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V.A / Destination Lust, The World Of Love, Sex And Violence – CD-Review

V.A / Destination Lust, The World Of Love, Sex And Violence

Bear Family Records, stets ein Garant für das Ungewöhnliche, für das Unerwartete. CDs mit Themenbereichen sind eine der Spezialitäten des Labels. Und nun wird es lüstern. "Destination Lust, The World Of Love, Sex And Violence", so heißt diese Kollektion mit zweiunddreißig Songs.

Das Ziel ist klar definiert, ein Soundtrack von Lust, Liebe, Sex und Gewalt. Entsprechend wird auf dem Cover gewarnt: »Adults Only!« Nun, das, was hier geboten wird, lässt so manchen Moralwächter der heutigen Zeit wahrscheinlich müde lächeln, denn auch in diesem moralischen Umfeld hat sich Einiges verändert: Das, was einst in den Fünfzigern und Sechzigern als unmoralisch und schmutzig galt, ist heute ganz anders geprägt.

Daher ist es wahrscheinlich so, dass so mancher Song dieser Kollektion anstatt eines erhobenen Zeigefingers und Entsetzen eher ein Schmunzeln verursachen wird. Dennoch – die knisternde Erotik ist geblieben, angefangen vom Cover bis hin zum reich bebilderten farbigen 28-seitigen Booklet von Bill Dahl mit vielen frivolen Abbildungen, sich nackt räkelnde Damen auf dem Tigerfell, dazu natürlich gleich der Soundtrack mit "Teach Me Tiger" von April Stevens, Werbung über sexuell stimulierende neue Erfindungen, wie dem 'Vibra-Finger' und vielen Informationen zu den einzelnen Künstlern.

Ja, und wie wurde das musikalisch umgesetzt? Zunächst bewegt sich die Musik in den Fünfzigern und Sechzigern und ist entsprechend trendmäßig davon geprägt. Und hierbei geben sich Hits und Raritäten die Klinke in die Hand. Dabei kommen auch die seinerzeit so typischen Sex-Bomben der Filmgeschichte zu Wort, Diven wie Jayne Mansfield, Lizabeth Scott, Ann-Margret, Elke Sommer, April Stevens und Mamie van Doren.

»Hello! Yes, this is Jane, Baby!«, so beantwortet gleich zu Beginn Jayne Mansfield den Telefonanruf eines Verehrers. Gesang war allerdings nicht so ihre Stärke, da müssen wir uns dann eher an April Stevens, Lizabeth Scott oder Ann-Margret halten. Am skurrilsten kommt dabei unsere Elke Sommer, "Be Not 'Notty'" ist schon ganz schön schräg!

Doch gesanglich gibt es natürlich ansonsten gute Leistungen der verschiedenen Bands und Künstler/innen, die sich musikalisch allesamt zumeist in der Pop-Musik jener Tage ansiedeln, mit Elementen von Jazz, Rhythm & Blues und Blues sowie ein wenig Rock’n’Roll. Hier sind es John & Jackie, die ein wenig flotter rocken mit "Little Girl", begleitet von einer dem Orgasmus zustrebenden kreischenden Dame, echt verrückt.

Dazu gibt es noch einige Instrumentals, am bekanntesten dürfte wohl der klassische Titel von David Rose & His Orchestra sein, zu seinem Titel "The Stripper" dürften sich wohl unzählige Menschen entkleidet haben.
Ja, das ist wohl eine der verrücktesten Kompilationen von Bear Family Records, reichlich schlüpfrige Songtitel und -texte inbegriffen.


Tracklist "Destination Lust, The World Of Love, Sex And Violence":

  1. Jayne Mansfield – That Makes It
  2. The Playboys – Charge It
  3. April Stevens – I Want A Lip
  4. The Trenier Twins – Hey! Sister Lucy (What Makes Your Lips So Juicy?)
  5. The Bikinis – Crazy Vibrations
  6. April Stevens –  Teach Me Tiger
  7. Jim Backus & Friend – Delicious
  8. Miss X – Christine
  9. Andrea Tosi – La Sorella Di Cristine
  10. Elke Sommer – Be Not 'Notty'
  11. Mamie van Doren – Separate The Men From The Boys
  12. Lola Dee & Rusty Draper – Scratch My Back
  13. The Clovers – Love Potion No. 9
  14. Ann-Margret –  Let Me Entertain You
  15. Slim Gaillard Sextet – When Banana Skins Are Falling
  16. Rolls' Royce & The Wheels – Topless
  17. Ruth Wallis – Long-Playing Daddy
  18. Lizabeth Scott – A Deep Dark Secret
  19. The Revels with Barbara Adkins – Intoxica
  20. The Fiestas – I’m Your Slave
  21. Bobby Towers – Bondage Of Love
  22. The Frantics – The Whip
  23. John & Jackie – Little Girl
  24. Cozy Cole & The Love Orchestra – Bad
  25. Richard Marino & His Orchestra – Fever
  26. Bobbie Bolden – Hall Of Shame
  27. Enoch Light & The Light Brigade – Blonde Bombshell
  28. David Rose & His Orchestra – The Stripper
  29. Miss X – S-E-X
  30. Pat Morrissey –  Why Don’t You Do Right
  31. Jayne Mansfield – Let’s Do It (Live)
  32. Jayne Mansfield – Outro (Spoken Word)

Gesamtspielzeit: 77:25, Erscheinungsjahr: 2020

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
Meine Seite im Archiv

Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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