Pat McManus / 03.04.2013, Blues Moose Café, Groesbeek (NL)
Blues Moose Cafe Pat McManus
BluesMoose Café, Groesbeek (NL)
03. April 2013
Stil: Blues Rock


Artikel vom 09.04.2013


Joachim 'Joe' Brookes
Pat McManusAnfang April 2013 ... und die Natur möchte wegen der Kühlschranktemperaturen einfach nicht aus den Puschen kommen. Beim Blues vom Nordiren Pat McManus ist so etwas undenkbar. Allerdings machte auch die
Walking Through Shadows-Rezension von Bluesbruder Jürgen ordentlich Appetit auf ein Konzert. Zu Gast im Blues Moose Café brachte er den 12-Takter ins Rollen und sorgte auf seinen Instrumenten, unter anderem auch der Violine, für tolle Stimmung in der gemütlichen Café Bar De Komm, dem Austragungsort der Blues Moose Livekonzerte. Angereist war der Protagonist mit Marty McDermott (Bass) und dem Schlagzeuger Paul Faloon. Kurz nach 20:00 Uhr waren die drei Kameramänner auf ihrer Position und das Trio konnte loslegen. Pat McManus & Co. gaben gleich mächtig Gas, so als wollte man den Veranstaltungsort schon mit dem Opener aus den Angeln heben. Bis zur ZZ Top-"La Grange"-Zugabe war es dann auch der Fall. Was sich zwischen diesen beiden Nummern abspielte, war beste, handgemachte Unterhaltung pur.
Pat McManusDie ersten Songs standen ganz im Zeichen des Albums "Walking Through Shadows". Unter anderem mit "Danger Zone", mit dem höllisch gut groovenden "Short, Sharp, Shock", einem riffigen "The Riddle" und "Ready To Rock" (der Titel sagt alles) gab es ohne Punkt und Komma oder Pause eine rund zwanzigminütige, äußerst gelungene Geschmacksprobe von der Platte. Nicht nur auf seinen Arbeitsgeräten nutzte der Mann alle Räume aus, sondern hatte auch jeden Winkel der Bühne fest im Griff. Er ließ sich und dem Publikum kaum Luft zum Atmen. Diese Perlenkette hatte es in sich. Volle Intensität und Show waren Synonyme der ersten Sequenz des Auftritts. In Marty McDermott sowie Paul Faloon hatte er bewährte Musiker an seiner Seite. Der Bassist spielte einen sehr melodischen Tieftöner und der Drummer war das perkussive Treibwerk des Trios.
Pat McManusFür den dann folgenden Track bekam Pat McManus schon nach der Ankündigung Beifall. "Juggernaut", aus seinem ersten Album, gehört zu den Markenzeichen des Künstlers und mit diesem Instrumental gab der Nordire eine erste genüssliche Kostprobe seiner heimatlichen Wurzel ab. Das Lied war aufgeladen mit keltischen Exkursen, die Pat McManus & Co. perfekt in den Rock einbauten und obendrein wurde das Stück von hochoktanigen Wah Wah-Aktionen verziert. Hammer, diese beeindruckende Fingerfertigkeit auf dem Fretboard und man konnte jede Regung hautnah beobachten. Auch diese Nummer hinterließ Spuren in den Herzen der Zuschauer. Auf der in unschuldigem Weiß strahlenden E-Gitarre leitete Pat McManus "Runaway Dreams" auf Samtpfoten ein. Der Track nahm ordentlich Fahrt auf und dann griff der Protagonist zur Geige und urplötzlich war die Atmosphäre in der Location von Folk-Flair erfüllt. Wow! Kein Wunder, dass er es schon in jungen Jahren zum 'All Ireland Champion' auf diesem Streicherinstrument brachte. Der Geigenbogen sollte im Laufe des Konzerts noch eine andere Verwendung finden. Dazu aber später mehr.
Pat McManusGanz weit zurück ging es dann mit einem Song, den der Frontmann im Jahr 1987 schrieb. "Last Thing At Nite" kühlte nicht nur die Gitarrensaiten etwas ab, sondern es wurde musikalisch auch ein ganzes Stück ruhiger, denn der Slow Blues wurde zelebriert. Pat McManus setzte nicht nur bei diesem Track den Tremolohebel ein. Er war ein Zauberer von fantasievollen Klängen und zupackenden, knackigen Riffs. So kam in "Lonely Soul" abermals der stampfende und doch fast schwebende Blues Rock an die Reihe. Auch bei seinem Gesang war der Nordire voll von Emotionen. Als Gitarrist war er brillant. Puh, die Pause brauchten wohl alle Anwesenden.
Pat McManusVon seinen fünf bereitstehenden Instrumenten hatte er bisher nur ganze zwei eingesetzt. Pat McManus kam alleine zurück auf die Bühne, schulterte die akustische Gitarre und als der Name Rory Gallagher fiel, war der Beifall schon vorprogrammiert. "Return Of The G Man" war sein ganz persönlicher Tribut, den er dem unvergessenen Künstler zollte. Es war ein Fingerpicking-Genuss, den man nicht alle Tage geboten bekam. Nach diesen einfühlsamen Momenten der Einkehr ging es wieder zurück auf den Pfad von "Walking Through Shadows". Für "Walking In The Shadows Of Giants" kam eine griechische Bouzouki zum Einsatz. Auf beeindruckende Weise verschmolzen nun Folk und Rock zu einer verschworenen Einheit. Marty McDermott war nicht nur ein bestens aufgelegter Bassist, sondern konnte auch mit seinen Backing Vocals überzeugen. Hier und da kam das Publikum quasi als singender dritter Mann auf den Plan der guten Laune.
Pat McManusBeim krachenden Blues Rock von "Back In The Saddle" bogen sich förmlich die Balken. Es kam zu gewaltigen Wah Wah-Zaubereien und einer vehementen Griffbrett-Orgie. Freakige Soundeffekte paarten sich jetzt auch mit tollen Showeinlagen. Der Sechssaiter wurde hinter dem Kopf gespielt und schließlich lehnte Pat McManus ihn an die Bassdrum, griff zum Bottleneck und slidete vollkommen entfesselt. Dem nicht genug hatte er fix den Geigenboden in der Hand und sorgte so für weitere Klang-Eskapaden auf seinem Arbeitsgerät. Begeisterung ohne Grenzen! Da musste erst einmal wieder Ruhe her ... "Same Old Song". Schließlich brachte Pat McManus noch eine feuerrote Gitarre ins Spiel. "Belfast Boy" war Gary Moore gewidmet und "Needle In The Groove" hatte selbigen in Hülle und Fülle. Den Applaus am Ende des regulären Gigs beantwortete das Trio mit einer infizierenden Version von ZZ Tops "La Grange". Noch Fragen? Meines Erachtens hatten Pat McManus, Marty McDermott sowie Paul Faloon alle auf eine musikalisch überzeugende Art und Weise ausführlich beantwortet. Hats off!
Line-up:
Pat McManus (vocals, electric guitars, acoustic guitar, bouzouki, violin)
Marty McDermott (bass, backing vocals)
Paul Faloon (drums)
Pat McManus       Pat McManus
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