Kurzfristige Kontrolle von Tourterminen vor einem geplanten Konzert kann von Vorteil sein.
So auf jeden Fall im Vorfeld vom für den 31. August 2025 angekündigten Jovin Webb-Auftritt im To Hoop, Rheinberg, denn das Konzert wurde auf den 29. August vorverlegt.
In den Informationen zum Musiker lesen wir auf der Website der Location unter anderem, dass er fünf Jahre, bevor er bei American Idol auftrat, »[…] kurz davor « war », seine Träume von einer Musikkarriere aufzugeben. Louisiana-Soul in die berühmte Talentshow-Franchise zu bringen und in der 18. Staffel der Show die Top 10 zu knacken, erwies sich als Neustart für seine Karriere. Im Oktober erschien sein Debütalbum "Drifter" auf dem legendären Blues-Label Blind Pig Records. Rohe, emotionale Blues-Roots Songs, herzliche Soul-Balladen, knurrender Low-Down-Blues gepaart mit Jovins klagender Mundharmonika und abgeschmeckt mit rüpelhaftem Rock’n’Roll im Little Richard Stil. […]«
Berühmte Künstler äußerten sich zu Jovin Webb.
Lionel Richie meint: »[…] So klingt Barbecue-Sauce. […]«
Country-Star Luke Bryan fügte hinzu: »[…] Ich könnte mich hinsetzen und viel Bourbon trinken, während ich dieser Stimme zuhöre. […]«
Der etatmäßige Bassist fehlte in der Band.
Aus gutem Grund, denn seine Frau ist hochschwanger und kurz vor der Geburt des Nachwuchses.
Die tiefen Töne übernahm kompetent der Keyboarder Parke Whipple und erhielt dafür bei der Bandvorstellung einen Sonderapplaus.
Viel Beifall kann auch eines der Stichwörter für den etwas über einhundertminütigen Auftritt von Jovin Webb und seiner Band im To Hoop, Rheinberg sein, denn das Publikum hatte richtig Spaß am Gig des Musikers und seiner Band.
Selbstredend gab es einige Songs vom Album "Drifter", das von The Blues Foundation für 2025 in der Rubrik »[…] Best Emerging Artist Album […]« nominiert wurde.
Unter anderem fanden "Bottom Of The Bottle", das Titelstück "I’m A Drifter", "It’s A Hawk" oder "Save Me" große Resonanz bei den Anwesenden.
Aber nicht nur bei den eigenen Liedern sorgte Jovin Webb mit seiner Band für prächtige Stimmung in der Location. "Pride And Joy" von Stevie Ray Vaughan oder Jonnie Taylors "Last Two Dollars" verfügten über die individuelle Handschrift der Band.
- Jovin Webb (vocals, harmonica)
- Laine Treme (guitar)
- Tim Marchand (guitar)
- Parke Whipple (keyboards, bass sounds)
- Chris 'Cat' Lee (drums)
Jovin Webb glänzte als ausdrucksstarker Sänger.
Seine eher seltenen Harp-Einlagen waren okay.
Von zum Teil überschwänglichen Emotionen getrieben, machte der Frontmann am Mikrofon mächtig Stimmung.
Eine raue Stimme prägte seinen Gesang und auch bei der vom Soul beeinflussten Nummer "After The Rain" gingen für seine Vocals bildlich beide Daumen hoch. Von einer dezent, mit nur wenigen Chris 'Cat' Lee-Beckenschlägen sowie verhaltener E-Gitarren-Atmosphäre begleitet, steigerte sich dieser Track zu einer bemerkenswerten Power-Ballade. Eher Zufall, aber dieser Song passte zum Wetter, denn in der Konzert-Pause hatte es aus Eimern geschüttet.
Ehre, wem Ehre gebührt. Als ein Highlight entpuppte sich eine weitere Ballade. Jovin Webbs Lied "The Dirty South" ist auf dem Soundtrackalbum des Films "The Dirty South" (mit Willa Holland und Shane West) enthalten und eine Hommage an seine Heimat Louisiana. In diesem Track machte die sehnsüchtig intonierte Jovin Webb-Harp Sinn. Die Rauheit seiner Stimme kam hier besonders zur Geltung.
"Pride And Joy" garnierte das Quintett mit einem "Sweet Home Chicago"-Ausflug und bei "Spoonful", geschrieben von Willie Dixon, standen alle Zeichen auf Chicago Blues zwischen Howlin' Wolf sowie Cream. Eine heavy Jovin Webb-Version. Klasse!
Laine Treme und Tim Marchand.
Zwei Gitarristen, zwei E-Gitarren, zwei unterschiedliche Sechssaiter-Klänge. So hoben sich die hervorragenden Soli von Laine Treme und Tim Marchand auch vom Klang her ab.
Natürlich verursachten die beiden Gitarristen ordentlich Druck. Der wurde nur von den Beats und Grooves des Drummers Chris 'Cat' Lee sowie den auf dem Keyboard kreierten Bass-Sounds eines Parke Whipple übertroffen. Die tiefen Töne machten sich besonders bei den vom Funk geprägten Nummern bemerkbar. "Just Kissed" mit viel Wah Wah-Pedal-Action seitens Tim Marchand und als Zugabe "When The Train Pulls In" von Gary Clark Jr. waren die Funk-Favoriten des Gigs. In letztgenanntem Track stattete Jovin Webb dem Publikum einen Besuch ab.
Wie Tim Marchand sorgte Laine Treme für fantastische Soli und riffig-begleitende Rhythmusgitarre. Darüber hinaus streifte Laine Treme ab und an das Bottleneck über den Ringfinger seiner linken Hand. Slide-Sounds machten dem Baton Rouge-Blues Beine.
Vor der Zugabe zündete die Combo noch eine Stange Dynamit. Bei "Whippin' Post", im Original von der Allman Brothers Band, krönten Jovin Webb & Co. einen weiteren Höhepunkt des Auftritts mit einem Grande Finale.
Keyboard-Solo und infizierender Groove prägten "When I’m Gone" und bei "Wig On Wrong", ebenfalls vom "Drifter"-Album, wurde der Rock’n’Roll zu einer weiteren starken Performance der Gruppe.
Wer kennt ihn nicht! "The Hunter" von Albert King, dessen Lied auf dem Klassiker-Album Born Under A Bad Sign vertreten ist, war ein weiteres Highlight der Interpretations-Gabe.
Im Vorfeld des To Hoop-Gigs hatten sich die Loblieder auf Jovin Webb nach dem Konzert bestätigt.
Jovin Webb gehört zur Zukunft des Blues.
Hut ab für Chris, Jovin, Laine, Parke und Tim.
Ein großer Dank geht an Christian für den klasse Sound und die Lightshow.
RockTimes bedankt sich bei Sami Durak für den Platz auf der Gästeliste.
Am 24. September wird Chris Millner ein Kneipenkonzert im To Hoop, Rheinberg geben und für den 27. September wird Mikel Bluni mit Band erwartet. Support: Sailing Shoes.
Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Joachim Brookes | RockTimes
Line-up Jovin Webb:
Jovin Webb (vocals, harmonica)
Laine Treme (guitar)
Tim Marchand (guitar)
Parke Whipple (keyboards, bass sounds)
Chris 'Cat' Lee (drums)
































1 Kommentar
SK
6. September 2025 um 10:53 (UTC 1) Link zu diesem Kommentar
Schöner Bericht& Fotos!
Danke.
Wir durfen die Band am 03.09.2025 in Kandern im Chaba erleben.
Absolut großartig und sympathisch!