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Death Kommander / Never To Grow Old – CD-Review

Death Kommander - Never To Grow Old

Ist es jetzt schon zwanzig Jahre her, dass Bolt Thrower ihr letztes Album über diesen elendigen Planeten geprügelt haben?

Ist ein Leben ohne die britische Kriegsmaschine überhaupt möglich? Sinnlos ist es auf jeden Fall. Aber es gibt ja zum Glück einige, nicht etliche, Nachahmer. Seien es die malaysischen Humiliation, die sich unter das Panzerketten Fahrzeug legen, oder die deutschen Extermination Hammer, die der "4th Crusade" folgen, oder die Amis von Frozen Soul, die den Krieg in eisige Sphären holen. Ohne die Originale fehlt halt was in der Death Metallischen Welt.

Das dachten sich wohl auch ein paar schottische (genauer gesagt aus Edinburgh)  Fans des Birminghamer Abriss Kommandos. Und so erhob sich 2018 mit Death Kommander eine weitere hässliche Fratze des walzenden Death Metals, die uns jetzt mit ihrer zweiten Scheibe von Tod und Zerstörung predigen. 2018 gab es schon eine EP mit vier Songs, 2021 das Debüt "Pro Patria Mori".
Allerdings ist diese zweite Kriegserklärung auch nicht gerade die längste Scheibe, denn es sind mit acht Schlachthymnen gerade mal etwas mehr als eine halbe Stunde Laufzeit.

Okay, nicht die Länge machts … HÄHÄHÄ. Ehrlich gesagt, die Scheibe macht Spaß, genauso wie sie ist. Hier erinnert wirklich alles an das große Vorbild. Zumindest wenn man die ersten beiden Platten ausklammert, auf denen noch stellenweise der Grind eingebunden wurde.

Death Kommander versehen ihren Wehrdienst im mittleren bis späten Frontabschnitt der 'Bolzen Werfer'. Und dies steht ihnen ganz gut zu Gesicht. Klar, man könnte nun böse behaupten, dass es sich um eine bloße Kopie handelt. Denn immerhin lugt um jede zerschossene Hausmauer ein Riff oder eine Melodieführung der Briten. Auch das typische "Killchain"- Riff (DAS!!! Riff, das Bolt Thrower immer ausmachte) ist immer wieder zu hören.

Allerdings bleibt es nicht beim stumpfen Kopieren, denn die supermelodischen Soli auf "Through The Chest" wissen echt zu gefallen und zeigen, dass hier auch ein paar tolle eigene Farbtupfer die Camouflage bereichern.

Größter Schwachpunkt an "Never To Grow Old" ist für mich die recht muffige Produktion, hier fehlt mir doch ein bisschen Crisp auf den Gitarren und der Gesang von Frontschreier Kruxato dürfte hier und da vielleicht etwas weniger monoton übers Schlachtfeld röhren.

Als Gesamtfazit der zweiten Lang-Schlacht der Schotten, bleibt mir zu sagen: Hier kann jeder Bolt Thrower-Fan bedenkenlos zuschlagen … oder weiter darauf hoffen, dass das Original doch noch mal in den Krieg zieht … For Victory. Oder wie es bei Death Kommander heißt: "Where Is The Front"?


Line-up Death Kommander:

Matt (drums)
Ben (guitars)
Kruxato (vocals)
Hardy (bass)
Oli (guitars)

Tracklist "Never To Grow Old":

  1. Bayonet Drill (4:41)
  2. Through The Chest (3:33)
  3. Bazentin Wood (3:53)
  4. Yellow Cross (3:36)
  5. Aftermath (4:01)
  6. Memories (4:51)
  7. Never To Grow Old (4:15)
  8. Where Is The Front (2:33)

Gesamtspielzeit: 31:23, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Jens Groh

Hauptgenres: Metal in (fast) allen Varianten / aber auch mal Rock, Pop…
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Mail: jens(at)rocktimes.de

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