Die tanzbare Revolution
Fünf Jahre nach der Gründung im Jahre 2007 präsentiert die Band nun endlich ihr Debüt "Revolution Party", was jedoch für ein Erstlingswerk erstaunlich routiniert und sehr professionell klingt. Das liegt wohl daran, dass es sich hier um keine Schülerband handelt , sondern um ein Kollektiv gestandener Musiker, die sich um Bandchef
Tommy Kaub zusammengefunden haben. 'Chef' soll nicht negativ klingen, aber wenn Sänger, Gitarrist, Hauptsongwriter und Produzent in einer Person vereint sind, ist dieser Begriff wohl nicht übertrieben. In musikalischer Hinsicht macht
Kaub keinen Hehl aus seiner Begeisterung für
Bob Marley und hier gibt es einige Parallelen. Genau wie damals
Marley ist
Kaub sowohl Gitarrist als auch Sänger und beide haben drei Backgroundsängerinnen fest in die Band integriert. Größter Unterschied ist aber die Tatsache, dass
Superjam neben Englisch aber hauptsächlich auf Deutsch singen.
Politik meets Tanzschuh
Der Albumtitel "Revolution Party" ist gut gewählt, denn auf den 45 Minuten erwartet den Hörer der tanzbare Soundtrack zur Revolution gegen die Gesellschaft. Im Opener "Der Widerstand lebt" wettert man direkt gegen Banken und Politiker. Musikalisch fühlt man sich an beste
Bob Marley-Zeiten erinnert. Auch "Schlaf nicht ein" könnte glatt als
Marley-Song durchgehen und der Titeltrack erinnert vom Text her gar an
Ton Steine Scherben. Im zweiten Teil der CD geht es dann weniger politisch zu und mit "Daydreaming Love" übernimmt
Alessa Pedrotti den Leadgesang, der äußerst gelungen ist. Mit "Schön ist das Leben" hat man sogar einen richtigen Hit am Start. Die Zeile
»Vergiss für einen Moment, dass Babylon brennt« zeigt schon, dass man hier einmal unpolitisch ist und
Kaub hier einfach nur seiner Liebsten eine musikalische Huldigung darbietet. Dazu noch eine Ohrwurmmelodie und fertig ist ein potentieller Sommerhit. Aus dem Rahmen fällt das folgende "Music", was schon fast in die Jazz-Ecke mit Tango-Einschlag geht. Coole Nummer, die aber nicht so recht zum Rest des Albums passt. Beim Abschlußtrack "Du allein" wird aber nochmals an das politische Gewissen appelliert und das erneut mit lässigen Dancehall-Klängen.
Selten habe ich ein Album gehört, was politische Aussagen mit guter Musik perfekt verbindet. "Revolution Party" kann ich allen Freunden von Bob Marley und Peter Tosh sowie allen anderen Liebhabern von traditionellen Reggaeklängen uneingeschränkt empfehlen. Das Ganze ist auch noch sehr gut und druckvoll produziert worden und bis auf ein oder zwei schwächere Songs ist das Album am Stück richtig gut geworden. Für 2012 der Soundtrack für einen hoffentlich schönen Sommer auf dem Balkon. Da braucht es auch weder Rum noch einen Joint, um etwas Jamaica-Feeling zu spüren. Peace.