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Jester Dyne / Digital Paradox – Digital Review

Jester Dyne - Digital Paradox

»Digital Paradox ist nicht nur eine Sammlung von Liedern – es ist eine Warnung. Eine Warnung vor unserem blinden Vertrauen in die Technologie. Eine Warnung vor der verführerischen Macht der Kontrolle. Und vor allem eine Warnung vor dem Einsatz von KI in der Politik – wo manipulierte Wahrheiten, synthetische Stimmen und automatisierte Einflussnahme bald die Grenzen zwischen Demokratie und Täuschung verwischen könnten.
Das ist mehr als Musik. Das ist eine Botschaft.
Wir sehen uns im Paradoxon.«

Dieser Text – im Original in Englisch – wobei der letzte Satz dann heißt »See you in the paradox.« und auf die Scheibe "Digital Paradox" bezogen werden kann, befindet sich auf der Website von Jester Dyne.
Wer ist bzw. steckt hinter Jester Dyne? Es handelt sich um den Gitarristen von Tales Of The Sleeping Giant aus Baden Württemberg, die einige Singles und eine CD ("Myths, Tales And Disasters") veröffentlicht haben. Außerdem war er an der EP von Newtrodyne beteiligt.

Nun veröffentlicht er ein Solo-Album, bei dem er alles selbst eingespielt und produziert hat, zudem ein Hintergrundkonzept entworfen. Mit diesem hatte er sofort meine Neugier geweckt, da ich sowohl Konzeptalben und auch Science-Fiction mag.
Schon 1984 zeigte James Cameron in dem Film "Terminator", was passieren könnte, wenn Maschinen die Macht übernehmen und wie die Welt dadurch im Jahr 2029 aussehen könnte. Auch einige weitere Filme oder Bücher beschäftigten sich mit diesem Thema, das nun aktueller denn je ist, egal ob KI-Videos, Deepfakes, Programme wie ChatGP usw.

Irgendwie paradox, wenn ein Musiker die moderne Technik benutzt, um allein ein Album einzuspielen und sie digital veröffentlicht, aber gleichzeitig vor zu viel Technik, bzw. dem Kontrollverlust darüber warnt. Das zeigt, wie wichtig der richtige Umgang ist; wie etwas genutzt wird, kann darüber entscheiden ob daraus etwas Positives oder Negatives entsteht. "Digital Paradox" zähle ich zum Positiven, da selbst komponiert und nicht etwa KI-generiert, wobei bekannte Elemente neu zusammengefügt werden, aber keine Kreativität eingesetzt wird – was hier nicht der Fall ist.

Die Scheibe gibt es derzeit nur digital, auf mehreren Streaming-Portalen und bei Bandcamp.
Die Musik darauf ist (beispielsweise in den Metal Archiven) als 'Melodic Death Metal' eingeordnet. Dieser Begriff an sich ist etwas schwierig, da teilweise Unterschiedliches darunter verstanden wird. Im Fall im Jester Dyne ist der Melodic-Anteil groß und recht wenig Death Metal dabei.

Los geht es mit dem "Digital Dawn" und Sprachsamples. Dazu kommen Synthie-Schichten und Gitarrenriffs, die Stimme wechselt zwischen eher klar und etwas rauer (angegrowlt).  Wer Metal nur mit Gitarre, Bass und Drums haben möchte, wird hier nicht glücklich werden. Zur Thematik passt die Musik, bei der spürbar ist, dass jemand mit Erfahrung hier viel Mühe investiert hat, jedoch.

Denn die Scheibe ist detailreich, wirkt futuristisch, jedoch auch aggressiv, zwischendurch harmonisch. Immer wieder sind Samples eingebaut und viel Synthesizer. Dies kontrastiert (gewollt) mit den Metal-Instrumenten, spiegelt den Zwiespalt von biologisch entstandener und technisch konstruierter Welt, ein Leben zwischen Vergangenheit und Zukunft. Dabei wird eine Konzeptstory erzählt, was unterhält, aber auch einen Spiegel vorhält und Nachdenken anregen soll.

Wer nun neugierig geworden ist und kein Problem mit Synthies im Metal hat, kann es mal wagen, die Welt von "Digital Paradox" zu erkunden.


Line-up Jester Dyne:

Jester Dyne (alles)

Tracklist "Digital Paradox":

  1. Digital Dawn (5:28)
  2. Shadows Rise (4:30)
  3. No Gods Left (3:55)
  4. Blur (4:46)
  5. Ivory Keys (3:55)
  6. Materia Dreams (4:05)
  7. Digital Paradox (5:23)
  8. Carnivora (4:10)
  9. Dying World (4:02)
  10. Future Flesh (6:47)

Gesamtspielzeit: 47:01, Erscheinungsjahr 2025

Über den Autor

Andrea Groh

Hauptgenres: Doom/Death/Black Metal, auch Post/Progressive/Pagan Metal u.a.
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Mail: andrea(at)rocktimes.de

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