Der Metal-Bereich hat inzwischen viele Unterscheidungen hervorgebracht. Schon in den 1980er Jahren durften sich Fans unter verschiedenen Klangmustern orientieren und sich die Frage stellen, welcher Stilrichtung sie am liebsten nachgehen möchten.
Der Begriff Beach Metal ist für mich allerdings Neuland. Die Musiker von Beach Viper haben sich diese Bezeichnung auf die Fahnen geschrieben. Konkret hat diesen Begriff Sänger und Gründer Steve Traikovich geprägt. Beim Betrachten des Covers zu ihrer neuen EP "Alive & Free" liegt es nahe, an Strand und Urlaub zu denken. Wobei die Gestaltung zunächst eher Gedanken an die Beach Boys aufkommen lässt und weniger an Hardrock-Klänge.
Stammen besagte Beach Boys mit ihrer Surfmusik aus Kalifornien im Westen der USA, so sind die Hardrocker von Beach Viper in Phoenix, Arizona, zuhause und somit im Südwesten der Vereinigten Staaten beheimatet. Also liegt die Herkunft beider Bands nahe beieinander. Soviel als kleiner geografischer Exkurs.
Die Protagonisten von Beach Viper halten zur Covergestaltung ihrer aktuellen EP entgegen, dass das Album "Alive & Free" genau jene Musik enthalte, die man im Auto auf einem Highway bei geöffneten Fenstern hören kann – wenn möglich bei offenem Verdeck.
Übertrieben ist diese Feststellung nicht, denn die fünf Stücke hören sich ordentlich an und sind vom Start an eingängig. Der Sound kanalisiert die Nähe der Band zur Westküste der Vereinigten Staaten und ist nach deren Ansage voller sonnenverwöhnter Akkordhaken und eingängiger Refrains. Hard Rock-Grooves treiben ihre Musik an. Das Line-up folgt einer bewährten Hard Rock-Formel: Sänger Steve 'Traik' Traikovich ist Kopf der Band und der Showmann. Gitarrenriffs und Soloarbeit liefert Robert 'El Jefe' Trop. Solide Basslinien als Untermalung der Gitarren-Melodien kommen von Karl 'KG' Sproule und mit Geoff 'Kill' McCormick gibt es einen akribischen und zuverlässigen Arbeiter am Schlagzeug.
Beach Vipers selbstbetitelte Debüt-EP wurde im April 2016 veröffentlicht. Zur Entstehung der Band heißt es auf deren Homepage: »Beach Viper entstand aus den Resten einer Coverband, die klassische und Hard Rock-Songs aus den 70ern, 80ern und 90ern spielte. Nachdem Robert mehrere Jahre lang Cover gespielt hatte, fragte er eines Tages Steve, ob er jemals einen Text geschrieben habe. Als er antwortete, dass er viele Texte habe, tauchten Ideen für Songs auf. Und dann begann die Band mit ihrem eigenen Material zu experimentieren und spielte die Songs schließlich live für das Publikum. Aufgrund der Nachfrage nach dem Originalmaterial nahm die Band schließlich ihr EP-Album auf, das aus fünf ihrer Songs bestand. Der Sound der Band kann am besten als Hard Rock-Sound der 80er-Arena beschrieben werden. Schwere Gitarrenriffs, treibende Beats, Harmonien – im Grunde sind all die Dinge, die jeder im klassischen Rock im 80er-Jahre-Stil liebt, das Kernstück von Beach Vipers Songs.«
Gründungsjahr der Formation, die sich auf ihrer Internetpräsentation sehr Fan-orientiert zeigt, ist schon 2011. Bis heute existieren zwei EPs, die aktuelle mit einer Spieldauer von 24:04 Minuten. Als Vorbilder nennen die Musiker Van Halen, Scorpions, Dokken oder Bon Jovi. Das passt gut zum jüngsten Werk, wobei die Musik facettenreich ist. Der Bogen reicht vom Arena-Rock über Blueseinflüsse bei "Beach Stomp Boogie" bis hin zu ein paar ruhigen Tönen.
Der Name "West Coast" reicht diesem Titel zu Ehre. Der abschließende Track mit Akkustikklampfe vermittelt ein Stück Lebensgefühl der Westküste mit ihren 300 Sonnentagen im 'Valley of the Sun' und weicht klanglich vom Rest der EP ab. Gedanken an "To Be With You" von Mr. Big kommen bei dieser ruhigen Einlage spontan auf. Deutlich zu hören ist hier der auffällige Satzgesang, denn alle Mitstreiter von Beach Viper betätigen sich am Mikro. Die EP "Alive & Free" verbreitet auf alle Fälle gute Laune und hört sich erfreulich modern an.
Der Blick auf die Bandwebsite vermittelt ein Eindruck dessen, dass die Musiker vor allem auf die Bühne gehören. Das geschieht mit einer eindeutigen aktuellen Botschaft: »Wir werden alle Viperheads so schnell wie möglich sehen. In der Zwischenzeit bleibt sicher und tragt eine Maske!«"
Der Begriff Viper im Namen der Band steht für eine Schlange. Dieser Teil soll wie auch das Wort Beach an Sommer, Sonne und Strand erinnern. Das bandeigene Maskottchen ist übrigens Vito the Viper. Hier zeigen die vier Akteure ihren Sinn für Humor: »Da Iron Maiden Eddie als Monster hat, haben Beach Viper Vito the Viper, obwohl es für die Live-Shows noch keinen riesigen Vito the Viper-Roboter gibt.«
Line-up Beach Viper:
Steve Traikovich (vocals)
Robert Trop (guitars, keyboards, vocals)
Karl Sproule (bass, vocals)
Geoff McCormick (drums, vocals)
Tracklist "Alive & Free"
- I Shall Return
- Alive & Free
- Beach Stomp Boogie
- Climbing to the Top
- West Coast
Gesamtspielzeit: 24:04 Erscheinungsjahr: 2020



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