache! Gleich die ersten vier Titel stammten von aktuelleren Veröffentlichungen. Die Fans möchten Klassiker hören, meine Herrschaften! Die einzigen Gassenhauer kamen von Operation: Mindcrime ("Breaking The Silence", "I Don't Believe In Love") und "Empire" (Titeltrack, "Jet City Woman", "The Thin Line" und "Silent Lucidity"). Gecovert hatte man "Neon Knights". Nee, also da war die Headliner-Show 2008 um Lichtjahre besser!
Twisted SisterDoch dann kam der Headliner und machte die lahme Show zuvor sofort vergessen: Twisted fuckin' Sister betraten mit "Come Out And Play" die Bühne und starteten einen 100-minütigen Set, der wirklich NUR aus erstklassigen Songs bestand. Mir fehlen immer noch die Worte. Dee Snider enterte zudem geschminkt und mit auftoupierten Haaren die Bühne und lieferte eine Show ab, als sei die Zeit im Jahre 1985 stehen geblieben. Mensch, war das einfach nur noch GEIL GEIL GEIL!!!!! Es reihte sich Knaller an Knaller ("The Kids Are Back", "Stay Hungry", "We're Not Gonna Take It", "The Price" "I Wanna Rock", "Long Live Rock n' Roll", "Under The Blade", "S.M.F."), die Stimmung war am Überkochen. Ich glaube, das war eine der besten Shows, die ich in meinem Leben besuchen durfte. Und wer nach dieser Show noch meinte, Rock'n'Roll sei Tod: FUCK YOU! Hell Yeah, Sister fuckin' rules!!!
DestructionNach diesem musikalischen Overkill wollten wir den gelungenen Abend noch mit der deutschen Thrash-Legende Destruction in der Halle ausklingen lassen. Schmier hatte offenbar gute Laune und servierte uns einen gelungenen Mix aus alten und neuen Stücken. Wir schüttelten nochmals ordentlich unsere bappischen Mähnen zu Krachern wie "Curse The Gods", "Tormentor", "Total Desaster" und "Mad Butcher" bevor wir um 0:30 nach Show-Ende ein letztes Mal den Shuttle-Bus zurück aufs Camp nahmen und den 15. Durchlauf des Festivals auch wieder hinter uns hatten.
Kurz gesagt, erlebten wir wieder drei Tage ein denkwürdiges Abenteuer, auch einzelne kleinere Kritikpunkte wie z. B. das etwas überteuerte Bier auf dem Festivalgelände (0,4 Liter Fürstenberg Pils: 3,40 €) oder das zu weit vom Festivalgelände entfernte Metalcamp nahmen uns nicht den Spaß. Nächstes Jahr sind wir 100%-ig wieder am Start, wenn es dann zum 16. Mal heißt: »BANG YOUR HEAD« !!! Ein Termin steht auch schon fest: 15. & 16.07.2011.
Abschließend gilt meinerseits einen herzlichen Dank an Birgit Bräckle für die Festival-Akkreditierung und meinem Kumpel Paul Ehrenhardt für die tollen Fotos.
Setlist Twisted Sister:
01:Come Out And Play
02:The Kids Are Back
03:Stay Hungry
04:Captain Howdy
05:Shoot 'Em Down
06:You Can't Stop Rock 'n' Roll
07:The Fire Still Burns
08:I Am (I'm Me)
09:We're Not Gonna Take It
10:The Price
11:I Believe In Rock 'n' Roll
12:Burn In Hell
13:I Wanna Rock
Zugaben:
14:Under The Blade
15:Long Live Rock n'Roll
16:S.M.F.
Setlist Krokus:
01:Long Stick Goes Boom
02:American Woman
03:Rock'n'Roll Handshake
04:Tokyo Nights
05:Fire
06:Burning Bones
07:Screaming In The Night
08:Easy Rocker
09:Bedside Radio
10:Heatstrokes
Zugaben:
11:Hoodoo Woman
12:Born To Be Wild (inkl. Long Live Rock 'n' Roll)
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