Groove & Snoop Blues Band / Who's Fooling Who?
Whos Fooling Who Spielzeit: 46:50
Medium: CD
Label: Dog And Bone Records, 2010
Stil: Blues

Review vom 10.09.2010


Joachim 'Joe' Brookes
Unter dem Namen Groove & Snoop Quartett hatte RockTimes schon einmal das Vergnügen, deren Blues live zu hören. Mittlerweile ist aus dem 'Quartett' eine Blues Band (oder wie auf der Bookletrückseite steht: Bluesband) geworden. Na ja, die seit 1993 existente Gruppe spielt auch als Quintett auf. Seit der Gründung kann man auf einige Plattenproduktionen zurückblicken. Unter anderem ist man auch auf diversen Samplern vertreten.
Bei "Who's Fooling Who?" hat die Band eine ausgewogene Mitte zwischen eigenen Kompositionen und Coversongs gefunden. Dabei ist es erfreulich, dass sich Groove & Snoop auch einen Song von John Mayall ausgesucht hat.
Der Titelsong stammt allerdings aus der Feder des Groovemasters am Keyboard Ralf Weber. 'Who's fooling who?' ... das frage ich mich auch manchmal. Aber das nur am Rande. Am Beginn steht eine richtig gute Vokaleinleitung von Weber, die vom Snoopmaster Werner Volkner an der Harp fein unterlegt wird. Klasse Eröffnung! Dann bringen der Bassist Till Brandt sowie Bernd Oppel am Schlagzeug den Groove so richtig schön in Gang. Tja, wenn schon ein Oppel in Bochum Musik macht, dann kommt der Ruhrpott ins Beben. Von wegen Currywurst ... hier ist blitzsauberer Blues mit Sonderausstattung angesagt. Die Gitarrenlicks passen wie eine zweite Haut zu den Spielereien des Keyboards und der Harp. Das E-Gitarrensolo sorgt mit wenigen gut gesetzten Effekten für Überraschung.
Weber hat eine klasse Stimme, die er jeder Situation anpassen kann. Im selbst geschriebenen Eröffungsquartett von Songs lotet die Combo den Blues mit seinen Verzweigungen sehr gut aus und liefert mit "Would You Like It" ein vom Funk geprägtes Stück, das die Fußwippe sehr gut in Bewegung versetzt. Für Groove wird schon im Opener gesorgt. "Minnie The Man" bringt die Blues-Maserungen eines Shuffles toll zum Vorschein. Die Nummer ist ein Prachtexemplar an Song, in dem Harp-Volkner seine Spielwiese findet. Ui! Schon wieder ein toller Groove, allerdings anders arrangiert als vorher. "Sleepless Guy" ist sehr kompakt und empfehlenswert ist, besonders auf die feine Keyboardbegleitung zu achten. Gitarrist Klaus Kahnert ist für das passende Solo zuständig. Am Chorgesang findet der Hörer ausgesprochen viel Gefallen und der Gitarrist ist mit einem klasse Slidesolo zur Stelle. Hey, diese ersten vier Songs stehen unter verschiedenen Vorzeichen und machen richtig Laune.
Den bekannt harten Chicago-Blueser "Hoochie Choochie Man" legt die Band in einer richtig schön luftigen Interpretation mit honky Piano vor. Abermals darf man sich an Volkners Harpklängen erfreuen. Nachdem sich in "Too Many Drivers", mit einem Keyboardsolo zum Zunge schnalzen, die rockige Variante der Band zeigt, ist als neuntes Stück das ebenfalls sehr bekannte "Don't Let Me Be Misunderstood" dran. Das hat Feeling! Die Groove & Snoop Blues Band-Version hinterlässt deutliche Fußabdrücke in dem breiten, ausgetretenen Pfad der Vorlage. Irgendwie kommt man um diese Version nicht herum, auch wenn hier der Refrain deutlich erkennbar bleibt. Aber was sich dazwischen abspielt, ist bemerkenswert. Oh, dieser Volkner! Welch ein Harpsound!
Nicht anders ist es mit Dr. Johns "Right Place, Wrong Time". Da hat die Band schon ganz geschickte Finger, wenn man hört, was aus dieser Nummer geworden ist. Eine Schönheitsoperation ist da ein Klacks. Dennoch hinterlässt diese Ausgabe Spuren. Nach "Old Man Blues", einem richtig fröhlichen 12-Takter mit Spaßfaktor und Gast Volker Wendland am Sechssaiter war ich schon richtig gespannt auf Sonny Landreths "Conga Square". Was soll ich schreiben? Auch hier gelingt es der Gruppe, eine tolle Interpretation daraus zu machen. Oh Mann, da kommt der Gitarrist doch glatt ohne Bottleneck aus und wieder ist es Volkner mit seiner Harp, der über die gesamte Spielzeit eine Prägung nach der anderen macht. Okay, in einem Atemzug darf das E-Gitarrensolo gelobt werden. Dieser Track ist ein letztes Highlight. Andere hatte es schon vorher und unter dem Strich ist "Who's Fooling Who" eine sehr gelungene Mischung aus eigenen Songs und Fremdkompositionen, denen Groove & Snoop Blues Band ihren ureigenen Stempel verpassen. Die Produktion von Dirk Baldringer und Ralf Weber setzt die zwölf Songs ins adäquate Licht.
Weitersagen: Dieser Blues aus dem Ruhrpott ist super. Groove on!
Line-up:
Ralf 'Groove' Weber (Gesang, Piano, Orgel)
Werner 'Snoop' Volkner (Mundharmonika, Gesang)
Klaus Kahnert (Gitarre, Gesang)
Till Brandt (Bass, Gesang)
Bernd Oppel (Schlagzeug, Perkussion, Gesang)

Mit:
Volker Wendland (Gitarre - #11)
Tracklist
01:Would You Like It (3:48)
02:Minnie The Man (3:38)
03:Sleepless Guy (3:13)
04:Tell Me True (2:41)
05:Hoochie Coochie Man (3:34)
06:Gimme One More Day (4:25)
07:Too Many Drivers (3:44)
08:Who's Fooling Who? (4:08)
09:Don't Let Me Be Misunderstood (3:42)
10:Right Place, Wrong Time (4:24)
11:Old Man Blues (2:52)
12:Congo Square (6:13)
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