Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben, wenn ich diesen zugegebenermaßen bereits ziemlich ausgeleierten Spruch noch einmal verwenden darf. Die aus Saarbrücken stammende Jennifer 'Jenny' Collet, künstlerisch unter dem Namen Colletti unterwegs, hatte bereits in ihrer Jugend Musik gemacht und auch Songs geschrieben. Dann blieb die Gitarre jedoch für knappe 15 Jahre erst mal am Nagel bzw. der Wand hängen. So dauerte es bis zur Pandemie, bis wieder erste Berührungen stattfanden. Die wirkten sich jedoch als so nachhaltig aus, dass es anschließend zu ersten Auftritten der Saarländerin kam und schließlich auch zum ersten Album führten.
Ihre Inspirationen bezieht die Musikerin nicht nur aus dem täglichen Leben und ihrem persönlichen Umfeld, sondern ebenso ihren Konzertreisen durch Kanada, wo sie 2023 auch bereits auf einem Festival auftrat. Die zehn Tracks auf "Anything That Burns" bestreitet sie dann tatsächlich ganz alleine mit ihrer Gitarre sowie Gesang, lediglich Sori Pantchevska am Piano für "Sarah" sowie der weibliche Shanty-Chor Die Hafenperlen für "Hey Cousin" sind als Gäste vertreten. Für die Produktion, die Aufnahmeleitung, die Abmischung und das Mastering zeichnet Marco Kallenborn verantwortlich.
Was als erstes auffällt, sind die sehr klare Stimme und der melodiöse Gesang, der variabel von entweder gepickten, sprich gezupften oder von geschlagenen Akkorden unterstützt wird. Die meisten der Tracks punkten mit einem leicht-melancholischen Feeling, das sich – manchmal offensichtlicher, manchmal aber auch unterschwelliger – durch die gesamte Platte zieht. Glücklicherweise jedoch ohne den Hörer selbst schlecht drauf zu bringen, denn dafür setzt die Musikerin immer wieder auch ausreichende Gegenpunkte, die es durchgehend ebenso schaffen, die Aufmerksamkeit des Hörers auf sich zu ziehen.
Die Songs von Miss Colletti sind variabel und sehr abwechslungsreich komponiert sowie auch eingespielt. Was bei lediglich einem Instrument und Gesang natürlich auch gegeben sein muss, um ein Album zu einem gelungenen werden zu lassen. Thematisch befassen sich die Stücke, wie die Künstlerin auch selbst sagt, vor allem mit Abschieden. Ohne jetzt weiteres zu verraten, denn der Hörer will ja auch selbst noch seine Entdeckungen beim Anhören erleben. Verraten werden darf an dieser Stelle jedoch, dass Colletti eine gute Erzählerin ist, der man gerne zuhört.
Letzten Endes ist "Anything That Burns" also ein sehr geglücktes Debütalbum, das sowohl als Hintergrund-Musik, in erster Linie jedoch für einen ruhigen Abend funktioniert, an dem man sich auf die insgesamt zehn Tracks konzentrieren und einlassen kann. Denn, wie bereits ausgeführt, die gute Jenny ist nicht nur eine gute Erzählerin, sondern man hört ihr auch gerne zu. Obendrein ist sie eine Musikerin, die etwas zu sagen hat und vielleicht erkennt man sich in einigen der Songs auch ein bisschen selbst wieder. Feine Sache!
Line-up Coletti:
Jennifer 'Colletti' Collet (acoustic & electric guitars, vocals)
With:
Sori Pantchevska (piano – #3)
Die Hafenperlen (background vocals – #9)
Tracklist "Anything That Burns":
- The Mountain And The Cave
- Italy
- Sarah
- Wild At Heart
- Raw Deal
- Prove Me A Fool
- Cabin In The Woods
- Anything That Burns
- Hey Cousin
- Bleed Myself Dry
Gesamtspielzeit: 41:00, Erscheinungsjahr: 2025



Neueste Kommentare