«

»

Martin Engeliens Go Music – Konzertbericht, 07.04.2025, Butze by Falko, Tönisvorst

Am 07. April 2025 gastierte Martin Engeliens Go Music in der Butze by Falko, Tönisvorst.
Über das Line-up für den Monat April erfahren wir aus dem Go Music-Newsletter unter anderem:
»[…] Im April kommt mit Jenn Tiger, einer facettenreichen italienischer Künstlerin, ein neues Mitglied der Go Music Familie auf die Bühne. Ihre musikalische Reise begann mit Ballett und Modern Dance, führte sie jedoch schnell zur Gitarre und schließlich zur Welt der Musiktherapie. Sie brillierte bereits auf exklusiven Events von Sanremo Off bis zur Phuket Yacht Show und begeisterte Stars wie Seth Green oder Dylan O’Brien. Ihr unverkennbarer Stil vereint Funk, Reggae, Pop, Rock, Jazz, Bossa Nova und Latin – mit ihrer warmen Stimme und ihrem einzigartigen Gitarrenspiel erschafft sie Momente voller Emotion und Energie. […]
Ebenfalls Teil der April-Tour ist der deutsche Gitarrist Klaus Zimmermann, der mit seinem kraftvollen Spiel an die großen Blues- und Rocklegenden erinnert. Mit Einflüssen von Muddy Waters bis Jimi Hendrix sorgt er für erdige, authentische Klänge und emotionale Tiefe. Seine Karriere führte ihn von der legendären Stampede Band über eine über 30-jährige Zusammenarbeit mit der US-Sängerin Jean Shy bis hin zu internationalen Auftritten von Los Angeles bis Singapur. Sein unverwechselbarer Sound macht jedes Konzert zu einem einzigartigen Erlebnis. […]
Für das rhythmische Fundament sorgt kein Geringerer als Manni von Bohr – eine wahre Legende am Schlagzeug. […] Seine beeindruckende Diskografie mit über 400 CD- und DVD-Produktionen und seine Mitwirkung bei Bands wie Birth Control oder Randy Hansen sprechen für sich. Seine Performance ist ein Feuerwerk aus Präzision, Leidenschaft und Virtuosität. […]«

Martin Engelien, der 1996 die Go Music gründete, bringt man unter anderem mit Klaus Lage, Blug, Granfelt & Engelien, Vanesa Harbek sowie Jan Bierther in Verbindung.

Martin Engeliens Go Music im April 2025 in der Butze by Falko Tönisvorst

Martin Engeliens Go Music im April 2025 in der Butze by Falko Tönisvorst

Getreu dem Go Music-Motto »[…] Echt. Live & Pur […]« traf dieses Konzert den berühmten Nagel voll auf den Kopf.
Dieser einhundertvierzig Minuten lange Go Music-Gig war ein Erlebnis mit ganz überraschenden Wendungen.
Bereits der neunzehnminütige instrumentale Opener "Peace, Love & Empathy" war geprägt von Individualität, wurde seitens der Band zelebriert sowie beim Publikum gefeiert. Zum entspannten Groove von Manni von Bohr spielte Martin Engelien coole Bass-Läufe, die an Billy Cobhams "Stratus" erinnerten und Klaus Zimmermann begab sich in seinem Vorstellungs-Solo auf den Pfad des Rock. Man durfte gespannt sein, was Jenn Tiger uns als Begrüßung offerierte. Hoppla, und schon kam es zur ersten Überraschung, denn in diesem Instrumental performte sie Scat-Gesang zur jazzigen E-Gitarren-Begleitung. Wow! Manni von Bohr ließ seine Drumsticks förmlich über die vielen Felle und Becken fliegen und Martin Engelien beeindruckte auf seinem schwarzen Tieftöner durch ausschließlich Wah-Wah-Pedal-Kreatition.

