Overdrive / Let The Metal Do The Talking
Let The Metal Do The Talking Spielzeit: 52:58
Medium: CD
Label: Lion Music, 2008
Stil: Heavy Metal

Review vom 14.02.2008


Andrea Groh
Overdrive wurden 1980 gegründet und waren damit eine der ersten schwedischen Heavy Metal-Bands. 1981 erschien ihre erste Mini-LP "Reflexions", gefolgt von zwei LPs ("Metal Attack" 1983 und "Swords & Aces" 1984). Danach stieg der Originalsänger Pelle Thuresson aus und noch bevor sich erste Erfolge einstellen konnten, löste sich die Band schon auf.
Erst 2003 kam man wieder zusammen. Grund dafür war das Rockslaget Festival. Doch auch diesmal hielt Sänger Pelle Thuresson nicht lange durch und wurde durch den jetzigen Vokalisten Per 'PerilOz' Karlsson ersetzt. Mit diesem Line-up wurden 2006 vier alte Songs neu eingespielt und mit einem neuen ergänzt. Dieses Werk erschien als MCD "Resurrected" (limitiert auf 500 Stück) für den Auftritt auf dem Schweden Rock Festival. 2007 unterschrieb die Band schließlich einen Vertrag bei Lion Music, wo jetzt 2008 die CD "Let The Metal Do The Talking" veröffentlicht wird.
Unter diesen Voraussetzungen erscheint es nicht weiter verwunderlich, dass die Musik sehr stark nach 80er Metal klingt, zumal die Hälfte des Materials bereits 1985 geschrieben worden ist. Schon die ersten Töne erinnern in fast schon unverschämter Weise an "Sirens" von Savatage. Deren Frühphase (bevor sie sich dem Bombast zuwandten) stand hier öfters Pate, genauso wie es Anklänge an weitere US-Metal-Größen von damals gibt. Wobei Overdrive zwar powervoll und kräftig klingen und ihr Handwerk wirklich verstehen, aber selten bleibt wirklich etwas hängen. Mit einem modernen Sound klingt das Ganze druckvoll und nicht so schwach wie manche damalige LP. Die Produktion von Johan Blomström und auch das Coverdesign von Monowasp sind durchaus gelungen.
Bleibt trotzdem die Frage, ob die Musikwelt 2008 eine solche CD noch braucht. Nun, so manche Nostalgiker werden sich bestimmt freuen. Savatage-Fans der ersten Stunde, die das spätere Material ihrer Band nicht mehr mochten, könnten sich bei "Let The Metal Do The Talking" besser aufgehoben fühlen. (ob der Titel wohl eine Anspielung auf Aerosmith mit "Let The Music Do The Talking" ist?).
Wer jedoch meint, die Klassiker von damals, die im Schrank stehen, reichen völlig aus und jetzt modernere Sounds bevorzugt, wird hiermit eher nichts anfangen können. Ehrlich gesagt, die Platte hätte mich selbst schon in den 80ern nicht wirklich umgehauen. Aber vielleicht finden Fans der angesprochene Sparte dennoch Gefallen daran. Für diese lohnt es sich, eventuell mal reinzuhören.
Als nette Zugabe gibt es übrigens ein 3:54 Minuten langes Video zu "Back On The Hunt" im mpeg-Format.
Line-up:
Per 'PerilOz' Karlsson (vocals)
Janne Stark (guitar)
Kjell Jacobsson (guitar)
Kenth Eriksson (bass)
Kenta Svensson (drums)
Tracklist
01:Army Of Darkness (3:45)
02:Let The Metal Do The Talking (3:52)
03:Fight To The Finish (4:48)
04:Bring Me To Submission (3:38)
05:Trapped Under Ice (4:10)
06:Decieved (5:30)
07:Den Of Iniquity (Instrumental) (3.14)
08:Gravy Train (3:50)
09:Chasing Highways (4:16)
10:Lodestar (3:42)
11:Sinister Warfare (4:42)
12:Reincarnation (feat.Chris Catena) (7:22)
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