Zero Down / No Limit To The Evil
No Limit To The Evil Spielzeit: 39:40
Medium: CD
Label: Minotauro Records, 2014
Stil: Hard Rock/Metal

Review vom 26.01.2015


Jochen v. Arnim
Aus dem schönen Seattle im US-Bundesstaat Washington kommt heute eine Scheibe aufs Menü, die ich zumindest ob ihrer Herkunft eigentlich nicht besprechen würde. Ihr wisst ja, welches Genre dort seinen Ursprung hatte und was das angerichtet hat. Aber da ich nicht sonderlich nachtragend und weltoffen bin und weiß, dass Seattle auch noch ein paar andere richtig, richtig gute Musiker hervorgebracht hat, will ich mal nicht so seinů
Zero Down nennt sich die Combo, die bereits mit ein paar Eigenproduktionen aufwarten kann, die sie seit ihrer Gründung im Jahre 2002 veröffentlicht hat. Mittlerweile sind die fünf Jungs bei Minotauro gelandet und konnten vor wenigen Tagen den Release von "No Limit To The Evil" feiern. Wenn ich mir die Fotos der Band so ansehe, dann wissen die auch, wie das mit dem Feiern geht. Und wenn ich die Scheibe einwerfe, dann höre ich das sogar.
Hard Rock, Metal und ein leiser Hauch von punkiger Attitüde wehen mir da aus meiner Anlage entgegen. Dazu gibt es ein paar Priest'sche 'high-pitched screams' und mächtig viel Wumms aus der Rhythmusabteilung. Eine gewisse Verwurzelung im klassischen Heavy Metal können die Jungs nicht verheimlichen, und die mischen sie mit ihrer weiteren Sozialisation aus der Hardcore-Punk-Szene des nordwestlichsten Staates südlich der Grenze zu Kanada.
Neben den Priestern und jeglicher Art von Metal aus den siebziger und achtziger Jahren geben sie speziell auch Accept oder Thin Lizzy als größte Einflussfaktoren an. Keine Übertreibung, denn es läuft kaum ein Song in diesen knapp vierzig Minuten vom Stapel, der nicht die Essenz der genannten Referenzen ausatmet. Dazu tragen natürlich in erster Linie die Instrumentalisten der Band bei, speziell die beiden Axtmänner Lenny Burnett und Matt Fox, die sich das Spiel der Kollegen jener Zeit zu Eigen gemacht haben. Auch Schlagwerker Chris Gohde oder Bassmann Ron E. Banner haben genau das besonders gut drauf.
Last but not least haben wir den Frontmann Mark 'Hawk' Hawkinson, der rein wenig an Terror erinnert, jenen Anführer der Glatzköpfe in dem Kultfilm "The Wanderers". Stimmlich liegt er irgendwo zwischen Halford und Bon Scott, vermag die höchsten Höhen des Erstgenannten zu erreichen und gleichzeitig in dieser typisch Scott'schen Art und Weise Druck zu machen. Hierzu sollte man besonders den Stampfer "Leche De Tigre" beachten, der zudem eine Mischung aus klassischen Maiden und irgendwas Australischem ist.
Bei "Phantom Host" frickeln sich die Gitarren dazu noch in Power Metal-Höhen, während "Suicide Girl" bei einigen Passagen ein paar von diesen ganz leichten Ansätzen aus der Punk-Ecke hat - ein wenig Clash gefällig? "Steve McQueen" hämmert danach zumeist wieder im Stile des 80s-Metal durch den Raum und der "2 Tonne Hammer" ist genau das, ein schweres Stück Eisen, das unvermittelt und gnadenlos zuschlägt. Hier kommen ansatzweise ein paar Anleihen an Motörhead durch und da kann man sich denken, wie das stampft.
Das ist ein richtig knackiges, wenngleich auch nicht einzigartig originelles Scheibchen, das die Jungs aus Seattle da bei Minotauro untergebracht haben. Unverblümt und unverspielt kommen die zehn Tracks daher und gehen fraglos unmittelbar in die Extremitäten. Man kann sich sofort vorstellen, wie diese Band live abgeht - da ist auf jeden Fall ein ganz genauer Blick in den Tourneekalender angesagt. Macht Spaß!
Line-up:
Mark 'Hawk' Hakinson (vocals, screams)
Lenny Burnett (guitars, backings)
Matt Fox (guitars, backings)
Ron E. Banner (bass, vocals)
Chris Gohde (drums)
Tracklist
01:Return Of The Godz
02:No Limit To The Evil
03:Devils Thorn
04:Cold Winters Night
05:Leche De Tigre
06:Phantom Host
07:Suicide Girl
08:Steve McQueen
09:2 Tonne Hammer
10:Black Rhino
Externe Links: