Rasayana / Same
Same Spielzeit: 45:40
Medium: CD
Label: Yellow Wall Records, 2009
Stil: Psychedelic Rock

Review vom 25.02.2009


Joachim 'Joe' Brookes
Hier sind drei junge Männer am Werk und haben kräftig ihre Ärmel hochgekrempelt, um ihr erstes komplettes Album auf die Beine zu stellen. Eine Demo-CD gab es schon.
Das aus dem niedersächsischen Rinteln stammende Trio ist eine Überraschung. Ja, richtig gelesen, Rasayana ist ein Trio und seit mehr als 3 Jahren unter diesem Namen aktiv.
Zunächst einmal Respekt für das, was bisher geleistet wurde und mit dem Preis der 'local-heroes Schaumburg 2007' belohnt wurde.
Ach, alles so bekannte Namen: Rinteln, Stadthagen. Wer kennt denn Levesen?
Das aber wirklich nur ganz weit am Rand, denn es soll ja um Musik gehen und nicht um Erinnerungen.
Wobei Erinnerungen schon ein Stichwort wäre, das im Zusammenhang mit Rasayana Sinn und Freude macht. Freude deswegen, weil diese drei Jungspunde in der heutigen Zeit eine Musik-Richtung vertreten, mit der unsereins sozialisiert worden ist, oder auch nicht.
Man macht ja schon einen Freudensprung, unter geronto-motorischem Aspekt fällt der nicht mehr so hoch aus, wenn unsere Jugend etwas mit Jimi Hendrix, Led Zeppelin, Pink Floyd oder
Frank Zappa anfangen kann.
Rasayana kann das definitiv und verdeutlicht es auch auf ihrem Debütalbum, eine ganze dreiviertel Stunde lang.
Aus meiner Sicht ist der Band, Pink Floyd betreffend, ein wenig die Stempelfarbe ausgegangen, aber für deren Musik kommen einem noch einige andere Bands aus den 70ern in den Sinn, besonders, weil der jüngste Rasayana-Vertreter eine lobenswert Blues Rock-orientierte Gitarre spielt und Julian Giese, gerade mal neunzehn Jahre alt, heißt.
Viel findet man über den Gitarristen, Daniel Koch (drums) sowie Roman Patzak am Bass ja nicht gerade im Internet.
Im Info-Blatt steht geschrieben: »Immer wieder sorgen auch frei improvisierte Jams (mal mehr und mal weniger) für Spannung und Abwechslung.«
Kann man, selbst wenn die gesamte Spielzeit noch nicht rum ist, nur bestätigen.
Ganz gleich, ob man bei einem Metronom wenige oder viele Schläge zählt, das Trio ist auf der Höhe der Zeit… die Drei verpacken retro-psychedelischen Rock in Frischhaltefolie und hauen eine Überraschung nach der anderen raus.
Von der Rhythmus-Abteilung getrieben, soliert Giese nach Belieben und wenn er seinen Fuß auf das Wah Wah-Pedal stellt, sendet er genau die richtigen Signalreize für einen herrlichen Hörgenuss.
Womit andere Bands einen Song beenden, eröffnen die Rintelner eine ihrer Kompositionen. Mit einer Rückkopplungs-Fetzerei beginnt man den letzten Track und der Giese muss schon über eine feiste Hornhaut auf seinen Fingerkuppen verfügen oder spielt sich immer noch Blasen an eben diese.
Die Dynamik wäre ein weiterer Punkt unter dem man die Platte erkunden sollte. Auch diesen Aspekt meistern sie mit Leichtigkeit.
Kaum zu glauben, aber die Credits für das Songwriting gehen alle auf die Kappe der Youngster. Man fragt sich, welchen Band-Song die wohl am Liebsten covern würden.
Reißerischer Riff-Rock dröhnt aus den Boxen und im nächsten Moment streicheln sie dem Hörer mit tollen Melodien über die Wangen.
Für den vollkommenen Genuss habe ich schon längst die Ohrendusche übergestülpt.
Es braucht an und für sich kein Gewitter aus der Retorte, Blitz und Donner wurden bereits vorher in ganzen sechs Minuten abgefeuert.
Krimis werden zu Langeweilern degradiert, wenn Rasayana zu Impro-Jams ansetzt.
Da kommen so viele unbekannte Bands, die gute Musik machen, über den großen Teich oder aus dem hohen Norden Europas und des Psychedelic Rock-Hörers Glück findet sich in Rinteln.
Wenn die Band aus irgendeiner armseligen amerikanischen Ortschaft kommen würde, wären die Kritiker voll des Lobes.
Wer und wie ist nur auf den Bandnamen gekommen?
Besucht man eine allseits bekannte Internet-Suchmaschine, spuckt die zunächst etwas ganz anderes zum Wort 'Rasayana' aus. Da liest man was von 'Geweberegeneration'. Hey, das passt natürlich.
Zum Schluss kann ich jedem Fan aus der Psychedelic Rock-Ecke diese Band und ihr Album, das es zu einem schlanken Kurs gibt, nur empfehlen.
Macht bloß weiter Jungs und ich wünsche euch viele Auftritte und noch mehr Erfolg.
Line-up:
Julian Giese (guitar, vocals)
Roman Patzak (bass)
Daniel Koch (drums)
Tracklist
01:Tonight (7:03)
02:Make Your Summer (5:46)
03:Thunderbolt (6:15)
04:Memory Safe (5:36)
05:Reality Refugee (8:27)
06:Euphoria (3:41)
07:Bluster (8:53)
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