Die Stimmung bei den Leuten vor der Bühne stieg noch steiler an, als die ersten Riffs von Joan Jett & The Blackhearts' "I Love Rock’n’Roll" die Runde durch die tolle Location machten. Klaus Zimmermann katapultierte sich zupackend in einen Solo-Himmel und nach ihrem Scat-Gesang beeindruckte Jenn Tiger durch eine tolle Stimme.
In unterschiedlicher Ausprägung stand der Funk einige Male auf der Tagesordnung dieses denkwürdigen Go Music-Auftritts. Martin Engelien kündigte mit »[…] unvorherhörbar […]« ein Markenzeichen der Konzertreise an. Bei "Come Together" von The Beatles kam es zu den nächsten Überraschungen. Zum einem tauchte man diesen Klassiker in den Funk und zum anderen inszenierten Martin Engelien sowie Jenn Tiger eine Frage-Antwort-Einlage, bei der der Bassist vorlegte und Jenn Tiger im Scat-Format antwortete. Hammer! Highlight!
Auch "I Don’t Need No Doctor" glänzte in der Go Music-Version in einem griffigen Funk Blues-Stil und einem Klaus Zimmermann-Besuch im Publikum. "Play That Funky Music", im Original von der amerikanischen Funk-Band Wild Cherry brachte von sich aus schon den Funk im Gepäck mit. In der Go Music-Ausgabe wurde der Musikstil durch Wah Wah-Action von links (Klaus Zimmermann) sowie Wah Wah-Einsatz von rechts (Martin Engelien) ordentlich aufgemöbelt.
Gab es mit einem Ed Sheeran-Song eine Premiere bei einer Go Music? In "Blow" erklomm man das Hochgebirge des Rock und auf der Spitze eines Massivs brillierte Manni von Bohr, auch Drummer bei Bröselmaschine, mit einer wahnsinnigen Virtuosität auf seinem riesigen Schlagzeug. Bei seinem Können, seiner Energie und Kreativität auf den Fellen sowie Becken spielt Manni von Bohr in der Liga der Besten.

Nicht nur ihr Scat-Gesang beeindruckte die Anwesenden in der Butze by Falko. In "(Sittin' On) The Doc Of The Bay" verfeinerte die Italienerin den Text des Otis Redding-Hits durch wunderschöne Phrasierungen und konnte selbst in den höchsten Tonlagen überzeugen. Hier und an deren Stellen funkelten bei der Künstlerin die Diamanten der Fantasie. Klaus Zimmermann spielte sich in einen Solo-Fretboard-Rausch im XXL-Format und auch er war es, der seinen Ideen in zig Alleingängen freien Lauf ließ.
Jenn Tiger, die Melancholische. "Crazy" eröffnete sie ausschließlich zu ihrer Gitarren-Begleitung und diese Nummer wurde zu einem weiteren Höhepunkt, denn eine zweite Frage-Antwort-Session zwischen Martin Engelien und Manni von Bohr sorgte für Begeisterung. Auch Jenn Tiger forderte er zu einem Bass-Scat-Gesang-Dialog auf. Super! Über ein klasse "Good People" kam es zum nächsten Highlight des Auftritts. Von balladesken Momenten als Einstieg hin zum Rock mit Latin-Flair war "You Know I’m No Good" eines der ganz besonderen Lieder bei diesem Gig.
Wieder ein Höhepunkt. "Stone Cold" war eine Ballade, in der Klaus Zimmermann seine besonders beseelte Seite zum Tragen brachte. Muss erwähnt werden, wie hinreißend und das Herz berührend Jenn Tiger diesen ruhigen Song sang?
Bei einer Künstlerin aus dem Land, wo die Zitronen blühen, durfte es auch ein Lied mit italienischem Text sein. Drei standen vor dem Beginn der Tournee zur Auswahl. Martin Engelien schaute in die Runde des Publikums und "Azzurro" wurde reingerufen. Jenn Tiger sang ein Stück des Adriano Celentano-Hits a cappella. Dann "Volare". Auch dieses Stück wurde in Auszügen von Jenn Tiger ohne Instrumentalbegleitung vorgetragen. Gänsehaut! Folglich war es "Cose Della Vita", einem von Eros Ramazzotti komponiertem Lied, das mit Band gespielt wurde.
Zugabe. Eine Ballade. Zum Abschied ein letztes Klaus Zimmermann-Solo. Jenn Tiger mit feinsten gesanglichen Änderungen beim Text von Bob Dylans "Knockin' On Heaven’s Door".
Ein Konzert – viele Wendungen.
Songs à la Go Music.
Lieder zwischen der schäumenden Spitze einer Welle und ruhig auf den Strand gleitendem Meerwasser.
Leuchtende musikalische Sternschuppen.
Bei Sternschuppen darf man sich etwas wünschen. In diesem Fall eine weitere Go Music. Die wurde bereits von Martin Engelien für den Monat Mai angekündigt. Im Line-up Mel Gaynor und das Ehepaar Daniele sowie Désirée Bucco.

Wir bedanken uns bei Christoph Wefers für den Platz auf der Gästeliste.
Bleibt gesund und nehmt euch zur Ablenkung Zeit für gute Live-Musik.

Bildnachweis für alle Bilder des Events: © 2025 | Joachim Brookes | RockTimes


Line-up Martin Engeliens Go Music im April 2025:

Jenn Tiger (vocals, guitar)
Klaus Zimmermann (guitar)
Martin Engelien (bass)
Manni von Bohr (drums)

Über den Autor

Joachim 'Joe' Brookes

Genres: Blues, Blues Rock, Alternative Music, Space Rock, Psychedelic Music, Stoner Rock, Jazz ...
Über mich
Meine Seite Im Archiv
Mail: joachim(at)rocktimes.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>