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Beer Scouts / Black Point Lulu – CD-Review

Das amerikanische Trio Beer Scouts steht für rauen Rock’n’Roll »[…] and some screaming over it! […]«
Die Musik auf "Black Point Lulu" passt perfekt zu den Bier-Pfadfindern. Bei dieser Mucke wird definitiv kein Gerstensaft im Glas schal. Zum Motto der Formation – »Will Rock For Beer!« – kann man das Bier aber auch aus der Pulle trinken.
Der Bassist Rob Ruiz brachte die Combo gemeinsam mit seinen Mitstreitern Howard Vatcher (Gitarre, Gesang) sowie Schlagzeuger Ken Susan 2016 an den Start.
Vorher waren die drei Musiker getrennt voneinander bei Rolls Rock (Rob Ruiz), The Science (Howard Vatcher) sowie Rolling Bob (Ken Susan) aktiv. Zusammen spielte man bei den Sorentinos.
Bei der Richtung, in die die Beer Scouts-Pfeile schießen, fragt man sich bei The Beatles oder The Monkees als Einflüsse, wie diese Bands mit Grand Funk Railroad beziehungsweise Chuck Berry zusammenpassen. Die beiden Letztgenannten passen ins Beer Scouts-Puzzle.

Etwas über siebenunddreißig Minuten gibt einem das Trio aus der San Francisco Bay Area Zeit, um sich von seinem rauen Rock’n’Roll überzeugen zu lassen.
Bei einem Dutzend Songs auf der vorliegenden Platte darf man davon ausgehen, dass die Nummern über eine knackige Kürze verfügen.
Die zwölf Stücke gehen auf die Kompositions-Konten von Rob Ruiz sowie Howard Vatcher. "New Bad News" schrieben die beiden Musiker zusammen.
"Dancing In The Desert" erweist sich als der längste Track der CD.
Ja, tanzen kann man zu dieser Nummer. Es groovt und gemessen an so manchem anderen Lied geht es hier ziemlich entspannt zu. Das Stück fließt so dahin. Die Gitarrenriffs hauen einen jetzt nicht um und das Howard Vatcher-Sechssaiter-Solo kommt gut an, verfügt allerdings nicht über einen Wow-Effekt. Die gute Rhythmus-Arbeit zeichnet diesen Song aus.
Dagegen ist "Blue Tide" mit etwas mehr als einer Minute der Shorttrack des Albums. Dieses Stückchen Musik hat eher den Charakter einer Improvisation. Die E-Gitarre wurde kurz in die Psychdelic getaucht und schon ist dieses Instrumental vorbei. Aus meiner Sicht hätte man daraus noch mehr machen können.

Die Scheibe beginnt sozusagen standesgemäß für die Beer Scouts.
Die Aufforderung "Let’s Drink Some Beer" hat den bereits erwähnten Rock’n’Roll, allerdings stellt man sich unter der rauen Variante etwas anderes vor. Bier-Stimmung kommt bei dieser flotten Nummer schon auf, aber es reicht nur für ein erstes Anstoßen. Weitere Gerstenkaltschalen-Bestellungen werden noch nicht geordert.
Komisch, bei den Einflüssen wurde ZZ Top gar nicht genannt. "I Spent It All On You" deutet leichte Boogie-Verweise zu den Texas-Rockern an. Howard Vatchers heftige E-Gitarrensoli überzeugen und eine dezente Tempoverringerung macht das Stück angenehmer.

Wo kommt man auf "Black Point Lulu" denn zum Durchatmen?
Wenn man so will, kann "Guess It’s True" – im Vergleich zu den anderen Tracks – als so etwas wie eine Ballade bezeichnet werden. Das Stück ist eher eine Power-Ballade und hat man sich bis zu dieser Nummer durchgearbeitet, ist hier die Frage nach der Diversität zu stellen.
Die Kompositionen sind Kraftpakete und dürfen durchaus laut gehört werden. Beim rauen Rock’n’Roll ist es ja quasi Pflicht. Vom Sound her bedeckt manche Nummer eine Art Schleier, so wie bei "Backbone Juice".

Der von den Beer Scouts auf "Black Point Lulu" präsentierte Rock’n’Roll ist phasenweise rau und kommt ganz allgemein aus dem Bierfass geschossen, als hätte man mit dem Hammer den Zapfhahn nicht in die richtige Position geschlagen.
Bei dem einen oder anderen Track ist man geneigt, dem Trio ein Bier zu spendieren.


Line-up Beer Scouts:

Howard Vatcher (guitar, vocals)
Rob Ruiz (bass, vocals)
Ken Susan (drums, vocals)

Tracklist "Black Point Lulu":

  1. Let’s Drink Some Beer (2:35)
  2. I Spent It All On You (3:27)
  3. Black Point Lulu (3:18)
  4. New Bad News (2:34)
  5. Backbone Juice (2:59)
  6. Love Gone Good (3:32)
  7. Guess It’s True (3:50)
  8. She Wants Me (3:07)
  9. Dancing In The Desert (4:20)
  10. Don’t Ask Me If I Care (2:59)
  11. Social Pressure (3:11)
  12. Blue Tide (1:17)

Gesamtspielzeit: 37:18, Erscheinungsjahr: 2019

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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