Freedom & Pain / Same
Freedom & Pain Spielzeit: 53:50
Medium: CD
Label: 7 Hard, 2014
Stil: Rock

Review vom 02.12.2014


Holger Ott
Nachdem sie, wie sie selbst behaupten, nach einem Jahr aus ihrem Proberaum freigelassen wurden, stehen sie mit geballter Kraft, einem neuen Namen und zehn hammerharten Songs bereit, um dem heiß umkämpften Musikmarkt frischen Wind einzublasen. Freedom & Pain nennen sie sich nun, nachdem einige Besetzungswechsel seit ihrer Gründung 2005 dafür gesorgt haben, dass erst jetzt, nach vielen Jahren und einigen erfolglosen Versuchen, der perfekte Stil für das Quartett erreicht worden ist.
Solider Hard Rock ist zwar keine revolutionierende Neuerung, aber die Band bietet ein gutes Konzept als Grundlage, um sich im Business positionieren zu können. Ihre Musik ist komplette Handarbeit, ohne elektronische Verfeinerungen oder sonstige Schnörkel - so, wie es der Liebhaber gepflegter Riffs mag. Auf Keyboardeinlagen wird ebenso verzichtet wie auf Hintergrundeinspielungen, bei denen sich das Publikum immer fragt, ob da noch jemand hinter der Bühne steht.
Mit einem beeindruckenden Intro wird das gleichnamige Debütalbum eröffnet und leitet bereits zu Beginn ein musikalisches Highlight ein. Treibend fette Grooves, melodiöse Gitarren und ein kräftiger Gesang sorgen dafür, dass bei mir Bilder im Kopf entstehen und ich mir bildlich vorstellen kann: "Where Eagles Fly". Über sieben Minuten Hochgenuss und ich bin gespannt, was mich als Nächstes erwartet.
Freedom & Pain legt einen Zahn zu. "Where Have You Gone" zieht erst einmal ordentlich nach vorne, bevor es mit "Soul Corrosion" erneut treibend wird. Wummernde Bässe und Drums sowie filigrane Gitarrenarbeit bestimmen die Songs, die sich, trotz der sehr guten Einleitung zur CD, dennoch ständig steigern.
Das, für eine Newcomerband, hervorragend gemachte Cover, deutet mit seinem dunklen Erscheinungsbild an, dass es auch etwas mystischer werden könnte und diese Vermutung wird nach der Hälfte des Albums erfüllt. "Night Of The Seven Moons" wandelt auf dunklen Pfaden und bietet mir den nächsten Höhepunkt, der nahtlos in "Barrier" übergeht und thematisch wie musikalisch anknüpft. Die Band zeigt somit eine Facette, die sehr vielversprechend ist und sie deutlich von den Haudrauf Hard Rock-Bands abhebt. Hier zeigt sich, dass die lange Vorbereitungszeit, in Verbindung mit den neuen Musikern, der richtige Weg gewesen ist. Jeder Track ist bis ins Kleinste durchdacht und perfekt gespielt. Kurz vor Ende der Scheibe bin ich immer noch von der Musik gepackt und konnte bislang keine Schwächen feststellen. Lediglich "Derelict" kommt mir etwas gitarrenlastig vor, aber für Freunde der Sechssaiter ist dieser Song garantiert ein Hochgenuss. Meine Gesichtsmuskeln verziehen sich erneut beim letzten Werk zu einem breiten Grinsen. Freedom & Pain schaffen es doch tatsächlich noch, beim abschließenden "Ravine" einen draufzulegen. Noch ein monumentales Epos offenbart sich mir, mit vielen Tempowechseln, geschmeidigen Gitarrensounds und Passagen, die sich bis in den progressiven Rock bewegen. Ich bin begeistert und mehr als zufrieden.
Gut gemacht, ihr Jungs aus Süddeutschland und weiter so auf diesem Weg. Im kommenden Jahr sind die ersten Live-Gigs geplant und auch hier zeigt sich die alte Weisheit, dass in der Ruhe die Kraft liegt. Sind wir also gespannt, wie die Band ihre Musik auf die Bühne bringt. Eine Empfehlung sind sie auf jeden Fall.
Line-up:
Jürgen 'Jo' Schnirch (vocals)
Raimund 'Ray' Zellhuber (guitar)
Daniel 'Dani' Hassold (bass)
Joachim 'Schorsch' Abele (drums)
Tracklist
01:Where Eagles Fly
02:Where Have You Gone
03:Soul Corrosion
04:Horizon
05:Salvation
06:Dark Fields
07:Night Of The Seven Moons
08:Barrier
09:Derelict
10:Ravine
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