Die letzten beiden Nils Wülker-Veröffentlichungen, gemeinsam mit dem Gitarrist Arne Jansen, waren Closer (2023) sowie In Concert (2024).
Ende Januar 2026 brachte der Jazz-Trompeter Nils Wülker "Zuversicht", sein erstes Album mit einem deutschen Titel auf den Markt.
Q-rious Music schreibt dazu unter anderem: »[…] Zuversicht ist, wenn wir Hoffnung so aktiv erleben, dass wir gegen alle Widrigkeiten in die Zukunft vertrauen. Das jetzt erscheinende Album gleichen Namens […] strahlt diese Lebensenergie aus – in vielfacher, wunderbarer Hinsicht. Die elf Eigenkompositionen, eingespielt im Quartett, schließen einen Kreis und eröffnen neue Horizonte, sie drängen den Leader bewusst aus seiner Komfortzone in eine schöne, neue Klangwelt. Zum ersten Mal seit seinem Debüt von 2002 – und zahlreiche Charterfolge später – hat […] Nils Wülker mit einer internationalen Besetzung aufgenommen, einer angemessen hochkarätigen: am Klavier ist Aaron Parks, am Kontrabass Linda May Han Oh, am Schlagzeug Greg Hutchinson. […]«
Nils Wülker meint auch:
»[…] Mit Aaron, Linda und Greg habe ich mir eine wunderbare Band zusammengestellt, aber auch alles auf eine Karte gesetzt […] Schließlich haben wir uns im Studio zum ersten Mal richtig getroffen, noch nie vorher zusammengespielt und hatten dann dreieinhalb Tage, um ein ganzes Album aufzunehmen. […]«
Gönnen wir uns den "Zuversicht"-Genuss über Kopfhörer.
Es ist beeindruckend, wie Nils Wülkers Bandmitglieder ihre Persönlichkeit, ihre individuelle Klasse in die elf Songs einfließen lassen.
Die Emotionen sind quasi greifbar. Hier wird alles auf den Punkt gebracht. Die Nils Wülker-Kompositionen sind frei von jeglicher Überfrachtung.
Neben den herausragenden Beiträgen des deutschen Künstlers auf Trompete und Flügelhorn gibt es ausreichend Freiräume für Bassistin Linda May Han Oh oder Pianist Aaron Parks mit seinen perlenden Tasten-Läufen.
So gefühlvoll die Lieder vor – auch gelassener – Intensität sprühen, imponiert uns Schlagzeuger Gregory Hutchinson durch seine Faszination im Drumming.
Ein Quartett, das die Leuten vor den Lautsprechern mit einem bunten Modern Jazz-Gemälde verzaubert.
Einerseits vermitteln die Songs die Leichtigkeit einer Feder.
Andererseits gefällt uns zum Beispiel das energiegeladene, beschwingte Temperament des ersten Stücks mit dem Titel "All Hands On Deck".
Bei "As Young As Your Faith" bewegt uns die Gefühlswelt einer Linda May Han Oh in ihrem Kontrabass-Solo. Auch das anmutig-bezaubernde "Second Nature", das Nils Wülker auf dem Flügelhorn sowie Linda May Han Oh im Einklang eröffnen, enthält einen wunderschönen Alleingang der Bassistin. Toll!
Schlagzeug-Drive von Gregory Hutchinson in "Forces At Work".
Hier machen Nils Wülker & Co. dem Jazz mit Funk-Würzung in einer fast schon rockenden Auslage alle Ehre. Klasse, wie sich der Blechbläser in einen Höhenflug an Gefühlen hineinsteigert. Dieses Stück ist nur eines der Highlights des Albums.
"It’s Okay" fällt aus dem Rahmen, zumindest, was die Spielzeit dieses Tracks angeht. 1:36 min, in denen sich Schlagzeuger Gregory Hutchinson eine Pause gönnt, sind stark vom Charakter der Improvisation geprägt.
"Alpenglow" ist eine reizvoll-ästhetische Ballade, deren Weg direkt in unsere Herzen führt und das von nur ganz wenigen Pianotönen eingeleitete "Time Will Tell" begeistert durch seine aus der balladesken Ruhe geschöpften Faszination.
Es ist beachtlich, mit welcher melodischen Variationsbreite das Album glänzt.
"Zuversicht" von Nils Wülker ist ein Hochgenuss in elf Song-Highlights.
"Zuversicht" von Nils Wülker ist ein ganz besonders leuchtender Stern am Jazz-Himmel.
Bei dem hohen Niveau wünscht man sich ein weiteres Album in dieser Besetzung.
Line-up Nils Wülker:
Nils Wülker (trumpet, flugelhorn)
Aaron Parks (piano)
Linda May Han Oh (bass)
Gregory Hutchinson (drums)
Tracklist "Zuversicht":
- All Hands On Deck
- As Young As Your Faith
- This Moment’s Rhythm
- Alpenglow
- Fomo Fighter
- Time Will Tell
- Second Nature
- Forces At Work
- Continuum
- It’s Okay
- It’s Alright
Gesamtspielzeit: 46:47, Erscheinungsjahr: 2026



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