Horsehead / Welcome To Horsehead
Welcome To Horsehead Spielzeit: 55:47
Medium: CD
Label: Emerald City Sounds, 2009
Stil: Country, Rock, Soul

Review vom 07.01.2009


Mike Kempf
Horsehead aus Richmond, Virgina, haben im Herbst 2008 mit "Welcome To Horsehead" ein Scheibchen auf dem deutschen Plattenmarkt veröffentlicht. Die recherchierten Hörproben weckten mein Interesse und so flatterte vor kurzem die CD auf meinen Schreibtisch.
Mit "Heartbreakin' Songs" startet der Silberling mit einer klassischen Country-Nummer. Nur mit einer Akustikklampfe bewaffnet, reitet ein einsamer Cowboy durch den Wilden Westen und lässt dabei einen Gesang ertönen, der eben sehr typisch wie die meisten amerikanischen Countrysänger klingt. Sofort fühlt man sich gedanklich in die Prärie versetzt, durch die man hoch zu Ross mit 'ner Fluppe im Mund entlang reitet und der Freiheit unendlich nah kommt. Die Zeit der großen Viehtriebe ist zurück.
Es folgen mit "Hoghtown" und "Wedding Pictures" zwei weitere reine Country-Songs. Doch die Band hat ihr aktuelles Album sehr facettenreich gestaltet. Bei "Jimmy's Songs" geht es z.B. eher Soul-lastig zur Sache. Von der Stromgitarre gibt's klasse Riffs, dazu tief pumpende Bässe und harte Drums. Den Schluss bildet noch ein fettes Solo von der E-Klampfe. Eine ganz starke Nummer! Es geht also auch anders.
"Walk It Off", "Lost Love Line" und "Bottom Of A Glass" werden von hochwertigen Slideeinlagen geprägt, und beim erstgenannten Song kommt noch Kevin Inges Harmonika zum Tragen. Diese Tracks sind durchaus mit denen von Dickey Betts vergleichbar.
Das folgende "Don't Call Me" hat von allen bisher gespielten Stilen ein bisschen. Eine ruhige Nummer, die sich aber dem hohen Standard dieser Scheibe anpasst. Schade nur, dass das Booklet keinerlei Angaben über den jeweiligen Sänger preisgibt. So kann man nur vermuten, ob Jon C. Brown oder Kevin Inge für den Lead-Gesang zuständig sind. Da wäre ein wenig mehr Information sicherlich gut gewesen.
"Always Break Even" besticht durch eine ausdrucksstarke Stimme, die sich wohl nur nach dem Genuss von einigen Whiskeys einstellt. Dieser ziemlich kurze Song ragt zwar musikalisch nicht besonders heraus, unterstreicht aber trotzdem die Klasse der Band an ihren Instrumenten.
Die Drums von Andre läuten "Too Late To Run" ein. Auffällig ist hier der Backgroundgesang von Erin Hurley und Eric Manwiller. Auch eine schöne Abwechslung. Nun folgt mein persönliches Highlight des Silberlings: "I Need A Good Day". Noch so ein Song, bei dem man die weiten Steppen Amerikas, kahle Berge, Rinder, Gäule, harte Cowboys und die obligatorische Bohnensuppe auf dem Lagerfeuer förmlich vor den Augen schimmern sieht! John Wayne lebt!
Der Finaltitel "Wedding Pictures" geht, wie bereits am Anfang erwähnt, als klassischer Country à la Johnny Cash durch die Rezi.
Dem US-Quintett ist ein gutes Album gelungen, und wer in einem Atemzug mit Dickey Betts oder Johnny Cash genannt wird, der kann sich im Country-Business locker behaupten. Für den reinen Country-Fan sicherlich ein Muss, aber auch für den durchschnittlichen Musikliebhaber könnte dieser Tonträger durchaus interessant sein. Zumal die Band ihre Vielseitigkeit angedeutet hat.
Line-up:
Jon C. Brown (guitar, vocals)
Kevin Inge (guitar, vocals, harmonica)
Randy Mendicino (bass)
Andre Labelle (drums)
Erin Hurley (background vocals - #9)
Eric Manwiller (background vocals - #9)
Tracklist
01:Heartbreakin' Songs
02:Jimmy's Songs
03:Walk It Off
04:Don't Call Me
05:Hoghtown
06:Lost Love Line
07:Bottom Of A Glass
08:Always Break Even
09:Too Late To Run
10:I Need A Good Day
11:Wedding Pictures
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