Ed Rawlins ist ein Gitarrist, der seit über vierzig Jahren musikalisch aktiv ist in der San Francisco Bay Area, die sich ja schon lange etabliert hat durch Bands wie Moby Grape, The Beau Brummels, Big Brother And The Holding Company oder ganz besonders durch Grateful Dead und Jefferson Airplane. Nun, diesen Bekanntheitsgrad hat Rawlins nicht erreicht.
In den Achtzigern war er aktiv in lokalen Punk- und New Wave-Bands wie Hostages oder Die Bossa Nova sowie in der Instrumentalband Lost Lake. Und instrumental, das hat er sich auch für sein aktuelles Werk "A Foolish Inconsistency" vorgenommen. 'Eine närrische Unbeständigkeit', was will uns Ed damit sagen?
Er selbst führt zu den vorliegenden Songs aus, dass er einige davon vor über vierzig Jahren geschrieben und sie von einem alten Tonband wiederbelebt habe. Andere wiederum seien ihm frisch aus der Feder geflossen. So liebte er schon immer die instrumentalen Anteile der Rockmusik, diese besonderen Melodien, die das Markenzeichen so manch einer Band waren, hier nennt der die Ventures und die Shadows und unzählige Surfbands. Mir fallen noch die Spotnicks, Dick Dale, aus neuerer Zeit Laika & The Cosmonauts ein. Und auch in Deutschland gab es einst eine Zeit für die Musik von Blonker, die allerdings eher kommerziell orientiert war. "A Foolish Inconsistency" spiegelt eher die lässige Art der Westcoast Kaliforniens wider, halt die der Bay Area.
Neben Rock- und Surf-Elementen kann man auch ein wenig Popmusik riechen, hier und da bluest es ein wenig, und alles das, was man heutzutage getrost in den großen Topf Americana packen kann, vernimmt man auch im Laufe der zwölf Songs. Ed bringt Gitarrenriffs in Verbindung mit einprägsamen Gitarrenmelodien und nennt hierzu Beispiele wie "Satisfaction" der Rolling Stones und "Born To Run" von Bruce Springsteen, oder ganz besonders erwähnt er Chuck Berrys Eröffnungsriff zu "Johnny B. Goode".
So leitet er jeden Song mit einer bestimmten Melodie ein, bevor er sich der weiteren Entwicklung inklusive Soloparts widmet. Nach dem ersten Hördurchlauf sind mir allerdings keine wirklich prägnanten Riffs hängen geblieben. Abwechslung wird geboten durch die jeweiligen Gitarrensounds, so wird auch schon mal die akustische Gitarre, hier auf "Not Thinking Twice" eingesetzt, doch überwiegend klingt dieser typische klare Fender-Sound durch die Stücke.
Was bleibt, ist sehr gute Unterhaltungsmusik auf hohem Niveau, gemeinsam eingespielt mit einer guten Band, die sich ebenfalls aus Veteranen rekrutiert. Man kann die Musik angenehm laufen lassen und sich dabei gut entspannen und die Seele baumeln lassen. Auf jeden Fall ist es durchgehend beständig und nicht, wie uns der Titel weismachen will, inconsistent!
Line-up Ed Rawlings:
Ed Rawlings (electric and acoustic guitars, keyboards)
Uriah Duffy (bass)
Jeff Campitelli (drums and percussion)
Nick O’Connor (organ -#6,8,9, piano and synthesizer -#12)
Tracklist "A Foolish Inconsistency":
- Departure
- Waiting for Something
- The Long Way Around
- Riff Raft
- Arizona Skies
- Snap
- Thunderhead
- The Forever Afternoon
- Lands End
- Not Thinking Twice
- Arrival
- Almost Home
Gesamtspielzeit: 40:10 Erscheinungsjahr: 2024



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