2020 ursprünglich als einmaliges Charity-Projekt ins Leben gerufen, sorgen Dirkschneider & The Old Gang (DATOG) seitdem mit einem einzigartigen Gesangskonzept aus drei Stimmen, kraftvollen Riffs und stilistischer Vielschichtigkeit für Furore. DATOG vereinen klassischen Heavy Metal mit einer modernen, druckvollen Produktion. DATOG sind: Udo Dirkschneider (lead vocals), Peter Baltes (bass, lead- und backing vocals), Manuela 'Ella' Bibert (lead- und backing vocals, keys), Stefan Kaufmann (guitar, backing vocals), Mathias 'Don' Dieth (guitar, backing vocals) und Sven Dirkschneider (drums, backing vocals).
RockTimes-Redakteur Mario Keim führte mit der Sängerin Manuela Bibert für unser Magazin das nachfolgende Gespräch.
RockTimes: Dirkschneider & The Old Gang, kurz DATOG, ist ein noch junges Projekt von Sänger Udo Dirkschneider. Die aktuellen Singles und die dazugehörigen Musikvideos machen Lust auf mehr. Was dürfen die Hörer auf dem Debütalbum "Babylon", das im Oktober 2025 erscheinen soll, erwarten?
Manuela Bibert: Die Zuhörer dürfen sich auf jeden Fall darauf gefasst machen, dass das Album nicht den typischen oder vielleicht sogar 'gewohnten Metalsound' wiedergeben wird. Es ist viel melodischer und in viele Richtungen ausgefallener als der traditionelle Metal, den man von einer Besetzung wie dieser vielleicht erwarten würde. Auch hat man Udo noch nie so performen hören. Ich würde es als eine Art neues Hörerlebnis bezeichnen, mit viel Spaß an der Musik, die teilweise in ungewohnte Genres ausschweift, dabei jedoch stets den wiedererkennbaren 'roten Faden' behält.
RockTimes: "Where The Angels Fly" (2020) zeichnet eine ruhige Seite nach. Überrascht Dich, dass Metal auch mal leise klingen kann?
Manuela Bibert: Ganz und gar nicht! Ich finde es schade, wenn man bestimmte Musikrichtungen in enge vorgefertigte Bahnen lenkt, nur um bestimmte Erwartungen zu erfüllen, wie zum Beispiel, dass Metal laut und brutal sein muss (haha). Ich finde es schön, gerade das Unerwartete zu tun und dabei trotzdem den Geschmack der Zuhörer zu bedienen. Ich denke, das ist uns bei "Where The Angels Fly" gut gelungen.
RockTimes: Du warst auch als Sängerin bei Hochzeiten gefragt, eine anspruchsvolle wie auch verantwortungsvolle Tätigkeit. Jetzt der Umstieg auf Metal. Wie darf man sich das vorstellen?
Manuela Bibert: Ich habe zu Anfang meiner beruflichen Laufbahn als Profisängerin auch auf Hochzeiten gesungen. Genauso bin ich mit anderen Bands um die Welt getourt, habe auf Kreuzfahrtschiffen gesungen und viel als Studiosängerin gearbeitet, unter anderem für Werbejingles etc. Das ist alles sehr schön und macht viel Spaß, aber am Ende des Tages gibt es bei allen Profimusikern die Jobs für das 'tägliche Brot' und den Traum, an dem man parallel arbeitet. Mein Traum war es schon immer, mit eigener Musik in der Öffentlichkeit zu stehen und ich freue mich, dass ich nach jahrelanger Arbeit nun das große Privileg habe, genau das machen zu dürfen!
RockTimes: Gibt es etwas, was Dich bei diesem Ausflug in die 'fremde Welt' besonders reizt, was vielleicht eine neue Erfahrung ist?
Manuela Bibert: Musikalisch gesehen, ist es für mich keine fremde Welt, da ich als Profimusikerin in meiner beruflichen Laufbahn bereits mit allen erdenklichen Musikstilen in Berührung kommen durfte. Quasi die gesamte Bandbreite von Klassik bis hin zu Metal. Das, was mich von Anfang an gereizt hat und eine neue Erfahrung war, waren die Menschen, mit denen ich arbeiten durfte. Ich hatte die Möglichkeit mit den Besten Ihres Fachs zu arbeiten und konnte unfassbar viel lernen, damals wie heute. Für diese Möglichkeit bin ich nach wie vor sehr dankbar und es ist die absolute Erfüllung für mein Musikerherz, mit Menschen zu arbeiten, die alle absolut begnadet sind in Ihrem Fach und einen in jeder Hinsicht inspirieren.
RockTimes: Auffallend bei Dirkschneider & The Old Gang ist die starke Fokussierung auf den Gesang. Das zeichnet die bisherigen Veröffentlichungen aus. Das kann Dir nur recht sein, oder?
Manuela Bibert: Ich liebe Musik, 'rhythmisch und hart!'. Das war auch beim Songwriting immer unser Insider, beziehungsweise der Wegweiser, wie ein Song klingen soll. Auch unabhängig von irgendwelchen Gesängen muss der Groove in aller erster Linie stimmen. Nun habe ich natürlich meinen Schwerpunkt auf dem Gesang, aber ich denke, dass auch der nur so gut sein kann wie die restlichen Kompositionen, in die er sich einfügen darf. Und auch das hat bei DATOG sehr gut funktioniert, zu unser aller Freude!
RockTimes: Du bist seit 2019 mit Udo Dirkschneider und dessen Kollegen unterwegs. Eine starke Vorstellung. Wie funktioniert die Zusammenarbeit im Bandgefüge?
Manuela Bibert: Sehr harmonisch, respektvoll und vor allem mit viel Spaß an der Sache. Udo, Stefan, Peter, Matthias und Sven sind alles unfassbar entspannte, gelassene Vollprofis. Jeder weiss genau, was er tut, es gibt immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, alle arbeiten als Team auf Augenhöhe und es ist einfach eine Wohltat – sowohl vom musikalischen als auch vom menschlichen Aspekt!
RockTimes: Das Projekt gleicht einer emotionalen Glanzleistung, in deren Mittelpunkt schließlich Udo Dirkschneider steht. Wie würdest Du dessen Präsenz beschreiben? Was zeichnet ihn als Person aus?
Manuela Bibert: Ich denke, dass Udo vor allem seine Authentizität auszeichnet. Er ist wirklich, wie er ist. Ich denke, dass das am Ende des Tages auch sein Erfolgsgeheimnis ist und der Grund, warum die Menschen ihm nach Jahrzehnten immer noch folgen. Er ist einfach authentisch und das macht ihn so liebenswert.
RockTimes: Wohin darf die Reise gehen? Sind Liveauftritte geplant?
Manuela Bibert : Alles ist möglich! Bisher sind noch keine Liveauftritte geplant, aber schließlich war auch dieses Album nicht geplant! Getreu dem Motto 'go with the flow' wird sich, wie immer im Leben, das Rechte zur rechten Zeit ergeben. Ob das mehr Musik ist oder Liveauftritte, das wird sich zeigen – wir sind für alles offen.
RockTimes: Vielen herzlichen Dank!
Manuela Bibert: Ebenso!
Ein herzliches Dankeschön von RockTimes geht außerdem an Vanessa Christodoulou (Reigning Phoenix Music GmbH), die den Kontakt zu Manuela Bibert herstellte.
© Titelfoto: Eddi Bachmann Photography


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