Zulya / Tales Of Subliming
Tales Of Subliming Spielzeit: 52:51
Medium: CD
Label: Westpark Music, 2010
Stil: Singer/Songwriter

Review vom 29.08.2010


Joachim 'Joe' Brookes
Musik bildet. Zumindest im Fall von Zulya, mit Nachnamen Kamalova. Sie lebt mittlerweile in ihrer Wahlheimat Australien (Melbourne), verleugnet allerdings nicht ihre Wurzeln, die bei den Tataren liegen. Tatarstan liegt im östlichen Teil von Russland und die Hauptstadt heißt Kasan. Wieder etwas dazu gelernt.
Das Album aus dem Jahr 2010 ist ihr viertes unter eigenem Namen und mit The Children Of The Underground hat sie zwei Platten veröffentlicht. Zu dieser Gruppe gehören auch einige der hier vertretenen Mitwirkenden. Von verschiedenen australischen Organisationen hat sie von 2000 bis 2007 in diversen Sparten fleißig Preise gesammelt und zumindest von dem, was man jetzt von ihr hört, ist ihre Musik schon schön und ungewöhnlich.
"Tales Of Subliming" platziert sich definitiv abseits vom so genannten Mainstream. Sechs der zwölf Titel hat sie im Alleingang geschrieben. Sie zeichnet für alle Texte verantwortlich und die Musik zu den anderen Songs schrieben ihr zwei Künstler aus dem Line-up der vorliegenden CD maßgeschneidert auf den Körper: Justin Marshall sowie Andrew Tanner.
Zulya spielt mit den ausgefallenen Wohlklängen ihres aktuellen Albums "Tales Of The Subliming" in einer anderen Liga. Schon die Instrumentierung stellt sich als etwas Außergewöhnliches dar. Vibrafon, diverse Streich- und Blasinstrumente fristen kein Alibidasein. Sie sind integrative Bestandteile der Songs und bilden im Gesamtsound einen deutlichen Schwerpunkt. Zulya und ihre Begleitmusiker reichen dem Hörer ein Ticket für eine Reise, die an vielen Stationen dieser Welt inne hält. Die aus Tartastan stammende Künstlerin präsentiert tonale Märchen mit einerseits deutlich folkloristischem Bezug zu ihrer Heimat und andererseits sind Tracks von einer kosmopolitischen Offenheit geprägt.
Unglaublich, was einem bei genauerem Zuhören, und das ist hier als Prämisse zu verstehen, alles an Stilen in die Ohren kommt. So unglaublich die Noten und Takte auch sein mögen ... die Musik hat in ihrer Feinheit sowie Freiheit eine magnetische Wirkung, vorausgesetzt, man ist aufgeschlossen und vorurteilsfrei.
Wenn man so will, transportiert Zulya mit ihren Kompositionen relativ unbekannte Kultur. In ihrer musikalischen Präsentation ist sie sehr vielschichtig und auch eigenwillig. Viele Tracks glänzen durch einen sparsamen Einsatz der Instrumente. Aber gerade darin liegt auch ein Höchstmaß an Effektivität. Überflüssiges findet man nicht und im Vermitteln von wunderschönen Stimmungen sind alle Beteiligten Meister.
Zulya singt in der Sprache ihrer Heimat Tatarstan, Russisch oder Englisch. Sie hat eine sehr sympathische Stimme, die in allen Nummern über der Musik schwebt. Traurigkeit, Melancholie und entspannte Freude werden auf dem märchenhaften "Tales Of Subliming" in ungemein abwechslungsreicher Weise arrangiert. Ja, man hat an so vielen Stellen das Gefühl, als würden die Titel Blitzlichter einer Theaterinszenierung widerspiegeln.
Mit "Tales Of Subliming" ist Zulya sehr extravagant und doch so schön anzuhören. Die zwölf Kreationen sind einzigartig und trotzdem lässt man für den Hörer stets die Zugangstür für solch eine Art von Musik offen. Wie gut die Kompositionen sich voneinander absetzen, verdeutlichen die letzten drei Stücke. "Little Sky", versehen mit einem urwüchsigen Rhythmus, wird geprägt von den Bläsern aller Couleur und dem Piano. Beim vorletzten Track steht das Vibrafon im Vordergrund. Perkussive Elemente, die klingen, als seien sie künstlich erzeugt worden, machen bei diesem Song den besonderen Pfiff aus. Ganz am Ende gibt es eine herrliche Ballade mit akustischer Gitarre.
"Tales Of Subliming " strahlt trotz seines ungewöhnlichen Charakters jede Menge charmante Wärme aus.
Line-up:
Zulya Kamalova (vocals)
Lucas Michailidis (electric guitar, acoustic guitar)
Michael den Elzen (acoustic guitar - #2, additional guitar - #2,8,12)
Justin Marshall (piano - #1,9, organ - #3, marimba, vibraphone, drums, percussion)
Anthony Schulz (piano accordion, piano)
Andrew Tanner (electric guitar - #2, piano - #11, organ - #11, jews harp)
Eamon McNelis (trumpet, cornet)
Don Stewart (trombone)
James Wilkinson (trombone)
Nathan Ford (tuba - #8, euphonium)
Pip Avent (tuba - #1,8,10)
Phil Mcleod (cello)
Eki Veltheim (violin, viola)
Barb Dwyer (hurdy-gurdy)
Tracklist
01:A Tale Of Love And Death (4:12)
02:The water Woman And The Orphan Girl/Su anasi xäm yätim qiz (4:08)
03:Baba Yaga's Dream/Сон Вабь Яrи (3:41)
04:Ocean Lullaby (3:14)
05:He Fell So Deep (5:14)
06:The Storyteller (4:31)
07:A Girl Named Free (4:33)
08:The Ropemaker's Daughter (5:43)
09:The Mermaid's Tale/Невлюблëнный (4:08)
10:Little Sky (3:11)
11:The Subliming Of The Snow-Maiden/Суеблимаия Снеrуркр (4:04)
12:The Captive Heart/Äsir yöräk (5:57)
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