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Danny Bryant / Konzertbericht, 28.01.2026, Harmonie, Bonn

Danny Bryant / Konzertbericht, 28.01.2026, Harmonie, Bonn

Welch ein Kontrastprogramm: Vor fünf Tagen noch bei den Singer/Songwritern der Simon & Garfunkel Revival Band (SGRB) in der vollbesetzten Harmonie, und nun: Bluesrock vom Feinsten von Danny Bryant in derselben, leider nur mäßig besuchten Location.

Während die beiden Frontleute der SGRB in ihrer Moderation darauf hinwiesen, dass sie ihre Bigband mitgebracht hätten, die allerdings lediglich aus zwei weiteren Musikern bestand, war auch das Danny Bryant Konzert bereits als »Big-Band-Konzert« angekündigt. Dies m.E. völlig zu Recht, denn neben vier 'klassischen' Begleitmusikern hatte Danny Bryant insbesondere drei Bläser (Trompete, Saxophon, Posaune) mitgebracht, die den klassischen Bg-Band-Sound hervorragend darboten.

Mit vergleichbarem Konzept war Danny Bryant bereits Anfang 2017 in der Bonner Harmonie aufgetreten, was teilweise auf dem Album "BIG – Live In Europe" dokumentiert ist. Über das Album und auch die Fortsetzung der Tournee im Herbst 2017 hat die Kollegin Martina Middeke bereits berichtet (Soester BluesnachtRosmalen. NLUnna). In der Folgezeit hat Danny Bryant das Big-Band-Konzept immer mal wieder präsentiert, da es für ihn ein Herzensprojekt war. Von der damaligen Besetzung ist nur noch der zweite Gitarrist Marc Raner übrig geblieben, der allerdings offenbar noch eine Gitarre von damals mit am Start hatte, so abgeschrubbelt wie diese aussah!

Danny Bryant begleite ich seit 20 Jahren und habe seinen Erfolg und auch ihn persönlich (BMI) wachsen sehen. Beides gipfelte in einer gesundheitlichen Krise, die er in seinem aktuellen Album "Nothing Left Behind", das wiederum erst fünf Tage vor dem Konzert veröffentlicht wurde, gelungen aufarbeitet. An sein neues Äußeres muss man sich erst gewöhnen, ansonsten hat er musikalisch und stimmlich nichts von seiner früheren Kraft und Ausstrahlung verloren.

Das dokumentierte Konzert gestaltete sich als Parforce-Ritt durch 20 Jahre Danny Bryant, mit einem Schwerpunkt auf denjenigen Songs, die seinerzeit auf "BIG" veröffentlicht wurden. Dies ist natürlich kein Wunder, denn für jene Songs gibt es bereits die passenden Big-Band-Arrangements. Doch auch Stücke vom aktuellen Album wurden präsentiert, allen voran der musikalischen Einsteiger "Tougher Now", "The Enemy Inside" sowie "Redemption" und wohl auch "Just For You", den einzigen Song, der es im – wenn auch nur dezent wahrnehmbaren – Big-Band-Sound auf die neue Scheibe geschafft hat. Die im Konzert durchgängig präsentierten Big-Band-Varianten tun aber auch den neuen Nummern sehr gut, denn sie wirken im wahrsten Sinne des Wortes 'tougher' als auf der aktuellen Scheibe.

Die einzelnen Stücke zu erkennen bzw. aufzulisten, war und ist nicht möglich, da die Ansagen von Danny Bryant nur recht spärlich und auch nicht immer verständlich rüberkamen. Manchmal wirkte der Protagonist auch selbst etwas irritiert, als er einen Song ankündigte und erst nach der folgenden Darbietung feststellte, dass er jetzt erst kommt. Oder aber er einen Song mit den Worten einleitete, dass hierin jeder Musiker Platz für ein ausgiebiges Solo erhalten würde, was die klassische Begleitcombo auch gerne nutzte, er das Lied aber beendete, ohne die Bläser einzubinden. Diese erhielten allerdings noch später die Gelegenheit, solistisch zu brillieren.

Dies alles tat dem eigentlichen Konzerterlebnis jedoch keinen Abbruch, lässt aber erahnen, dass Danny Bryant noch nicht wieder 'der Alte' ist. Immerhin dauerte das eigentliche Konzert exakt 100 Minuten (ohne Pause), und nach einem kurzen Abgang kehrte die Band noch einmal für 20 Minuten zurück auf die Bühne, allerdings zunächst nicht in vollständiger Besetzung. Die erste Zugabe, "Painkiller", startete – wie auf "BIG" – nur mit akustischer Gitarre und Keyboard sowie dem Bläser-Ensemble, bevor zum Schluss Bassist und Schlagzeuger auf die Bührne kamen und den Song gemeinsam äußerst rockig zu Ende brachten – Gänsehaut pur! Insbesondere das Finale des Konzerts sowie die Zugaben wurden sehr rockig, teilweise sogar Rock’n’Roll-mäßig dargeboten. Am Ende erhielt die Band – zu Recht – mehr als wohlwollenden Applaus.

Line-up Danny Bryant:

Danny Bryant (vocals, lead guitar)
Marc Raner (guitars)
Jamie Pipe (keyboard)
Artjon Feldtser (bass)
Alexander Hint (drums, percussion)

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2026 | Jürgen Hauß | RockTimes

Über den Autor

Jürgen Hauß

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