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Andrea van Cleef & Diego 'Deadman' Potron / Safari Station – CD-Review

Zwei Musiker stecken ihre musikalischen Köpfe zusammen und veröffentlichten Ende Oktober 2021 gemeinsam mit einigen anderen Musikern "Safari Station".
Soviel Zeit sollte sein, um etwas über die beiden Künstler zu erfahren.
Wie wir aus der Biografie des Italieners Andrea van Cleef erfahren, war seine erste richtige Band die Bogartz. Dort begann er mit »[…] singing because nobody in the band wants to sing, and he hasn’t stopped ever since. […]« Noch bekannter wurde er durch die Stoner Rock-Combo Humulus. »[…] Nebenbei macht er viel Session-Jobs (u.a. als Bassist in Vic DuMonte’s Persona Non Grata […]) […]«.

2012 kam sein erstes Soloalbum mit dem Titel "Sundog" auf den Markt. Akustisch ausgelegt etablierte sich »[…] Andrea in the European underground scene not only as a heavy rocker, but also as a singer-songwriter in the vein of the great psychedelic experimental songwriters of the 70s (John Martyn, David Crosby) and of present time (Eddie Vedder, Mark Lanegan, Jonathan Wilson). […]«
Diego 'Deadman' Porton lebt in Mailand. »[…] Von Metalcore bis Singer-Songwriter ist stilistisch eine breite Palette zu hören. […] Seit 2006 ist er europaweit Solo unterwegs und hat mehr als 1500 Shows gespielt. U.a. als Support von Bands wie Turbonegro, Clutch, Black Rainbows, […] Bob Log III […]«.

Okay, und was ist jetzt mit "Safari Station"?
Unter dem Strich ist dem Duo ein bemerkenswertes Album zwischen Alternative Music (ganz allgemein), Psychedelic, Folk und Alternative Rock gelungen.
Zehn Songs sind das herausragende Resultat von gelungenen Kompromissen eines Andrea van Cleef und Diego 'Deadman' Potron.

"Safari Station" ist weder Stoner Rock-Fisch noch Metalcore-Fleisch.
Vielmehr darf man die gut zweiundvierzig Minuten als eine sehr gelungene Mischung aus akustischen Instrumenten und künstlich erzeugten Keyboard- beziehungsweise Synthesizer-Sounds bezeichnen. Okay, die Andrea van Cleef-E-Gitarre hat natürlich auch ein Wörtchen mitzureden.

Mehrmals begegnen wir zum Beispiel den Klängen einer singenden Säge.
Mehrmals begegnen wir zum Beispiel den verträumten Klängen eines Pianos.
Düstere Atmosphären stehen Momenten gegenüber, in denen die Musiker so etwas wie eine lichtspendende Taschenlampe benutzen.
Gesanglich ist das Duo voll auf der Höhe der reflektierten Stimmungen. Hier und da sorgt der in Effekten eingebettete Gesang für wunderschönen Flair.
Aus meiner Sicht gehen Andreas van Cleef & Diego 'Deadman' Potron sogar so weit, dass sie sich in den Bereich des Chansons begeben. Dieser Stil ist allerdings gefüllt von Psychdelic.

Ganz raffiniert arrangiert sowie interpretiert serviert uns das Duo den Blues. Highlight!
Beim Interpretieren sind wir bei "In Zaire" gelandet. Dieser tanzbare Johnny Wakelin-Hit aus der Mitte der Siebzigerjahre wurde komplett entkernte. Die von Andrea van Cleef & Diego 'Deadman' Potron abgespeckten Song-Strukturen spiegeln eine ganz andere Atmosphäre wider. Man rückt ihre rhythmisch vertrackte Nummer viel mehr in nachdenkliche Sphären. Dennoch ist die Neubearbeitung in ihrer Art klasse.
Kräftiger geht es allerdings auch. Auf der vorliegenden Platte gibt es Phasen, in denen mit hochgekrempelten Ärmeln psychedelisch gerockt wird. Mit ihren Fußspitzen wagen die beiden Künstler darüber hinaus als Blitzlicht auch einen Schritt in den Jazz.

"Safari Station" ist ein hervorragende Mischung von diversen Stimmungen.
Von Folk bis Psychedelic ist sozusagen alles Mögliche vertreten.
Beim Album von Andrea van Cleef & Diego 'Deadman' Potron kann der Titel des abschließenden Songs "Safari Station (A Nice Place To Be)" herhalten, um die Klasse der Scheibe zu würdigen.
Diese Veröffentlichung verlangt nach mehr Musik von Andrea van Cleef & Diego 'Deadman' Potron.
Bleibt gesund und nehmt euch zur Ablenkung Zeit für gute Musik.


Line-up Andrea van Cleef & Diego 'Deadman' Potron:

Diego Potron (vocals, acoustic guitar)
Andrea Van Cleef (vocals, electric guitar)
Don Antonio Gramentieri (baritone guitar, lap steel, synthesizer)
Piero Perelli (drums, percussion)
Nicola Peruch (synthesizer, piano, Rhodes)

Tracklist "Safari Station":

  1. Rise Above All Gods
  2. You Can’t Hide Your Love Away
  3. Gang Of Boyz
  4. Mozuela
  5. In Zaire
  6. Spiderweb Blues
  7. Kay Zansét
  8. You And I Were Born For Better Things
  9. 500 Miles Away
  10. Safari Station (A Nice Place To Be)

Gesamtspielzeit: 42:21, Erscheinungsjahr: 2021

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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