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Scoff gibt es seit nunmehr zehn Jahren und das Münchner Trio debütierte mit "Reverse Universe". Nun heißt es "Lλmbdλ". Scoff rocken, rocken metallisch und bringen auch noch den guten alten Stoner Rock in ihrer Musik unter. Da stellt sich die Frage, ob auf "Lλmbdλ" wirklich alles gut ist?
Scoff haben sich schon einen Namen gemacht und spielten unter anderem mit John Garcia plays Kyuss, Brant Bjork, Los Natas, Harmful oder Karma2Burn zusammen. Mit Blick auf die Gesamtspielzeit von etwas über siebenundfünfzig Minuten kann man schon einmal nicht meckern. Die zwölf Songs sind ausschließlich Eigenmaterial und als Trio hat man einen repäsentativen, fetten Sound auf die Scheibe gedampft.
Scoffs Musik auf "Lλmbdλ" hat Ecken und Kanten, an denen man sich prächtig reiben kann, ohne Verletzungen davonzutragen. Die Mischung aus wohltuender Härte und melodischen Spritzern stimmt fast immer. Ebenfalls hat der Münchner Dreier eine gute Hand für Arrangements, Groove und Beat. "The Deceiver" findet seinen Weg sehr gut durch den Äther. Nach vielen E-Gitarren-Breitseiten zieht sich hier wie ein roter Faden die Akustische durch das Stück. Klasse!
Der Titelsong ist eine der rein instrumentalen Nummer und gehört aus meiner Sicht zu den Highlights der Platte. Das ist großes Kino und auch von der Dramatik her fesselnde Unterhaltung. Immer wieder wird die Spannung durch Tempo- sowie Rhythmuswechsel aufgelockert und Zahlers Gitarre erzählt schöne Geschichten zwischen Lyrik und Thriller-Härte. Zum Abschluss der Scheibe lässt man das Gesangsmikrofon abermals beiseite. Gut vorstellbar, dass Live bei "Sirius V" noch weitere Ausbaustufen hinzukommen.
Von einem Highlight war ja bereits die Rede. "William Blake Is Not The Answer" wäre ein weiterer Höhepunkt. Mit seinen Drumsticks zaubert Malte Minke klasse Grooves und der Text kommt phasenweise richtig hymnisch rüber. Mit der Gitarre ist Zahler stets auf der Höhe des Geschehens. Bei seinem Gesang ist das leider nicht immer der Fall. Da wäre für eine Nachfolge-Platte bestimmt Nachbesserung notwendig. Der Gesang geht phasenweise nicht einher mit der tollen Musik.
Mit "Stampede" befindet sich Scoff definitiv auf der äußerst links gelegenen Spur einer Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung und in gerade mal etwas mehr als zwei Minuten zeigt das Trio, wie sich bei ihrer Musikmischung ein Rock'n'Roll anhört. Bei dem Opener "The Day Of The Locust" mit relativ langer instrumentaler Einleitung bekommt man richtig Appetit auf mehr von Scoff.
Vor Kraft nur so strotzend geht es mit dem Riff-Monster "Temper The Goat" weiter. Da wird gedengelt, solange das Rock-Eisen heiß zum Schmieden ist. Die Männer wissen, wie man die herben Gewürze einzusetzen hat. Sehr wohl kennen sie sich aber ebenfalls in der Sammlung der milderen Geschmacksverstärker aus. Es gibt auf der Platte genügend Phasen, in denen der Hörer gleichzeitig mit der Band durchatmen kann. "Wrath" macht seinem Namen alle Ehre und auch hier kann Scoff dem Track Melodik verpassen. Auch "Betraying Angels" kann musikalisch überzeugen. Richtig schön sind die ruhigeren Teile, die man besser instrumental hätte belassen sollen. "My Face Down" ist guter Scoff-Stoner Rock, der viel Dynamik enthält. Hier wartet Michael Marschner mit ungemein melodischen Bassspielereien auf. Bemerkenswert!
Die Combo markiert ihr Revier durch viele musikalische Duftmarken. Leider kann der Gesang nicht immer dazu gerechnet werden.
Line-up:
Christian Zahler (guitar, vocals)
Michael Marschner (bass)
Malte Minke (drums)
| Tracklist |
01:The Day Of The Locust (6:08)
02:Temper The Goat (3:10)
03:Riddle Red Blue (4:50)
04:Betraying Angels (6:30)
05:Wrath (4:03)
06:Stampede (2:09)
07:William Blake Is Not The Answer (5:04)
08:The Deceiver (4:26)
09:λ (7:20)
10:Mandalay (7:40)
11:My Face Down (5:12)
12:Sirius V (1:04)
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