Ein Konzert beim BluesMoose Radio ist für jeden Künstler etwas Besonderes.
 Video- sowie Radiomitschnitt sind selbstverständlich und bei Wolf Mail war es obendrauf auch noch ein Interview. Die Liste an Musikern, die Gäste bei BluesMoose waren ist schon beeindruckend. Konzentriert und ohne Hektik wurden von der Crew die Vorbereitungen getroffen. Immerhin waren zirka acht Personen mit Sound- und Videoaufnahmen vollauf beschäftig.
Auf seiner ausgedehnten Frühjahrstour 2010 begleiten ihn die gleichen Musiker, wie sie auf dem Album Live Blues In Red Square zu hören sind.
Der gebürtige Kanadier war bei den etwa elf Songs, die er dem zahlreich erschienen Publikum präsentierte in bester Form und mit den drei Musikern an seiner Seite konnte man förmlich spüren, dass es sich um ein eingespieltes Team handelte.
Mit einem unwiderstehlichen Blues Rock legte das Quartett los.
Die Setlist enthielt Songs aus seinen drei bisher erschienen Alben und der brandneuen CD "Electric Love Soul", bei der Alan Mirikitani, aka BB Chung King von den Buddaheads beteiligt war.
 Schon während des Openers "So Fine" war dem Zuschauer klar, dass Wolf Mail und seine von reichlich Gebrauchsspuren gekennzeichnete Gitarre Fender Telecaster, eine beeindruckende Allianz waren. Dieser Mann lebt den Blues zwischen Jimi Hendrix sowie Stevie Ray Vaughan in umwerfend lebendiger Art und Weise. Locker fliegen die Finger über das Griffbrett und Wolf Mail artikuliert den Blues Rock nicht nur mit seiner rauen Stimme, sondern auch über viel Körpersprache. Sein Arbeitsgerät hatte nur zwischen den Songs Pause und an dieser Stelle sollte der Keyboarder Alexey Setckin hervorgehoben werden. Im Vergleich zum Protagonisten war er genau das Gegenteil. Fast stoisch, mit einer auf ein Minimum reduzierten Mimik brachte er hervorragende Klänge an die Lauscher der Anwesenden. Ab und an war dann doch ein leichtes Lächeln festzustellen. Der Tastenmann schien sich im Stillen zu freuen. Bei dem Auftritt gab es keine Bass- beziehungsweise Drumssoli, allerdings konnte Setckin mit Alleingängen brillieren. Der Mann hatte die feinen Töne zwischen Blues, Funk und Jazz drauf.
 Zu Beginn des Gigs war auch "Sweet Soul", ein Track des neuen Albums angesagt.
Der Meister des Seitenziehens gab einen vehementen Vorgeschmack auf die neue Langrille ab. Beispielhaft waren nicht nur die variantenreichen Spielereien auf den sechs Saiten seines Arbeitsgerätes, sondern auch die innerhalb der Nummern verankerten Rhythmuswechsel sowie Breaks. Mit "Coming To You" setzte die Gruppe ein längeres Ausrufezeichen während des Konzerts. Aktion gab es nicht nur an der Gitarre sondern auch auf der 'Bühne'. Selbst wenn in der Café Bar De Comm nicht ganz so viel Platz für die Musiker zur Verfügung stand, konnte der Frontmann den Raum voll und ganz nutzen.
Wolf Mail war pure Energie, die auch kanalisiert werden wollte.
Nach einem herrlichen "Love Breaking Shuffle" mit eben diesem Rhythmus war Ruhigeres angesagt. Gleich zweimal langte der Gitarrist in die Kiste seiner Balladen und im langsameren Segment ging es, was die Taktung betraf, zwar moderater zu, aber die Energie stand dennoch im Vordergrund. Das Terrain des Slow Blues war einer der vielen Höhepunkte des Abends und nach den Tönen in Moll wurde abermals mächtiger Blues Rock geboten.
 Zum fetzigen Gitarrensound lieferte der Keyboarder tolle Funkeinlagen und als "Solid Ground" an der Reihe war, wurde deutlich, dass dieser Track zu den Markenzeichen eines Wolf Mail zählt. Ganz am Ende der Nummer wurde noch kurz Peter Green "Oh Well" zitiert. Während der Zugabe hatte man Gelegenheit, Geld zu spenden, denn auch der Kanadier trat, wie bei BluesMoose-Veranstaltungen im De Comm üblich, ohne Gage auf. Umsonst war es allerdings nie und nimmer...
So schnell, wie der Gitarrist spielen konnte, verging leider auch die Zeit, was ja nur ein Zeichen für gute Musik sein konnte. Nach der Zugabe sah man zufriedene Gesichter und mit einer beeindruckenden Performance kann Wolf Mail jedem Blues Rock-Fan, dann in kompletter Konzertlänge nur empfohlen werden. Die Tour Anfang 2010 bietet noch acht Gelegenheiten, den Saitenhexer in Deutschland zu sehen.
Line-up:
Wolf Mail (guitar, vocals)
Alexey Setckin (keyboards)
John Rinkevich (bass)
Alex Polovinkin (drums)
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