God Speed You / 9 Songs
9 Songs Spielzeit: 48:42
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2011
Stil: Rock

Review vom 15.05.2012


Jochen v. Arnim
Das fängt ja prima an, steht da doch auf dem Promo-Sheet »[] allerdings hat die Band einen neuen Namen«: Should Have Known. Also vergessen wir God Speed You, zumindest im Bezug auf den Phänotypus. Innen selbst hat sich nämlich nichts an der Besetzung geändert. Warum man jedoch mitten in der Promotion einer CD den Bandnamen ändern muss, erschließt sich mir nicht so richtig. Das Quartett aus dem schönen Örtchen Osterburken in Baden-Württemberg wird sich schon etwas dabei gedacht haben, vielleicht war ja die Ähnlichkeit zur Namensgebung mit den kanadischen Postrockern Godspeed You! Black Emperor zu deutlich.
Ebenso hat man sich sicherlich etwas bei dem überraschenden Opener des schlicht "9 Songs" betitelten Debütalbums gedacht, fängt er doch mit an die Einschlafmusik einer Spieluhr erinnernden Tönen an, nur um ganz unvermittelt mit einem satten Riff aus den Büschen zu kommen. Diese Rifflastigkeit zieht sich weiter durch, ab und zu einmal unterbrochen von kleinen Breaks oder einem Bass, der mich an die 'Herzschläge' bei Alan Parsons Project denken lässt (wer "Tales Of Mystery And Imagination" kennt, weiß Bescheid). Auch bei den folgenden Songs fließen die Melodien zäh aus den Speakern, bieten uns eine Mischung aus Hard Rock, Alternative, Hardcore, Independent, Metal und weiteren synthesizerunterlegten Subgenres der vorgenannten Stilrichtungen.
Alles etwas schräg und rotzig (nicht hingerotzt!) und gern mal voll auf die Zwölf. Zwischen den harten Läufen, wie z. B. bei "May The Devil" (Anspieltipp) gibt es immer wieder auch ruhigere Passagen, von Gesang und Melodie gekennzeichnet, oder die feinen Soli auf der Stromgitarre. Ganz im Kontrast dazu kommt das direkt darauf folgende "Timebomb", fast sphärisch anmutender Gesang, von leicht verzerrtem Gitarrenspiel getragen. Nach rund zweieinhalb Minuten gesellen sich dann noch leicht orientalisch anmutende Saitenklänge dazu, erinnern ganz kurz ein wenig an Alex Wiska und seine Oriental Experience. Clever gemachter Song (zweiter Tipp).
Nicht jeder Track auf diesem Silberling packt mich so, wie es "Timebomb" und "May The Devil" tun, aber das Potential in allen Stücken ist unüberhörbar gut. God Speed You haben nach ihrer Umbenennung in Should Have Known angekündigt, in diesem Jahr pro Monat je eine Single auf den Markt zu werfen. Basierend auf dem hier vorliegenden Album denke ich, es lohnt sich durchaus, der Facebook-Seite einmal einen Besuch abzustatten und das weitere Schaffen Clip für Clip abzurufen. Ob ein Album unter neuem Namen im Rohr ist, entzieht sich meiner Kenntnis, wird aber sicherlich ebenfalls auf der Band-Plattform zu vernehmen sein.
Line-up:
Steffen Gold (vocals, bass, keyboard)
Thorsten Gehrig (guitar)
René Gold (guitar, vocals)
Andreas Keller (drums)
Tracklist
01:Godsong
02:Jealous Thoughts
03:Our Own
04:Down My Face
05:Fearmaker
06:Bitchfuck
07:May The Devil
08:Timebomb
09:In My Arms Again
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