Am 21.09.2024, also vor etwa einem Jahr, gastierte Nico Rivers aus Boston mit einem Konzert in Sande. Nachdem sich ein weiterer Termin im dortigen Hause zerschlagen hatte, stellte sich freundlicherweise der Ev-luth. Kirchenkreis in Verbindung mit dem Förderverein Kulturkirche im Stadtnorden e.V. zur Verfügung, um auch dieses Konzert im Rahmen der Veranstaltung "musik in der kirche" durchzuführen.
Nico trat solo auf und hatte sich auf den Einsatz der akustischen Gitarre und Fußperkussion reduziert, dazu spielte er bei einigen Songs Mundharmonika. Im Wesentlichen trug er Stücke der letzten beiden Alben, Tiny Death und "Masquerade Of Lullabies" vor, dazu einige ältere Songs, einen ganz neuen und drei Coverversionen.
In der recht gut gefüllten Kirche konnte Nico mit seiner Mischung der gewählten Lieder gut überzeugen. Auffällig war die stark geprägte autobiografische Note, denn fast immer steckten persönlich erlebte Begebenheiten dahinter, jeweils wurden die Hintergründe zu Beginn kurz erklärt. Ob es nun eine frühere Tätigkeit in jungen Jahren auf einem Friedhof war ("Fortune Teller"), die Beschäftigung mit Spiritualität ("Ghosts") oder es um Kindheitsträume ging, hier: doch gern ein Astronaut zu sein ("Your Heart From The Inside"). Und in dem ganz neuen, etwa einen Monat alten Stück "Into", um die Auseinandersetzung mit der Krebserkrankung einer Freundin – so waren es all diese Songs im Grunde genommen auch, die das Konzert mit einer großen Nähe zwischen Künstler und Publikum erfüllten. Hinzu kam, dass Nico eine recht starke emotional geprägte Note zum Ausdruck brachte, die man ihm auch ansehen konnte. Zum Beispiel, wenn er mit einem Lied über die verstorbene Großmutter diese damit verbundenen Gefühle ganz offen nach außen transportierte.
Auch einige Songs, die gemeinsam mit seiner Band Gold Hoax entstanden, zum Beispiel "Your Heart From The Inside", vermochte er auf diese instrumentell reduzierte Art überzeugend vorzutragen. Ja, und dieser Titel ist, nebenbei bemerkt, sogar etwas mit einem 'Ohrwurmcharakter' behaftet! Von der Kindheit in Marshfield, Massachusetts und die langen und prächtigen Feuerwerke am 3.Juli berichtete der Protagonist mit "Patient Harbor", und ob ein Song wie "Devil’s Boots" nun unbedingt angebracht sei für einen Vortrag in einer Kirche, gab er zu bedenken. Sehr viele Geschichten und Anekdoten rundeten den Vortrag absolut zielsicher und treffend ab. Die erste Zugabe war der recht emotionale Song "The Wheel", den er zu einem Gang durch den Mittelgang der Kirche nutzte; die Gitarre ausgestöpselt und dennoch aufgrund der Akustik sehr gut verständlich.
Nico trug drei Coverversionen vor, "Blackbird" der Beatles, "Heart Of Gold" von Neil Young, und als Abschluss des Konzerts "Proud Mary" von Creedence Clearwater Revival, als 'Mitsinger' für das Publikum, und so erschall es dann auch vielstimmig: »Rolling, rolling, rolling on the river«.
Hatte ich beim letztjährigen Konzert bereits festgestellt, dass Nico gesanglich noch ausdrucksstärker und sicherer agierte, so hatte sich das nun erneut bestätigt, durch die vielen Auftritte und die damit verbundene verstärkte Bühnenerfahrung. Hervorzuheben ist dabei auch der hohe Qualitätsgrad des abwechslungsreichen Gitarrenspiels, das diverse Spielarten zum Ausdruck brachte.
An dieser Stelle ist auch ein Dank an Herrn Volker Pirsich auszusprechen, der dieses Konzert in Verbindung mit dem Ev.-luth. Kirchenkreis, im Rahmen der Veranstaltung "musik in der kirche", ermöglicht hat, und den sympathischen Pastor der Kirche, Herrn Dietrich Schneider. Dieser sprach dann noch gemeinsam mit den Besuchern des Konzerts ein "Vaterunser" und segnete Musiker und Publikum.
Line-up Nico Rivers:
Nico Rivers (vocals, guitar, harmonica, foot percussion)
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Wolfgang Giese | RockTimes









Neueste Kommentare