"Clair Obscur" ist das Ende September 2021 auf den Markt gekommene Debütalbum der französischen Chanteuse Marie Minet.
Zur neun Songs umfassenden Platte heißt es in der Pressemitteilung:
»[…] Eine klare und hypnotisierende Stimme. Kraftvolle Texte mit nostalgischen Akzenten. Tiefgründige Melodien, die von kapverdischen Einflüssen durchdrungen sind. Das ist es, was Marie Minets Mischung von Genres so einzigartig und innovativ macht. Auf ihre raue, aber poetische Art erzählt sie Lebensgeschichten, die die Erfahrungen ihrer Generation widerspiegeln. […]«
Ist dadurch schon alles gesagt?
Das Album produzierte Jon Luz.
Über die Künstlerin lesen wir im Pressetext:
»[…] Marie Minet ist das Produkt Lissabons und seiner pulsierenden Musikszene und verkörpert den Traum der Rückbesinnung. Vor zwei Jahren verließ sie Paris und gehört heute zu einer Gruppe von Künstlern, die die Kluft zwischen afrikanischer und portugiesischer Kultur schließen (Ana Moura, Jon Luz, Dino d’Santiago, Mayra Andrade). […]«
"Reviens mon coeur" ist ein erster Hinweis, wie luftig, wie intensiv die Marie Minet-Musik sein kann.
Da kommt man ziemlich schnell zu dem Eindruck/der Meinung, dass die Musik des Tracks vom strahlenden Licht der kapverdischen Inseln durchdrungen wird. Man riecht förmlich die vom Atlantik herein strömende Meeresluft. Neben fein arrangierten Percussion-Elementen sowie einem wunderschön intonierten Klavier werden wir von Marie Minets Stimme in besonderer Weise angezogen. Ihr Gesang ist über jeden Zweifel erhaben.
Gleich danach lernen wir die Künstlerin und ihre Mitmusiker sozusagen in ruhigeren Gewässern kennen. Oh, wie wunderschön ist das balladesk gehaltene "Prête à tout". Iberisches Gitarren-Flair strömt in bezaubernden Farben aus den Lautsprechern und dieses Lied soll zum Anlass genommen werden, ein Lob für die glasklare, aber dennoch warmherzige Produktion auszusprechen. Dieser Rhythmuswechsel hin zu einer in Nuancen etwas flotteren Gangart ist bemerkenswert. Highlight!
Marie Minets Songs changieren zwischen funkelnder Wärme, Ausflügen in den Jazz, einer hingebungsvollen Melancholie und phasenweise tiefgründigen Nachdenklichkeit.
Fast alle Lieder komponierte die Musikerin gemeinsam mit Jon Luz.
Eine Ausnahme bestätigt auch hier die Regel, denn den "Happy End"-Schlusspunkt schrieb sie zusammen mit dem "Clair Obscur"-Pianisten João Ventura. Hier lässt sich Marie Minet ausschließlich vom Tastenmann begleiten und – wie bereits vorher – intensiviert sie ihre Stimme, indem sie einen Teil des Textes in Spoken Words äußert. Auch in dieser Form ist Gänsehaut angesagt.
Auf "Clair Obscur" wirken exzellente Musiker mit.
"Clair Obscur" bietet viele Momente der Einkehr.
"Clair Obscur" ist auch so etwas wie ein herrlich weiches Kissen, in das man sich sehr gerne fallen lässt.
Lässt man sich auf die Musik ein, versinkt man förmlich in eine Marie Minet-Welt der Emotionen.
Alle Mitwirkenden sind in der Lage, die aussagekräftigen Lyrics in passionierter Weise umzusetzen.
"Clair Obscur" stellt ein besonderes Album dar.
"Clair Obscur" ist ja erst das Debütalbum einer Marie Minet.
Man kann nur hoffen, dass das außergewöhnlich hohe Niveau der neun Songs nicht zu einer Art Stolperstein für Marie Minet wird, denn bekanntlich ist das zweite Album eine größere Herausforderung.
Bleibt gesund und nehmt euch zur Ablenkung Zeit für gute Musik.
Line-up Marie Minet:
Marie Minet (vocals)
Jon Luz (ukulele, nylon-string guitar, folk guitar, acoustic bass, piano, acoustic base)
Pedro Loch (nylon-string guitar, electric guitar, classical guitar)
Marta Pereira da Costa (portuese guitar)
João Ventura (piano)
Marco Santos (percussion)
Tracklist "Clair Obscur":
- Reviens mon coeur
- Prête à tout
- Éprise
- Attendre l’été
- Hanoi
- Je serais tout ce que tu veux
- Paris Buenos Aires
- Van Cabossé
- Happy End
Gesamtspielzeit: 34:54, Erscheinungsjahr: 2021

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