Im Jahr 2000 veröffentlichten Bon Jovi ihr mittlerweile siebentes Studioalbum mit dem Titel "Crush". It’s My LiFe" wurde als Single ausgekoppelt und erreichte mit Platz zwei die Höchstplatzierung in Deutschland.
It’s My Live (Das ist mein Leben) ist auch der Titel der Bon Jovi-Biografie von Jürgen Seibold.
Zugegeben, ich war in den 80ern bis Mitte der 90er ein glühender Bon Jovi-Fan, was sicherlich nicht nur den musikalischen Erfolgen des 'Rockschönlings' – wie John Francis Bongiovi von vielen Journalisten verspottet wurde – geschuldet war. Die weiblichen Fans lagen bzw. liegen ihm wohl immer noch reihenweise zu Füßen, obwohl dieser nach wie vor glücklich mit seiner High-School-Liebe Dorothea verheiratet ist, vier Kinder mit ihr hat und seine Haarfarbe mittlerweile in ein altersbedingtes Grau übergegangen ist. Was Wunder, feierte der Protagonist doch am 2. März 2022 seinen 60. Geburtstag.
Ich habe nicht nur reihenweise Biografien und Bildbände über die Band – speziell ihren Namensgeber – in meinem Regal stehen, auch die ersten Alben, beginnend mit dem 1984er "Bon Jovi", auf welchem die Single "Runaway" enthalten ist, die Jon zum endgültigen Durchbruch einschließlich eines Plattenvertrages verhalf. Auf dieses Ereignis geht Jürgen Seibold übrigens in dem Kapitel "Die Power Station Studios" sehr ausführlich ein. Aber auch einige unschöne Dinge kommen ehrlicherweise zur Sprache, darin spielt Jons Cousin Tony Bongiovi eine ziemlich unrühmliche Rolle.
Nachdem der Song "Runaway" das Interesse der Plattenbosse geweckt hatte, begab sich Jon auf Musikersuche, denn eine Band musste ganz schnell her, um seine Träume vom Rockerleben endlich in die Tat umsetzen zu können. Mit Richie Sambora (Gitarre), Alec John Such (Bass), Tico Torres (Schlagzeug) und David Bryan (Keyboard) hatte er die richtigen Mitstreiter gefunden und konnte nun ordentlich durchstarten.
Mein musikalisches Interesse an der Band endete übrigens mit dem 1995er Album "These Days", denn alles was danach kam, hatte für meinen Geschmack mit dem Rock wie ich ihn mochte, nichts mehr zu tun.
Seibold seziert natürlich die komplette Bon Jovi-Diskografie, denn nach "These Days" folgten noch neun weitere Platten der bienchenfleißigen Truppe. Außerdem beleuchtet er sehr detailliert Jons Schauspielkarriere sowie die musikalischen Soloausflüge des Workaholics, welche in zwei Studio-Scheiben mündeten: "Blaze Of Glory" (1990) und "Destination Anywhere"(1997), beides übrigens sehr ansprechende und erfolgreiche Veröffentlichungen.
Einen Großteil des Buches widmet der Schriftsteller dem Privatleben des Hauptakteurs sowie dessen sozialen Engagements. So gründete dieser unter anderem im Jahr 2006 die 'Jon Bon Jovi Soul Foundation', die sich gegen Obdachlosigkeit und Hunger engagiert. In seinem Lokal, dem 2011 eröffneten 'JBJ Soul Kitchen' bezahlt jeder nur so viel, wie er kann und wenn Not am Mann ist, stellt John sich schon mal selbst mit ans Spülbecken. Doch seine wohltätige Arbeit beschränkt sich nicht erst auf die Jahre ab 2006. Seit er selbst erfolgreich war, begann er sich bereits in verschiedene Organisationen und Einrichtungen einzubringen.
Überraschend ehrlich geht Jürgen Seibold in dem Kapitel "Mit Sambora, ohne Sambora" mit dem Ausstieg des Lead-Gitarristen um, der unter einem massiven Alkohol- und Drogenproblem litt. Jon dementiert vehement einen von ihm initiierten Rauswurf: »Er kam einfach nicht mehr zur Arbeit.«
Natürlich darf sich auch Richie zu diesem Thema äußern, für den eine Rückkehr in die Band keine Option mehr ist, obwohl es zwischen den beiden ehemaligen Frontmännern keinen Groll mehr gibt. Seit 2016 ist Phil Xenidis, der bei der 2013er Tour für den wiederholt ausgestiegenen Samborra eingesprungen war, offizielles Bon Jovi-Mitglied an der Lead-Gitarre.
Am Bass gab es ebenfalls einen Wechsel: Bereits 1994 verließ Alec John Such die Band (»Bassist Alec fliegt raus« – es kursieren also zwei Versionen), für ihn übernahm John Shanks die dicken Saiten.
Als dann jedoch am 14. April 2018 die Aufnahme von Bon Jovi in die Rock and Roll Hall of Fame erfolgte, standen – sehr zur Freude der Fans – sowohl die aktuellen als auch die ehemaligen Bandmitglieder auf der Bühne und spielten gemeinsam vier Songs.
Dass Jon nicht nur ein erfolgreicher Musiker, sondern auch ein knallharter Geschäftsmann ist, kommt in der Biografie ebenfalls zur Sprache. Es geht um Pasta mit Tomatensoße und um Wein. Aber lest am besten selbst…
Im Anhang ist noch einmal eine ausführliche Auflistung der Band- und Solo-Diskografie sowie aller Singles und Live-Alben, ausgewählter Video-Alben und Raritäten zu finden. Abgerundet wird das Buch durch eine kleine Auswahl an Fotografien.
Kapitel:
- Prolog
- Sayreville, New Jersey
- Die Power Station Studios
- Erste Schritte mit der neuen Band
- Die nächste LP muss zünden
- Fürs Erste am Ziel
- Ein Film, zwei Premieren
- Es geht doch weiter
- Von wegen "rockender Schönling"
- Noch ein Comeback
- Privatleben eines Rockstars
- Die Band gibt Vollgas
- Mit Sambora, ohne Sambora
- Jon hilft, wenn er kann…
- Die Jubilare sind noch frisch
- Veteranen, Arme, Obdachlose
- Der Schaukelstuhl muss warten
- Diskografie der Band Bon Jovi
- Diskografie von Jon Bon Jovi
- Jon Bon Jovi vor der Kamera
Angaben zum Buch:
Verlag: Neues Leben, 1. Edition
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: ?240 Seiten, 16 Seiten Farbfotos
ISBN-10: 3355019100
ISBN-13: 978-3355019101
Abmessungen: 13.2 x 2.2 x 21.3 cm
Preis: 22,00 €



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