Hyne / 3000
3000 Spielzeit: 36:45
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2011
Stil: Stoner Rock

Review vom 08.12.2011


Gunnar Körner
Das Cover von "3000" passt recht gut zum Bandnamen und bestätigt zusätzlich die Vermutung, dass Hyne tatsächlich Hühne ausgesprochen wird. Durchaus passen Bandname und Cover auch gut zum wuchtigen Stoner Rock der fünf Hamburger. Ursprünglich 2008 gegründet, hat man nun dieses Jahr zum Glück endlich ein stabiles Line-up beisammen und konnte damit das vorliegende Debüt aufnehmen. Als ich mir mit "Loafer" den Opener von "3000" zum ersten Mal in meine Lauscher jagte, hätte ich nun nicht unbedingt mit einer hanseatischen Herkunft der Jungs gerechnet, aber so kann man sich täuschen.
Tatsächlich lassen die schweren und tief tönenden Riffs, die ruhigen Zwischenparts, die eingängige Melodieführung, die mit Bass und Drums tight nach vorne gehende Rhythmusfraktion eher Bilder von Wüste, Bier und Tequila im Kopf entstehen. Genau wie man es von gutem Stoner Rock erwartet. Passend dazu gibt es eine trockene Produktion, die hier und da zwar gelegentlich ein wenig dumpf in den Gehörgängen anmutet, aber für eine Eigenproduktion völlig in Ordnung geht und auch zweifelsohne gut zur Musik passt. Aufgenommen wurde im Fat Pound Of Sound-Studio von Gitarrist Christian Roos, wodurch natürlich die Vermutung nahe liegt, dass man sich ganz bewusst NICHT für eine Hochglanzproduktion entschieden hat. Mir gefällt der Sound von "3000" jedenfalls für diese Art von Rockmusik deutlich besser, als wenn es künstlich auf 'fett' getrimmte Aufnahmen wären. Diese Unsitte grassiert ja leider in der heutigen Hardrock- und Metallandschaft immer noch wie Unkraut.
Neben der knapp bemessenen Spielzeit von etwas über einer guten halben Stunde, fällt mir nur noch ein kleiner Wehrmutstropfen auf: Sänger Adam McLocklans Stimme ergänzt die Kompositionen mit seinem tiefen und rauen Organ recht gut. Die Vocals könnten über die gesamte Spieldistanz von "3000" allerdings ruhig ein wenig variabler ausfallen, viele Gesanglinien wirken nach zwei, drei Durchläufen doch eher monoton, der Stimmumfang arg begrenzt, bisweilen hat man zudem gar das Gefühl beim Anhören, dass fast gesprochen und nicht gesungen wird. Dennoch vermag dieser Punkt das Hörvergnügen nur bedingt zu trüben, und wer wie ich lieber eine Stimme mit etwas Wumms aus seinen Lautsprechern quillen hört, wird darüber auch nicht allzu enttäuscht sein.
Insgesamt ein ordentliches Debüt, das Lust auf mehr macht. Nicht nur Freunde des Stoner Rock dürfen auf MySpace mal zwei Ohren riskieren.
Line-up:
Adam McLocklan (vocals)
Sebastian Dietz (first guitar)
Christian Roos (second guitar)
Stefan Bucholz (bass)
Björn Fröhlich (drums)
Tracklist
01:Loafer
02:3000
03:Slow Suicide
04:Suck It
05:Cries From The Hidden
06:Vertical Roll
07:Witch's Cauldron
08:Spirit Of Now
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