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AJ Plug – Konzertbericht, 30.01.2026, blues, Rhede

Am 30. Januar 2026 gastierte AJ Plug im angesagten Club blues, Rhede.
Laut AJ Plugs Website sind Killer King (2023) sowie Underneath Your Skin (2024) die letzten beiden Veröffentlichungen.
Zuletzt trat die niederländische Künstlerin am 27. Januar 2023 im blues, Rhede, auf.
Im Konzertbericht heißt es unter anderem:
»[…] Mit vielen Highlights gespickt war das AJ Plug & Co-Konzert ein Live-Genuss der besonderen Art. AJ Plug muss man live gesehen haben. […]«

In der blues, Rhede, Konzertankündigung lesen wir auch:
»[…] Die mehrfache Preisträgerin AJ Plug ist ein absoluter Topper aus der niederländischen Roots-Szene. Sängerin AJ Plug (Alexandra Jolanda) gilt als eine der beeindruckendsten 'Ladies', die in den letzten Jahren die niederländische Roots-Szene hervorgebracht hat. […]«

AJ Plug und Band im Januar 2026 im blues Rhede

AJ Plug und Band im Januar 2026 im blues Rhede

Einhundert Minuten ausschließlich Eigenkompositionen. Null Coversongs.
Mit ihrer tollen Band bot AJ Plug an diesem Konzertabend einen musikalischen Trip durch ihre bereits weiter oben gelisteten Alben "Killer King" sowie "Underneath Your Skin". Ergänzend kamen Lieder aus Chew, Chew, Chew beziehungsweise "Let Go Or Be Dragged" hinzu.
Siebzehn Songs, die an individueller Authentizität, einer persönlichen Handschrift und textlicher Aussagekraft kaum zu überbieten waren.

Roots, Rock, Blues, Blues Rock sowie ganz besonders die Balladen waren der große Genre-Teppich, auf dem sich das hochklassige Konzert ausbreitete.
Alle Nummern, ob rockend oder balladesk, streichelten die Gefühle des Publikums. Nicht selten streckten sich dabei die Härchen auf den Armen in die Höhe. Vollkommen nachvollziehbar war da der lautstarke Beifall der Zuhörerschaft.

AJ Plug, die Sängerin mit den großen Emotionen.
Sie sang mit einer kraftvoll-ausdrucksstarken Stimme, wenn rockige Lieder angesagt waren. Die Intensität in ihrem Gesang war während der ruhigeren Tracks kaum zu überbieten.

Sie sprach auch über ihren Speiseröhrenkrebs, über den Dämon, der sie zu der Zeit fest im Griff hatte. Eindringlich zum Ausdruck gebracht durch das Stück "Killer King", einem der vielen Highlights des Auftritt im blues, Rhede.
Damals stand ihr der Rhythmus-Gitarrist Klaas Kuijt zur Seite. Ihm widmete sie "Your Love" und auch hier war ihre Hingabe förmlich greifbar.

Zu einem weiteren Höhepunkt aus der Kategorie Balladen kam es bei "Hold Me", in dem hier und bei weiteren ausgewählten Kompositionen Klaas Kuijt sowie Bassist Roelof Klijn klasse Backing Vocals beitrugen.
So auch in "It Will Be Alright", einem Lied, das durch seine Langsamkeit und der Überzeugungskraft einer AJ Plug wie ein Stern am Himmel des Slow Blues glänzte.

Alle Augen und offene Ohren auf Lead-Gitarrist Sebatsiaan Fledderman.
Er war der Zauberer auf dem Fretboard seiner Les Paul. Er hatte ein Herz für Sentimentalität, kraftvoll-rockende Höhenflüge sowie Power-Soli, die ihn immer wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte. So tönten "Restless Need" beziehungsweise "I See The Light" flott und mit klasse Tommy Parker Jr.-Beats aus den Lautsprecherboxen. Die Fußwippe kam zum Einsatz.

In "Shine" begab sich Sebatsiaan Fledderman auf die Reise zu einem Hammer-Solo.
Boogie, Boogie, Klaas Kuijt. Groove, Groove, Tommy Parker Jr. Volle Kraft voraus. "Free At Last" entpuppte sich als eine zentrale Nummer, bei der das Auditorium seine große Freude hatte. AJ Plug band den Publikums-Chor mit ein und dann machten die Sängerin sowie Sebatsiaan Fledderman den Blick frei für den großen Auftritt des Schlagzeugers Tommy Parker Jr..
Durch Vielseitigkeit und Präzision bot der Drummer ein faszinierendes Solo, bei dem es schon zwischendrin Szenenapplaus gab. Beide Daumen hoch für Tommy Parker Jr., der gemeinsam mit dem Regenten über die tiefen Töne, Roelof Klijn, für rockenden Drive oder balladeske Zurückhaltung sorgte. Super Performance!

Geprägt von einer wohltemperierten Heftigkeit in "River Blue" verpasste Bassist Roelof Klijn seinem Lauf auf dem Griffbrett durch den Einsatz eines Plektrums eine eindringliche Härte. Das Stück mündete letztendlich in einem großen Finale.

Viel Becken-Action von Drummer Tommy Parker Jr. prägten den Beginn der "Tears Ran Dry"-Zugabe. Die Ballade wurde zunächst gekennzeichnet von feinsten sphärischen Sebatsiaan Fledderman-E-Gitarren-Läufen. Dann plötzlich eine Pause, in der sich AJ Plug beim Publikum bedankte und schließlich die Bühne verließ. Währenddessen verharrte ihre Band in der Bewegungslosigkeit. Nur um dann bei heftig rockendem Ambiente den Teufel zum Tanzen aufzufordern. Der rockige Druck des Quartetts hob virtuell die Decke der Location an. In dieser abschließenden Phase wurden die letzten Körner aus dem Tank abgerufen.

Welch ein Spektakel ganz am Ende. Hammer! Man hätte sich gewünscht, dass diese beeindruckende Combo noch zu einem Gruppenfoto zusammengekommen wäre.
Mit vielen Highlights versehen, war dieses AJ Plug-Konzert mit einer famosen Band ein großartiger Genuss.
Für den tollen Sound geht ein besonderer Dank an Jan Tervooren und Sabine für die stets aufmerksame Bedienung.

RockTimes bedankt sich bei André Knoch für den Platz auf der Gästeliste.
Am 27. Februar wird Stratus Quo (Tribute Band of Status Quo) erwartet und am 13. März spielt die Allen-Forrester Band im blues, Rhede.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up AJ Plug:

AJ Plug (vocals)
Sebatsiaan Fledderman (lead guitar)
Klaas Kuijt (rhythm guitar, backing vocals)
Roelof Klijn (bass, backing vocals)
Tommy Parker Jr. (drums)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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