Yes / Magnification
Magnification Spielzeit: 56:39
Medium: Do-LP
Label: Sireena, 2013 (Beyond/Eagle, 2001)
Stil: Prog / Art

Review vom 30.03.2013


Ulli Heiser
Vor ein paar Wochen erzählte mir ein RockTimes-Kollege, sich wieder verstärkt Langspielplatten zuzulegen. Und zwar ausschließlich solche, die im bunten Vinyl-Gewand daherkommen. Ja mein Bester, ich hätte da einen Tipp für dich. Sireena hat sich nach Open Your Eyes erneut einem Werk der Prog Rock-Legende Yes gewidmet und deren 19. Studioalbum "Magnification" liegt in knalligem Lila satt auf dem Plattenteller. Zumindest dann, wenn man sich ein Exemplar der Erstauflage (1000 Stück) sichert.
Lila VinylWas dem einen recht ist, soll dem anderen billig sein, was bedeutet, dass nicht nur die Augen auf ihre Kosten kommen. Die Ohren werden von der 180g schweren Qualität verwöhnt, zumal Sireena das Material auf drei LP-Seiten 'gestreckt' hat. Problemlos hätte eine LP für die knapp 57 Minuten gereicht. Das Label entschied sich aber, die Songs nicht zu eng zu pressen, was der Klangqualität zu Gute kommt. Also Leute und insb. Mike, schnappt euch ein Exemplar der Erstausgabe, so bunt kommen wir nicht mehr zusammen.
Yes hatte zu Zeiten von "Magnification" viele Line-up-Wechsel hinter sich und auch stilistisch mehrmals den reinen Pfad der Prog-Tugend verlassen. Auf vorliegendem Werk findet sich mit Anderson, Howe, Squire und White fast die komplette Gründungsmannschaft. Zumindest wenn man - wie ich - Alan White und Steve Howe dazu zählt. Zeitlich ist deren Erscheinen so eng mit
Bill Bruford und Peter Banks verknüpft, dass ich mir diese Freiheit nehme (wobei natürlich logisch ist, dass der Begriff Gründungsmitglied keine persönliche Definition zulässt). Wie auch immer man das sieht, einer ist hier nicht dabei: Weder Kaye oder Wakeman, noch Downes oder Sherwood. Yes also ohne die prägenden Tasten? Ja, wenn man den Pianoeinsatz mal außen vor lässt. Anstelle der Keyboards entschied man sich für den Einsatz eines Orchesters und beauftragte Larry Groupé, eins zusammenzustellen. Sechzig Mann stark lässt es die Keyboards fast nicht vermissen.
Natürlich bedingt dies eine mehr oder weniger stark ausgeprägte klassische Komponente, was aber Rockmusik dieser Ausrichtung sehr gut zu Gesichte steht. Wer Yes abseits ihrer poppigen Ausflüge, also aus der guten alten Zeit, mag, wird auch "Magnification" mögen. Art- und Proganteil stehen hier nicht in Konkurrenz mit dem klassischen Orchester, sondern gehen eine starke Symbiose ein. Wenn die Gitarre akustisch oder gar spanisch ihre Saiten flirren lässt, wird das ganz besonders erkennbar. "Magnification" enthält viel vom alten Siebziger-Yes-Zauber und -Bombast. Man darf dieses Album nicht nur des farbigen Vinyls wegen kaufen... auch musikalisch zählt es unbedingt zu denen, die ich gerne höre, wenn mir nach dieser Band zumute ist.

Und was kann zu solch einer Truppe besser passen, als gutes altes Vinyl? Rein in den Sessel, das aufklappbare LP-Cover zur Hand genommen und dankbar den darin enthalten Lyrics folgen. Immer wieder fällt der Blick dabei auf den rotierenden Plattenteller mit diesem geilen Lila...
Line-up:
Jon Anderson (lead vocals, midi guitar, acoustic guitar)
Steve Howe (acoustic and electric guitars, steel, mandolin, vocals)
Chris Squire (bass guitars, vocals)
Alan White (drums & percussion, vocals, piano)

Orchestral music composed, arranged and conducted by Larry Groupé
Tracklist
Seite 1:
01:Maginification (7:18)
02:Spirit Of Survival (6:01)
03:Don't Go (1:29)
Seite 2:
01:Give Love Each Day (7:16)
02:Can You Imagine (3:01)
03:We Agree (6:32)
04:Soft As A Dove (2:19)
Seite 3:
01:Dreamtime (10:18)
02:In The Presence Of (10:16)
 a. Deeper
 b. Death Of Ego
 c. True Beginner
 d. Turn Around And Remember
03:Time Is Time 2:09)
 
Externe Links: