David Gogo / Vibe
Vibe Spielzeit: 42:58
Medium: CD
Label: Dixiefrog Records, 2008
Stil: Blues Rock

Review vom 25.01.2008


Joachim 'Joe' Brookes
David Gogo ist ein toller Gitarrist und Sänger, dem man seine Qualitäten bereits durch mehrere Preise bestätigte.
Mit seinem Instrument konnte er bestimmt besser umgehen, als mit Förmchen im Sandkasten, denn mit vier Jahren bekam er eine Ukulele und ein Jahr später eine Gitarre.
Auf seinen bisherigen Alben hat Gogo reichlich und gut zitiert.
Die ausgesuchten Fremdinterpretationen gehen von Muddy Waters, Howlin' Wolf,
Paul Butterfield über James Brown bis hin zu Stevie Wonder und Depeche Mode.
Hinter allen Songs des "Vibe"-Albums findet sich jetzt sein Name. Nur bei vier Stücken taucht ein zusätzlicher Künstler auf.
David Gogo liefert also sozusagen sein erstes eigenes Album ab.
Und was ist neu oder anderes, als bei den vorherigen Platten?
Zunächst einmal bleibt festzustellen, dass "Vibe" schon einige Jahre auf dem Buckel hat.
2004 ist das Erscheinungsjahr, so auch auf seiner Homepage zu lesen. Die Songs und Gäste der 2008er-Ausgabe sind identisch, lediglich die Abfolge der Nummern ist anders.
Ordnet man seine 'aktuelle' CD nun in die Zeitleiste seiner Studioveröffentlichungen ein, ist eine musikalische Entwicklung vom Blues Rock ("Half Way To Memphis", 2000) über ein insgesamt sanfteres "Skeleton Key" (2002) hin zu einer gelungenen Mixtur auf "Vibe" festzustellen.
So bildet "She's Alright" einen gelungen groovenden Opener und ein Jeff Healey, noch nicht vom Jazz übermannt, spielt eine vorzügliche Lead-Gitarre. Der Track geht ohne Ecken und Kanten geschmeidig ins Ohr und es zeigt sich, dass Gogos Begleitband, die bereits "Skeleton Key", mit Ausnahme des Bassisten, eingespielt hat, weiß, worauf der Protagonist Wert legt.
In bester Stones-Manier kommt "Love In The City" rüber, das Gogo zusammen mit
Blackie And The Rodeo Kings' Tom Wilson singt. Feines Brendan Hedley-Honky-Piano ergänzt das Hörvergnügen und wenn Gogo über die Saiten slidet, wird dieser Track zum Genuss.
Den Blues-rockenden Kanadier erleben wir in "Hit Me From Above" und eine Stimme hat der in Nanaimo (British Columbia) lebende Musikerů . War Hedley an den schwarzen und weißen Tasten vorher songdienlich unterwegs, haut er jetzt ein tolles Solo raus. Rock on, David!
Ruhiger geht es mit "Something Ain't Right" weiter. Herrliche Backing Vocals (Tina Jones, Jona Kristinsson) hört man und nach hinten raus gibt die Gebläse-Abteilung mächtig den Ton an. Gogos Gitarren-Solo ist herzzerreißend und bürgt für die Qualität des Gitarristen.
"Hey Juanita" ist Gute Laune-Mucke, radiotauglich und überhaupt nicht my cup of tea.
Geschmackssache halt. Vielleicht gibt es ja Hörer, denen der Track gefällt.
Da ist der Slow-Blueser "I'd Do Anything" schon aus ganz anderem Holz geschnitzt.
Gogo serviert abermals ein herrliches Solo und dieses Mal sind die Bläsersätze auf sanft gestimmt. Wunderbar und Anspieltipp!
Mit "Why Don't You Show Me" geht er zurück und packt den Blues an seinen Wurzeln. Ein 12-Takter mit Wah Wah-Gitarre und zum Abfeiern.
Riffen kann der Gogo auch! "Love In The City" war bereits ein Beispiel dafür und mit "Cry Harder" schickt er einen weiteren Song mit Qualitätssiegel in die Hörpipeline. Beim Ottawa Bluesfest hat er seinerzeit als Support für ZZ Top gespielt. Anleihen beim bärtigen Trio sind in "Cry Harder" wohl beabsichtigt.
"300 Pound Shoes", abermals ein Slow-Song mit viel Atmosphäre und Slide-Gitarre in Zeitlupe, ist ein weiterer Hinhörer. Großes Tennis, wie es so schön heißt!
Mit "Silk And Stone" shuffeln sich David Gogo und Verstärkung durch fast vier Minuten. Nach zwei effektvollen Soli hat er auch hier überzeugt.
"Vibe" ist eine Gogo-CD, die mich anfangs etwas irritiert hat, denn meine Erwartungshaltung, nach "Half Way To Memphis" und "Skeleton Key", war anders. Mit jedem Durchgang wurde das Album mehr und mehr poliert und jetzt glänzt es mit 8 von 10 RockTimes-Uhren versehen.
David Gogo wird im Januar und Februar 2008 mit Wishbone Ash unterwegs sein.
Line-up:
David Gogo (guitar, vocals)
Billy Hicks (drums, percussion)
Brendan Hedley (keyboards)
Jay Stevens (bass)
Guests:
Jeff Healey (guitar)
Tom Wilson (vocals)
Tina Jones (trumpet, vocals)
Pierre Komen (saxophone)
Jona Kristinsson (vocals)
Gerry Barnum (harmonica)
Lloyd Christmas (bass)
Tracklist
01:She's Alright (3:59)
02:300 Pound Shoes (4:45)
03:Silk And Stone (3:44)
04:Cry Harder (4:16)
05:I'd Do Anything (5:30)
06:Hey Juanita (4:10)
07:Love In The City (3:18)
08:Hit Me From Above (4:40)
09:Something Ain't Right (4:31)
10:Why Don't You Show Me (4:05)
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