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Karney / One True Song – CD-Review

Karney / One True Song – CD-Review

Und da ist sie wieder, Anna Karney. Von der Musikerin haben wir in unserem Magazin schon so einiges rezensiert. Und jeder, der Scheiben der Amerikanerin im Player hatte, war begeistert. Ihre Musik, eine Mischung aus alternativem Singer/Songwriter-Output, etwas Westcoast, Folk Rock und angenehmem Indie (Pop) Rock ist auf der einen Seite äußerst wohltuend in den Lauschern, auf der anderen Seite aber weit weg von seichter Alltagskost.

Neben der von Kritikern angesehenen Musikerin sind da natürlich immer auch die 'Begleitmusiker' involviert. Und auch auf dem vorliegendem sind da einige bekannte Namen aus der Bay Area mit an Bord. James Deprato und Kevin White kennt man von der Chuck Prophet Band, Erik Smyth von Mo’Fessionals, Uriah Duffy u, a. von Whitesnake, Fantastic Negrito, Sly & The Family Stone, Pat Travers & Carmine Appice, Phillip Bennet u. a. von Joe Lynn Turner, Jefferson Starship, Spencer Davis oder Yngwie Malmsteen: Auch die anderen Beteiligten sind keine Unbekannten und sicher wird der eine oder andere noch jede Menge weiterer CDs mit ihren Namen im Line-up im Regal stehen haben.

Frau Karney hat somit eine hochkarätige Schar an Musikern an ihrer Seite und diese wissen die Stücke, denen Anna erst mal im Alleingang mit ihrer Akustikgitarre das Leben eingehaucht hat, adäquat zu präsentieren. Textlich liegt der Fokus, wie das oft bei ihr der Fall ist, auf sozialen Themen wie etwa Gerechtigkeit; das Anliegen der Künstlerin kann man generell als das Verbreiten positiver Nachrichten beschreiben.
Und so lässt bereits der Opener "One True Song" die Ohren steil nach oben gehen. Im Prinzip absolut melodischer Folk Rock mit einer Spur Americana und Country. Dazu diese Hammerstimme und dieses Hammersongwriting und irgendwie tragen die anfangs gespielten Picks mit der Akustischen eine Spur Page in sich.

Forscher und flott rockend erschallt "Gave My Guitar Away" und katapultiert den Hörer in eine virtuelle Show, die von einer fiktiven Sängerin – halb Chrissie Hynde, halb Patti Smith – bestritten wird. Mein lieber Herr Gesangsverein, das kommt sehr gut. Die elektrische Gitarre, die da mit Erik Smith regelrecht reinbricht, tut ein Übriges. "Suspended" wächst mit den Minuten. Der ruhige und verhaltene Start lässt kaum erahnen, welche Spitzen folgen und wie sich Stimme und Instrumente immer mehr steigern. Das starke Songwriting der studierten Musikerin hatte ich ja bereits erwähnt. Auch choreografisch hat Anna eine gute Hand. Dass die Mannschaft an Tasten, Saiten und Fellen da adäquate Partner sind, ist in Stein gemeißelt.

"Freedom Summer" ist auch so eine Hausnummer, ähnlich gestrickt wie der Opener allerdings etwas zurückgenommener, was mit an den Lyrics liegen mag. Ungeschminkt geht es um soziale Gerechtigkeit und auch wenn Hooks, Melodie und Refrain zum Niederknien sind, sind es die Lyrics ebenfalls wert, beachtet zu werden. An dieser Stelle bietet es sich daher an, die fehlenden Texte im Booklet anzusprechen. Die Anliegen und Botschaften, die Anna Karney auf dem Schirm hat, hätten es verdient, dem Hörer zum Mitlesen an die Hand gegeben zu werden.

Faisal Zedan hat seinen Einsatz bei "Out Of Body 2025". Nach anfänglichem Akustikgitarrenspiel wird es fernöstlich. Kelch- und Rahmentrommeln setzen ein besonderes Flair. Auch Anna passt sich stimmlich dieser Atmosphäre an und die Nummer setzt eine besondere Markierung auf dem Album und animiert, nach dem Hören dieser Platte "Kashmir" aufzulegen, wobei wir wieder bei Jimmy Page wären. Mit Alison Krauss hat sein Kollege Plant hat bereits erfolgreich musiziert. Ich denke, dass Plant auch mit Anna Karney ein hervorragendes Duo abgeben würde. Bitte weitersagen …

Der griechischen Sonnengöttin Eos ist das letzte (normale) Stück des Albums gewidmet. Etwas mystisch, getragener Rhythmus und schön gesetzte Gitarrenparts. Fast sphärisch die elektrischen, die akustischen wieder irgendwo leicht bei Page. Den sechs Tracks folgen drei reine Akustikversionen zu "Gave My Guitar Away", "Freedom Summer" und "One True Song", die denen mit voller Breitseite gespielten Pendants nicht nachstehen. Aber bitte Frau Karney, geben sie ihre Gitarre nicht away, auch nicht dem soldier, wie gut der auch spielen kann …


Line-up Karney:

Anna Karney (vocals, acoustic and electric guitars, keyboards, piano)
James Deprato (electric and acoustic guitars)
Kevin White (bass – #1,2,3)
Kyle Caprista (drums, hand percussion)
Erik Smith (electric guitars – #2)
Uriah Duffy (bass – #4,5)
Phil Bennett (Hammond & keyboards – #1,2)
Faisal Zedan (Derbekki drum, Arabic riqq, frame drum – #5,6)
Anthony Blea (violin – #4)

Tracklist "One True Song":

  1. One True Song
  2. Gave My Guitar Away
  3. Suspended
  4. Freedom Summer
  5. Out Of Body 2025
  6. Eos
  7. Gave My Guitar Away (Acoustic Version)
  8. Freedom Summer (Acoustic Version)
  9. One True Song (Acoustic Version)

Gesamtspielzeit: 36:21, Erscheinungsjahr: 2025

Über den Autor

Ulli Heiser

Hauptgenres: Mittlerweile alles, was mich anspricht
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