Thunder / The Magnificent Seventh
The Magnificent Seventh
Siebtes Studioalbum der sympathischen britischen Hard-Rocker! Bereits 15 Jahre ist es mittlerweile her, seit sie mit ihrem Debüt "Backstreet Symphony" direkt mit einem Paukenschlag in die Szene einstiegen. Sie füllten Hallen und Stadien und stahlen mit ihren musikalisch erstklassigen und humorvollen Konzert-Darbietungen auch so manchem Headliner die Show.
Wer hier in Sachen Thunder-Live noch mit einer musikalischen Bildungslücke behaftet ist, sollte sich auch angesichts der bevorstehenden Mini-Europa-Tour, (zwei Konzerte in Holland, eins in Belgien, drei in Deutschland) im März vielleicht ihre sensationelle Doppel-CD von 1998 oder ihre DVDs im Vorfeld zu Gemüte führen, und sich dann so schnell wie möglich Tickets sichern.
Unvergessen auch ihre genüssliche Verhaltensstudie zum Thema 'Beziehung britischer und deutscher Bürger in spanischen Urlaubshochburgen' im Song "An Englishman On Holiday". Was für ihre Auftritte galt und gilt, ist eigentlich auch Gesetz, was ihre Studio-Werke betrifft, die sind nach wie vor von der Gattung 'Kann man blind kaufen'.
So stinkt es nun wirklich nicht nach Eigenlob, wenn Thunder ihre neuste Errungenschaft mit dem Titel "The Magnificent Seventh", also "Das großartige Siebte" geschmückt haben (Veröffentlichungstermin ist der 21.02.2005). Es ist ihnen ohne Übertreibung ein weiteres prächtiges Sahneteil gelungen.
Beheimatet ist das Quintett mittlerweile beim italienischen Label Frontiers Records. Bei der Besetzung wie auch beim Songwriting ist alles beim alten geblieben: Danny Bowes, Luke Morley, Ben Matthews, Chris Childs und Harry James, wobei sich Luke wie immer für den Kreativpart und die Produktion verantwortlich zeigt. Und wie bei ihrer letzten Scheibe "Shooting At The Sun" geben die Burschen auch diesmal gehörig viel Gas.
So muss man bis zu Stück Vier warten, bevor man die erste Thunder-typische, semiakustische Ballade mit "I'm Dreaming Again" mit den obligatorischen Gitarren-Power-Breaks serviert bekommt. Im weiteren Verlauf findet dann nur noch "Together Or Apart" den Weg in ruhigere Gewässer (allerdings auch mit sehr monströsem Gitarrenfinish). Der Rest ist ein wahrhaftes Rock-Donnerwetter. Mir gefällt explizit der rhythmisch, melodische Opener (gleichzeitig erste Single) "I Love You More Than Rock'n'Roll", mit seinem lässigen Gitarrenriff, "Can't Keep A Good Man Down", dass an Blues-Rock-Kracher eines Steve Schuffert erinnert, oder "One Foot In The Grave",wo ein Texas-Boogie-Shuffle der Marke ZZ-Top dem Song amerikanische Würze verpasst. Daniel Bowes Stimme ist nach wie vor genial, Harry James hämmert knackig im Hintergrund, Luke Morley gibt gitarrentechnisch alles, Matthews und Childs sorgen für die Homogenität der Truppe.
Mit "The Magnificent Seventh" zeigen sich Thunder einmal mehr für eine knappe Stunde von ihrer besten Seite, so dass ich mich auf ein Wiedersehen mit den Jungs in der Bochumer Zeche am 23.03.2005 schon jetzt höllisch freue.
Auch wenn es aus deutschem Munde vielleicht manchmal nicht ganz so leicht fällt, aber diese Briten muss man einfach lieb haben...
Spielzeit: 53:42, Medium: CD, Frontiers Records, 2005
1:I Love You More Than Rock'n'Roll 2:The Gods Of Love 3:Monkey See, Monkey Do 4:I'm Dreaming Again 5:Amy's On The Run 6:The Pride 7:Fade Into The Sun 8:Together Or Apart 9:You Can't Keep A Good Man Down 10:One Foot In The Grave 11:One Fatal Kiss
Daniel Daus, 09.02.2005