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Big Bo And His One Man Band – Konzertbericht, 11.05.2025, De Brauerij, Kranenburg-Niel

Am 11. Mai 2025 gastierte Big Bo And His One Man Band in der angesagten De Brauerij, Kranenburg-Niel.
Aus seiner Biografie, auf seiner Website auch in deutscher Sprache zu lesen, geht hervor, dass Big Bo bürgerlich den Namen Bo Brocken trägt und den Blues seit über dreißig Jahren auf der Bühne präsentiert.
»[…] 2015 gewann er den Dutch Blues Challenge, und 2016 und 2022 stand er unter über 2.000 Bewerbern im Halbfinale beim International Blues Challenge in Memphis, Tennessee. Schon 1995 wurde Big Bo mit dem ersten Platz bei der Bluestrain Dutch Talent Competition bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein. Darüber hinaus hat er weitere Preise erhalten, unter anderem für das beste Bluesalbum in Holland. […]«
Als Big Bo And Mr. Bas kam 1998 das Album "Come Natural", gefolgt von Big Bos "Plays Country Blues" (2000) auf den Markt. Weitere Veröffentlichungen sind "Let Me In" (2005) von den Band Slow Flow Blues, Big Bos "Travelling Riverside" (2015), prämiert mit als »[…] Best Dutch Blues Album 2015 […]« und "Preaching The Blues" (2018), ebenfalls ausgezeichnet als »[…] Best Dutch Blues Album […]«.

Big Bo And His One Man Band im Mai 2025 in De Brauerij Kranenburg-Niel

Big Bo And His One Man Band im Mai 2025 in De Brauerij Kranenburg-Niel

Das Publikum in der gemütlichen De Brauerij erlebte eine musikalische Zeitreise durch die Blues-Geschichte, garniert mit Big Bo And The One Man Band-Eigenkompositionen, die perfekt in den Rahmen der Zwölftakter-History passten.
Nach der Ankündigung von Joost Brauer war der Auftakt des über zweistündigen Big Bo And The One Man Band-Konzerts eine Überraschung, die Gänsehaut verursachte. Der Protagonist begann seinen denkwürdigen Auftritt vor der Bühne, ohne Mikrofon sang er "Oh, Rosie", spielte dazu seine Harp und stampfte mit den Schuhen den Rhythmus. Wow!

Big Bos Zeitreise begann dort, wo der Blues seine Wurzeln hat, als afrikanische Musik hinüber in die USA schwappte.
Vom Banjo begleitet sang Big Bo "No More Moon Shine On Lorena" voller Emotionen und diese zutreffenden Gesangs-Gefühle sollten bei diesem Gig zu einem Markenzeichen des Künstlers werden.

Voller Emotionen war nicht nur Big Bos Gesang. Seine Geschichten rund um den Blues erzählte er ebenfalls mit einem hohen Maß an Gefühlen. So entstanden im Kopf Bilder der Szenen, die Big Bo beschrieb.
Ob akustische Gitarre, Dobro, Banjo oder Cigarbox-Guitar, der Alleinunterhalter traf bei der Auswahl der Saiteninstrumente immer die richtige Wahl und begeisterte die zahlreich erschienen Anwesenden durch ein klasse Fingerpicking beziehungsweise den häufigen Einsatz des Bottlenecks. Die Bassdrum und das Hi-Hat waren fast immer die rhythmischen Begleiter bei diesem Auftritt.

Big Bo (vocals, all instruments)

Big Bo (vocals, all instruments)

Im Fokus standen unter anderem Songs von Leadbelly (auch "Take This Hammer"), W. C. Handy, Tommy Johnson ("Big Road Blues"), Robert Johnson ("Travelin' Riverside Blues", "If I Got Possession Over Judgment Day"), Sonny Terry & Brownie McGee ("Stranger Blues"), Blind Willie McTell, Blind Willie Johnson ("Dark Was The Night, Cold Was The Ground") oder der Gospel von Sister Rosetta Tharpe ("Take My Hand, Precious Lord").

Bei den von Big Bo erzählten Geschichten gehörte natürlich auch Alan Lomax, der in seiner Zeit durch die Lande reiste und viele Blues-Musiker aufnahm. So zum Beispiel auch Muddy Waters und seinen Song "Country Blues", den Big Bo sehr authentisch auf der Dobro sowie mit Bottleneck-Einsatz vortrug. Eines der vielen Highlights und ein Ausrufezeichen in Sachen Gesang. Wow!

Zeitsprung. Was hatten The Rolling Stones im Zusammenhang mit der sehr frühen Geschichte des Blues zu tun? Auf Sticky Fingers gibt es eine Nummer mit dem Titel "You Gotta Move", der zurückgeht auf Mississippi Fred McDowell. Mit dem De Brauerij-Publikums-Chor kannten Feierlaune und Ausgelassenheit bei den Anwesenden keine Grenzen. Überschwänglicher Beifall. Dieses Stück ging quasi durch die Decke der Location. Highlight!

Big Bos präsentierten Eigenkompositionen wie "Jelly Roll" mit Kazoo-Solo oder "The Wanderer", die auf dem nächsten Album zu erwarten sind, passten perfekt ins Umfeld der Blues-History.
Big Bo And His One Man Band bot beste Unterhaltung in Sachen Blues und seiner frühen Geschichte.
Authentizität, Emotionen, Respekt vor den Song-Originalen sowie so einige hinlangende Soli auf Harp oder Gitarre machten diesen Gig zu einem großformatigen Werbeschild für den traditionellen Zwölftakter.
Ein Dank geht an Peter Rutten für den klasse Sound.

RockTimes bedankt sich bei Joost Brauer für den Platz auf der Gästeliste.
Am 15. Juni wird der Singer/Songwriter Melle in De Brauerij, Kranenburg-Niel erwartet.
Bleibt gesund und nehmt euch zur Ablenkung Zeit für gute Live-Musik.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Big Bo And His One Man Band:

Big Bo (vocals, all instruments)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
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