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Bell Baronets / Tied Up In Red – CD-Review

Bell Baronets - "Tied Up In Red" - CD-Review

Wirklich viel ist im weltweiten Netz nicht über die Band Bell Baronets zu finden, aber immerhin wird der willige Sucher darüber informiert, dass es sich bei der Combo um ein Trio aus der Schweiz handelt. Im Frühling 2017 erschien das Debütalbum und anschließend war die Band knappe zwei Jahre lang auf den Straßen Europas unterwegs, um so ziemlich jede Bühne mitzunehmen, die nicht schnell genug auf den Bäumen war. Viel Zeit sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen hatte der Dreier allerdings nicht, denn anschließend war es höchste Eisenbahn ins Studio zu gehen, um den Nachfolger, die mir nun vorliegende Scheibe "Tied Up In Red", einzuspielen. Es mag am strammen Terminplan gelegen haben, dass dieses neue Werk es gerade mal auf knapp 35 Minuten bringt, aber solange die vorhandenen zehn Tracks überzeugen, sieht man natürlich gerne auch mal über die eher magere Quantität hinweg.

Die Band bzw. deren Umfeld spricht gerne von den Siebziger-Einflüssen in den Tracks. Diese sind zwar durchaus auszumachen, dennoch schaffen es die Schweizer, sehr modern zu klingen. Verschrieben haben sie sich der Rock-Musik im Allgemeinen und der verzerrten bzw. Fuzz-Art im Besonderen. Die meisten Stücke sind relativ einfach gestrickt, kommen deshalb aber auch ohne große Umschweife auf den Punkt. Dabei gehen Titel wie etwa "Gold In Them Hills" bereits sehr schnell ins Ohr, während der Hörer bei einigen anderen Songs ein paar Durchläufe mehr benötigt. Was aber grundsätzlich gar kein Fehler ist, da man so auch immer mehr Feinheiten der Einspielung sowie Arrangements heraushört.

Erwähnenswert ist auch das rhythmisch deutlich vertracktere "Inked", das (wie einige andere Songs) unter Beweis stellt, dass die Bell Baronets auch technisch durchaus etwas auf der Pfanne haben. So richtig vom Hocker hauen mich die Nummern dennoch nicht, was vielleicht auch am Gesang liegt, der einfach nicht mein Geschmack ist. Deshalb am Besten selbst noch einmal Stücke wie "It’s Not Because Of You", "Ain’t No Match", "Shoot My Heart", das bereits erwähnte "Gold In Them Hills" oder auch "Rattle My Cage" anchecken, um herauszufinden, wie die Tracks dem eigenen Gusto bekommen. Mein persönlicher Favorit ist das starke, die Scheibe abschließende "Driven". Fein nach vorne rocken können die drei Jungs auf jeden Fall, was sich ganz sicher auch live auf der Bühne äußerst positiv auswirkt.

Letzten Endes haben die Bell Baronets noch Luft nach oben. Was aber auch gut so ist, denn es wäre schade, bereits mit dem zweiten Album seinen Zenit erreicht zu haben. Die guten Ansätze sind durchaus vorhanden, was definitiv Mut für eine vielversprechende Gegenwart und Zukunft macht. Der Gitarrist Silvan Gerhard lässt zwischendurch immer wieder mal coole Soli aufblitzen und Michael Kühni am Bass sowie Claudius Ammann am Schlagzeug machen von hinten raus richtig Dampf. Die Bell Baronets legen mit "Tied Up In Red" auf jeden Fall den nächsten Nachweis vor, dass sich in der schweizerischen Rockmusik in den letzten Jahren viel getan hat.


Line-up Bell Baronets:

Silvan Gerhard (guitars, vocals)
Michael Kühni (bass, vocals)
Claudius Ammann (drums)

Tracklist "Tied Up In Red":

  1. Closer
  2. It’s Not Because Of You
  3. Rattle My Cage
  4. Gold In Them Hills
  5. Inked
  6. Shoot My Heart
  7. Volta
  8. Craving
  9. Ain’t No Match
  10. Driven

Gesamtspielzeit: 34:43, Erscheinungsjahr: 2019

Über den Autor

Markus Kerren

Hauptgenres: Roots Rock, Classic Rock, Country Rock, Americana, Heavy Rock, Singer/Songwriter
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Mail: markus(at)rocktimes.de

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