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OVRFWRD / Starstuff – CD-Review

OVRFWRD / Starstuff

Mit ihrer Veröffentlichung Blurring The Lines …A Democracy Manifest hatte ich die Band OVRFWRD aus Minneapolis bereits 2019 vorgestellt. Dieses Album war ein reines Instrumentalalbum, und ich verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass sich die Konzentration voll entfalten könne auf die weitläufigen Flächen der Klangwelten. War die Instrumentierung neben der Basisband erweitert um solche Instrumente wie Marimba, Xylophone, Tabla, Sitar, Bass-Klarinette, Geige und Congas, so wird auf der neuen Platte, "Starstuff", hiermit weniger üppig umgegangen.

Instrumentaler Prog ist also erneut das Thema. Neben der Quartettformation erklingen noch Flöte und Congas als zusätzliche Klanggestaltung. Und wie erwartet startet es mit "Fire Light" mit fettem Orgelsound, druckvollen Drums und verspieltem Arrangement, wiederum auch an Yes erinnernd. Der Sound ist satt und breitflächig, mit epischem Ausdruck, melodiös vollmundig und voller Harmonie.

Luftig und leicht, mit Eleganz und durch den Einsatz der Flöte mit einem Hauch Folk versehen, fließt "Let It Burn (King George)" dahin. Man geht sehr offen mit dem Rhythmus um. Durch ständige Wechsel in den Arrangements erhält der Song mit dieser Bandbreite des Ausdrucks eine großartige Virtuosität, dergestalt, dass man schon fast von einer Art Suite sprechen könnte. Diese Art von Verspieltheit zeigt die Band auf ganz hohem Niveau und katapultiert sie aus meiner Sicht ganz nach oben in eine imaginäre Riege von Prog Rock-Bands. Für echte Fans des Genres mag es störend sein, dass der Gesang fehlt. Für alle Anderen (inklusive mir), die Freunde des Jazz Rocks sind ein weiterer Beweis dafür, dass die Grenzen beider Genres eng beieinander liegen.

Gleichwohl ist diese Musik kein Jazz Rock, sondern bleibt Prog Rock, aber das von der feinsten Sorte. Allein der Titeltrack mit seinem schwebenden Keyboard-Sound, den eingesprenkelten Gitarrenparts und dem ständigen Fluss leichtgängig schwebender Melodien weist die Musik als solche von hoher Qualität aus. Es fällt leicht, sich einfach fallen zu lassen und mit zu schweben auf diesem wunderschönen Klangteppich.

Mit "Look Up" fährt man dann ein wenig Härte auf, es verwischen sich die Grenzen sowohl zum Jazz Rock als auch zum Hard Rock à la Deep Purple ein wenig. Ein weiterer Beweis für die Fähigkeit der Band, unter Nutzung verschiedener Elemente etwas Eigenständiges zu gestalten. Und das nur mit Piano eingespielte "Daybreak" zeigt eine weitere Facette dieser einfallsreichen Formation, ein wenig Romantik schwingt ebenfalls mit.
Mit "Zathras" fährt man dann wieder üppigere Klanglandschaften auf, vollmundig türmt sich die Musik auf und entwickelt sich mit einem Hauch Dramatik. Zu guter Letzt erklingt "From Parts Unknown" und verabschiedet uns dann mit diesem für die Band typisch verspielten Prog.


Line-up OVRFWRD:

Richard Davenport (drums, percussion)
Kyle Lund (bass guitar)
Mark Ilaug (electric and acoustic guitars)
Chris Malmgren (piano, Hammond B3, Fender Rhodes, Moog, mellotron, keyboards)
Paula Gudmundson (flute)
Bryan Hanna (congas)

Tracklist "Starstuff":

  1. Firelight
  2. Let It Burn [King George]
  3. StarStuff
  4. Look Up
  5. Daybreak
  6. Zathras
  7. From Parts Unknown

Gesamtspielzeit: 38:54, Erscheinungsjahr: 2020

Über den Autor

Wolfgang Giese

Hauptgenres: Jazz, Blues, Country
Über mich: Althippie, vom Zahn der Zeit geprägt, offen für ALLE Musikstile
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Mail: wolfgang(at)rocktimes.de

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