Andi Hoffmann & B-Goes
12.03.2007, Töpen, Gasthaus Isaar
Support: The Guitar Beat
Töpen, Gasthaus Isaar Andi Hoffmann & B-Goes
Support: The Guitar Beat
Töpen, Gasthaus Isaar
12. März 2007
Konzertbericht
Stil: Roots Rock, Zydeco


Artikel vom 17.03.2007


Norbert Neugebauer
Lokaltermin: Montagabend, 20:30 Uhr, Gasthaus Isaar, wo der Folkclub sonst sein Domizil hat.
Guitar BeatDiesmal war allerdings Michael 'Shrieve' Weiß mit seiner Band The Guitar Beat der Gastgeber, die auch das Vorprogramm bestritt und am 21.04.2007 an gleicher Stelle ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum feiert. Eingeladen war - from New Orleans, Louisiana - Andi Hoffmann & B-Goes, derzeit auf Ochsentour durch die Schweiz und Deutschland, um dann nur zwei Tage später wieder in der Heimat aufzutreten. Ihr letztes Studioalbum Living In The Big Wide World habe ich erst kürzlich unseren Lesern vorgestellt.
Robert MacheThe Guitar Beat waren mit ihren Americana-orientierten Songs, wie schon zuletzt bei Peter Ratzenbeck, die richtigen Anheizer im erfreulich vollen Saal und kamen auch nicht ohne Zugabe von der Bühne. Wie gut das Verhältnis mit den schweizer/amerikanischen Kollegen der Hauptband war, zeigte sich erstmals bei Tom Pettys "Wildflowers", als Robert Mache von den B-Goes mit seiner Mandoline einstieg. Als Übergang spielten die Lokalmatadoren dann Andi Hoffmanns Ohrwurm "Riding Down To New Orleans".
B-GoesOhne Aufwärmphase produzierte der mit seiner Truppe sofort einen dermaßen swingenden und gleichzeitig locker-angeturnten Groove, dass ich mich spontan in eine hochgradige Kiffer-Party versetzt fühlte. Allerdings war das rein akustischer Dope, als einzige Droge im alten Wirtshaussaal gab es, wie es sich gehört, ein dunkles Krug-Bräu aus Breitenlesau (übrigens wird da auch nicht geraucht, ohne dass jemand was abgeht). Bereits nach den ersten Songs mit diesen 'positive vibrations' grinste das gesamte Publikum von einem Ohr zum anderen. Die Stimmung steigerte sich jedoch noch weiter, zumal die Kommunikation in englisch und nicht in dem völlig unverständlichen Schwytzerdütsch (der Andi stammt aus Bern, wo die Langsamkeit erfunden wurde ) ablief.
Thomas McDonaldAbsoluter Spaßmacher auf der Bühne war Basser Thomas McDonald, der die Musikfans u.a. mit einem ausgeflippten Maultrommelsolo und von Grimassen begleiteten Scatgesang umhaute. Als der Bandchef von der Gitarre dann zu seinem kleinen, feuerroten Cajun-Akkordeon wechselte, war Zydeco-Time! Der Groove kam nun richtig heavy und rollte von der Bühne durch den Saal. Unmöglich, dabei ruhig sitzen zu bleiben. "Riding Down To New Orleans" bot erneut Raum für Soli, und nun legte Thomas auf seinem Bass erst richtig los.
Shrieve und B-GoesKlar, dass der Veranstalter 'Shrieve' bei dem Song dann auch ans Mikro geholt wurde. Mit einer wohldosierten Pause, in der der Verkaufs-CD-Stapel ziemlich schnell abnahm, spielten die B-Goes bis Mitternacht und wurden schon vor den beiden Zugaben mit 'standing ovations' gefeiert. Und dann gab's nochmal Kollektiv-Groove mit "I Liebe Di Für Immer", wobei die Amis den Refrain in Schwytzerdütsch perfekt hinbekamen.
B-GoesNach den beiden letzten Alben, darunter der Mitschnitt von der vorjährigen Tour, hatte ich eher ein sehr entspanntes Konzert erwartet, auch wenn die Band aus dem feuchtfröhlichen 'New Orleans, Louisiana' stammt. Dass in Isaar der Teufel los sein würde, damit hätte ich nicht gerechnet! Die Mischung aus Roots-Rock und Zydeco, aufgemischt mit viel karibischem Feeling, riss das Publikum und auch mich mit. Eine starke, positive Musik und viel Spaß obendrein. Auf den Tonträgern wird dagegen auf vergleichsweise kleiner Flamme geköchelt. Die B-Goes harmonierten bestens, eine klasse Truppe von Könnern, die zusammen mit ihrem Leader den absoluten Gute-Laune-Sound ablieferten.
Boyanna TrayanovaSo hat sich der Abend wohl für alle gelohnt. Die Band konnte sich zwischen den Auftritten in Winterthur und Berlin über ein begeistertes fränkisches Publikum freuen, das auch längere Anfahrten an diesem Montag in Kauf genommen hatte und dessen Erwartungen sicher übertroffen wurden. Auch der Veranstalter brauchte für seinen Enthusiasmus bestimmt keine Privatinsolvenz anmelden.
Am Rande gab's für mich ein unerwartetes Wiedersehen. Die neue Drummerin der B-Goes, Boyanna Trayanova, hatte ich mit ihrer damaligen Band Montreal beim Mardi Gras 2005 in meinem Lieblingsclub Banks Street Bar & Grill in New Orleans erlebt. Und trotz der damals reichlich konsumierten 'Abita Amber' war mir das kleine drahtige Energiebündel, das jetzt u.a. für Andi Hoffmann trommelt, gut in Erinnerung geblieben. Boyanna gehört übrigens zu den Leidtragenden des Hurricans Katrina, sie hatte ihre ganze Habe verloren. Dank eines staatlichen Hilfsprogramms verfügt sie nun wieder über ein eigenes kleines Haus. Welche besonderen bürokratischen Voraussetzungen dafür zu erfüllen waren, das schildert sie anschaulich auf der Bandpage.
Töpen, Andi Hoffmann and B Goes

B-Goes   B-Goes   B-Goes
Line-up:
Andi Hoffmann (vocals, guitar, accordion)
Thomas McDonald (bass, vocals, jew's harp)
Elisabeth Gill (vocals, percussion, flute)
Robert Mache (guitars, mandolin)
Boyanna Trayanova (drums)
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