Mike Zito & The Wheel / Gone To Texas
Gone To Texas Spielzeit: 62:03
Medium: CD
Label: Ruf Records, 2013
Stil: Blues Rock

Review vom 02.06.2013


Joachim 'Joe' Brookes
Aus den Linernotes: »Texas saved my life.« Der Albumtitel "Gone To Texas" deutet es an, denn früher flüchteten Leute in diesen Bundesstaat, um nicht wegen Verbrechen oder Schulden behördlich belangt zu werden. »Texas was my last stand as well. I ended up there after running away from all of my problems and mostly myself.« Der Protagonist hat wieder zu sich gefunden, ist mit seinem Leben jetzt wohl im Einklang und »The Wheel is a special band. These musicians were hand picked over the years […] My dream band.« Namen gefällig: Jimmy Carpenter, Rob Lee, Scot Sutherland oder Lewis Stephens. Als Gäste sind Sonny Landreth ("Rainbow Bridge") sowie Delbert McClinton ("The Road Never Ends") tätig. Außerdem wird Susan Cowsill als Sängerin gelistet. Hinter The Wheel stecken definitiv Musiker aus der A-Riege, so wie sie Mike Zito begleiten.
Der Musiker ist ja nicht nur unter eigenem Namen unterwegs. Man kennt ihn auch als ein
Royal Southern Brotherhood-Mitglied. Der geschätzte Kollege Daniel Daus schrieb bei seiner
Greyhound-Rezension abschließend Folgendes: »Schön wäre es, wenn man mal die Gelegenheit bekäme, ihn hier in unseren näheren Gefilden live begutachten zu können. Alles in allem großes Lob von meiner Seite, Mike Zito!«
Wenn man auf kritische Art und Weise "Gone To Texas" unter die Lupe nimmt, kommt der Hörer zu einem deckungsgleichen Urteil, das man aus einigen besonderen Eindrücken heraus vielleicht noch einen Tick höher ansiedeln kann. Mike Zito hat sich musikalisch immer ein entscheidendes Stück weiterentwickelt. Bei der vorliegenden Platte hat man ein positives Gefühl. Ganz anders, als Mike Zito auf dem Coverbild dreinschaut. Fotos im Innerteil des Booklets zeigen einen fröhlichen, glücklichen und zufriedenen Künstler.
Die Musik ist umwerfend ... so mitreißend. Bei der Album-Thematik wäre es wohl ein Ding gewesen, wenn der Frontmann nicht alle Lieder geschrieben hätte. Trifft aber (fast) nicht zu. Je einen Track hat er zusammen mit Rob Lee, Devon Allman, beziehungsweise Cyril Neville geschrieben. "Let Your Light Shine On Me" stammt von William Johnson und für "Take It Easy" hat Delbert McClinton die Feder geschwungen.
Zwischen "Don't Think Cause You're Pretty" und zum Beispiel "Voice In Dallas" liegen musikalische Welten, wie sie mit wenigen anderen Künstlern wohl nur ein Mike Zito bieten kann. Logisch, über allem schwebt natürlich seine Stimme, deren Timbre man nicht, wie es hinlänglich immer gemacht wird, dem Whiskeykonsum sondern einer natürlichen Reifung zuschreiben möchte. So, wie er in den beiden letztgenannten Liedern das Bottleneck über die Saiten führt, scheint ein Blues-Hybrid-Motor in seinem Körper zu arbeiten.
Neu dürfte wohl die Bläserabteilung in Person von Saxofonist Jimmy Carpenter sein. Der Mann macht bei seinen Einsätzen eine richtig gute Figur. In diesem Zusammenhang muss man Meister-Slider Sonny Landreth erwähnen. Mike Zito sortiert sich mit seinem Metallröhrcheneinsätzen ganz auf Augenhöhe mit dem Gast. Der ist natürlich über jeden Zweifel erhaben. Gleiches gilt für Delbert McClinton. Zuweilen schultert der aus St. Louis stammende Gitarrist die Akustische und singt in "I Never Knew A Hurricane" mit Susan Cowsill ein verteufelt gutes Duett. Wie in anderen Tracks stimmt auch hier vom Arrangement her alles. Das Saxofon ist in dieser Powerballade neben dem Sechssaiter die treibende Kraft.
"Hell On Me" ist noch so ein Track, der immer wieder unter die Haut geht. Rob Lee trommelt einen tollen Groove und die Nummer steigert sich Schritt für Schritt von einem balladenhaften Song zu einem Uptempo-Hammer, wie ihn auch Eddie Turner bringen kann. Man darf wohl behaupten, dass Mike Zito der Bluesszene mit "Gone To Texas" ordentlich Dampf macht und die Messplatte ganz schön hoch hängt.
Der erste, sehr positive Eindruck des Albums wird durch folgende Spins nur bestätigt. Mike Zito macht sich auch mit dieser Scheibe auf den Weg, auf der Leiter des Erfolges eine weitere Stufe hinter sich zu lassen.
Line-up:
Mike Zito (vocals, guitars)
Jimmy Carpenter (saxophone, percussion, vocals)
Rob Lee (drums)
Scot Sutherland (bass)
Lewis Stephens (Hammond B3, pianos)
Susan Cowsill (vocals)

With:
Sonny Landreth
Delbert McClinton
Tracklist
01:Gone To Texas (4:59)
02:Rainbow Bridge (4:18)
03:I Never Knew A Hurricane (5:24)
04:Don't Think Cause You're Pretty (4:57)
05:Death Row (4:08)
06:Don't Break A Leg (4:52)
07:Take It Easy (5:44)
08:The Road Never Ends (4:13)
09:Subtraction Blues (5:03)
10:Hell On Me (4:40)
11:Voices In Dallas (4:31)
12:Wings Of Freedom (5:46)
13:Let Your Light Shine On Me (3:28)
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