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Kulturfabrik Krefeld steckt in großen Schwierigkeiten

TV Tipp: Hommage an David Bowie anlässlich seines 10. Todestages auf Arte im Januar 2026nes-Tour – vielleicht aber ein neues Album …

Vor einem knappen Jahr war auch die Kufa Krefeld Teil unseres thematisch blutsverwandten Zwischenrufes mit dem Titel Katerstimmung statt Freudenjubel bundesweit in kleinen Musikclubs.

Damals war Robin Lotze noch erster Vorsitzender des hauptsächlich ehrenamtlich tätigen Vereins, dessen Veranstaltungsprogramm außerdem sehr breit aufgestellt ist und der auf über 40 Jahre Vereinsgeschichte zurückblickt.

Im November 2024 informierte die Rheinischen Post zum einen über eine in Teilen neue Vorstandschaft und dass diese gute Hoffnungen hegt, wieder an die Besucherzahlen anzuknüpfen, die man vor der Pandemie in den beiden Veranstaltungssälen und auf dem Außengelände verzeichnen konnte. Vor allem der November sei extrem gut ausgebucht gewesen, man belebte ein stillgelegtes- und schaffte auch neue Formate. Es sah also gut aus.

Nun ist es März 2025 und die Kufa muss leider erneut bangen.

Die Kulturfabrik Krefeld e.V. steht vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Steigende Produktionskosten und ein drastischer Rückgang der Besucherzahlen aufgrund vieler verschiedener äußerer Einflüsse setzen dem gemeinnützigen Kulturbetrieb zu. Trotz intensiver Optimierungsmaßnahmen und Beratung durch Experten bleibt die finanzielle Lage angespannt, heißt es vor Ort.

»Die Zahlen sind alarmierend. Während Produktionen inzwischen rund 30 Prozent teurer sind als vor wenigen Jahren, fehlen der Kulturfabrik im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit etwa 30.000 Gäste im Jahr. Besonders dramatisch ist der Einbruch bei den Partys, die früher einen wesentlichen Teil des Kulturbetriebs finanzierten. Vor der Pandemie feierten samstags bis zu 1.500 Gäste in der Kulturfabrik. Heute sind es oft nur noch 300«, kennt die Vereinsvorsitzende Larissa Jagnow die Fakten.

Steigende Mieten, Inflation und weniger Feiernde machen dem 1983 gegründeten Club in gemeinnütziger Trägerschaft in der Summe zu schaffen. Damit droht einem Traditionsclub nach 42 Jahren das Aus. »Sollten wir jetzt nicht gegensteuern, werden wir keine Silvesterparty mehr in der Kulturfabrik erleben«, bringt die erste Vorsitzende Larissa Jagnow die Lage auf den Punkt. Sie nennt aber auch Alternativen. Helfen könnten beispielsweise eine ins Leben gerufene  Crowdfunding-Kampagne, eine Fördermitgliedschaft, natürlich Spenden, aber ebenso Ticketerwerb im Vorverkauf. Außerdem sucht die Kulturfabrik Krefeld aktiv nach Kooperationen für die Ausrichtung von Sommerfesten, Weihnachtsfeiern und Businessvermietungen.

»Wir kämpfen mit aller Kraft für die Zukunft der Kulturfabrik, optimieren unsere internen Strukturen und führen intensive Gespräche, um tragfähige Lösungen zu finden. Aber ohne zusätzliche Unterstützung wird es schwierig«, gibt sich Jagnow kämpferisch.

Die schwierige Situation zwingt kulturelle Einrichtungen überall in Deutschland zum Umdenken und lässt die Menschen kreativ werden, wie das Beispiel Krefeld zeigt. Ein anderes Beispiel liefert Berlin: Dort ist die Techno-Szene seit den 1990er Jahren ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Nach Informationen des ZDF überlegt jedoch etwa die Hälfte der Clubs, 2025 zu schließen. Die Gründe für das bedrohliche Clubsterben sind überall die gleichen.

Am wenigsten scheint die Politik helfen zu können, die sich bekanntlich mit eigenen Problemen plagt.

Was tun? Am Ende zählt tatsächlich nur das Solidarprinzip. RockTimes empfiehlt: Leute, besucht die Clubs, bringt Freunde zu Konzerten und Partys mit. Verbringt gemeinsam einen Abend und denkt zuweilen daran, was es für Euch bedeutet, wenn im jeweiligen Laden das Licht für immer ausgeht.

Also zusammenrücken und vielleicht gemeinsam mit den Clubbetreibern nach Lösungen suchen. Not macht bekanntlich erfinderisch – oder in diesem Fall kreativ.

Über den Autor

Mario Keim

Musikstile: Heavy Rock, Rock, Deutschrock, Hard Rock
Marios Beiträge im RockTimes-Archiv

1 Kommentar

  1. Achim

    Sehr wertvoller Aufruf!!!
    hier in der Kreistadt Donauwörth (Bayern) macht ebenfalls ein wichtiger Live Kulturclub der "Doubles Starclub" (https://www.doublesweb.de/) seine Türen zu. Schon etliche bekannte und unbekannte Bands und Musiker gaben sich die Klinke in die Hand. Unvergessliche hitzige Konzerteund Events fanden dort statt. Die Einrichtung da geht jedem Musikfans ein Herz auf.

    Damit geht ein Stück Rock Kultur in unserer Gegend und damit gibt es auch keine Alternative !!!

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